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Fußball: Pettenbacher Mädels überraschten alle Experten

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Obwohl die hervorragenden Ergebnisse schon in der Vorbereitungsphase einen „Höhenflug“ andeuteten, übertrafen die tollen Fußballerinnen der Union Pettenbach/St. Konrad mit dem ausgezeichneten 4. Rang in der Frauenklasse Ost im Herbst alle Erwartungen. Helmut Pichler unterhielt sich mit Erfolgstrainer Manfred Feichtinger für „salzi.at“ über die „Senkrechtstarter“ nach dem Herbstdurchgang:

PICHLER: Manfred, herzlichen Glückwunsch Dir und Deinem Team zum grandiosen 4. Platz, was gab Deiner Meinung nach dafür den Ausschlag für die extreme Steigerung , außer der gelungenen Vorbereitung?

Feichtinger: Erstmal Danke für die Glückwünsche, die ich gerne an meine Mädl’s weiterleite. Für uns als Betreuer kam diese Leistungssteigerung sehr überraschend, obwohl wir unsere Ziele im Vergleich mit der Vorsaison, unserem „Lehr-Jahr“ in der untersten Tabellenhälfte, relativ hoch gesteckt hatten. Fakt ist, dass sich die Mannschaft heuer mit tollem Teamgeist in eine Euphorie gesteigert hat , mit den ersten Siegen in der Meisterschaft gesellte sich dann auch das nötige Selbstvertrauen dazu.

 Fußball: Pettenbacher Mädels überraschten alle Experten

Alle haben eingesehen, dass nur mit einer guten Trainingsbeteiligung auch spielnahe trainiert werden kann, mit einem Durchschnitt von 21,8 Teilnehmerinnen im Herbst (als Spitze 33 Mädl’s!) waren wir als Trainer auch sehr gefordert. Traineranweisungen wurden hinsichtlich Taktik und Spielauffassung konsequent umgesetzt.

Pichler: Deine Mannschaft verfügt im Gegensatz zu Altmünster, Neuhofen und Windischgarsten über keine ehemaligen Fußballerinnen aus höheren Ligen, wie erklärst Du Dir die enorme Steigerung Deiner Youngsters innerhalb 1 Jahres? Wir sind bewusst das Risiko eingegangen, dass wir vor 1 Jahr Ins „kalte Wasser“ der Meisterschaft geworfen wurden , Niederlagen eingesteckt haben, aber zu keiner Zeit den Spaß am Fußball verloren haben. Natürlich haben wir auch „arrivierte“ Fußballerinnen im Kader z.B. aus Altmünster und Sattledt, die auch schon in der O.Ö. Frauenliga und in der O.Ö. Auswahl gekickt haben. Im Herbst hat uns aber in erster Linie unsere mannschaftliche Geschlossenheit ausgezeichnet. In der Zukunft wollen wir uns nicht mit punktuellen Verstärkungen kurzfristig etablieren, sondern eine Basis für die Zukunft des Frauenfußballs in Pettenbach legen.

Pichler: Seid Ihr von längeren Verletzungen verschont geblieben, ist im Winter mit weiteren Verstärkungen zu rechnen?

Im Gegensatz zum ersten Jahr blieben die Blessuren eher harmlos, mit Ausnahme von Stürmerin Katharina Buchegger und Nachwuchstalent Julia Gegenleitner. Bei beiden Spielerinnen hoffen wir, das sie im Winter in die Mannschaft zurückkehren. Vielleicht stößt auch ein Talent aus Sattledt zu uns, weiters möchte eine Spielerin aus der OÖ-Liga aus unserem Wohnbereich zu uns wechseln, man wird sehen. Wir wollen die Leistungen aus dem Herbst im Frühjahr einfach nur bestätigen.

Pichler: Welcher längere Ausfall einer (oder mehrerer Spielerinnen) würde Euer Team am meisten schwächen?

Besonders schwer würde uns ein Ausfall unserer Abwehrchefin Jessica Feldmann treffen. Sie ist momentan der Garant für Sicherheit in der Hintermannschaft, sie schafft es, auch die anderen zu Höchstleistungen zu motivieren. Das Teamgefüge kann einzelne Ausfälle verkraften, aber da wir noch nicht die optimale Chancenauswertung haben, die wir uns wünschen, würde auch ein Ausfall der beiden Offensivkräfte Ina Sommerer oder Christine Rapberger im Sturm schmerzen.Sie haben im Herbst die meisten unserer Tore erzielt, aber vielleicht würde dann eine andere zu treffen beginnen.
Eure erfolgreichsten Toschützinnen?

Feichtinger: Ina Sommer (6), Christine Rapberger (4), Emina Nadarevic , Isabella Viertbauer , Jessica Feldmann, Lisa Zehetner(je 2) ) trafen bisher an öftesten, aber im Frühjahr werden sich sicher weitere Torschützinnen dazugesellen.

Pichler: Was war für Dich persönlich Euer bestes Spiel, in welchem konntet Ihr nicht Eure beste Leistung abrufen?

Im Trainingslager im Sommer konnten wir gegen den Kärntner SV Ruden glänzen, in der Meisterschaft klappte es gegen Wolfern 1 b (4:0) am besten und zuletzt gegen Schiedlberg/Kematen (6:0) absolut gut. Gegen Herbstmeister Altmünster sind wir zwar hinten sehr gut gestanden, so dass sich die Favoriten sehr schwer taten und nur aus Standards und mit Fernschüssen gefährlich wurden, in diesem Spiel hätten wir uns auch was zählbares verdient, aber leider 0:2 verloren.

Der wichtigste Sieg hingegen war in der ersten Runde das 1:0 auswärts gegen Scharnstein, unseren Erzrivalen. Diese Spiele mit Derbycharakter sind immer sehr emotional, dort haben wir uns aber sehr viel Kraft für den Rest der Saison geholt.

Pichler: In Euren Heimspielen seid Ihr in der Meisterschaft nur Leader Altmünster unterlegen, und habt im Cup Pregarten/Hagenberg mit Torjägerin Daniela Costa eliminiert, was Eure Heimstärke deutlich unterstreicht; im Frühjahr gastieren Neuhofen und Windischgarsten bei Euch, entscheidet Ihr möglicherweise die Meisterschaft?

So weit möchte ich nicht gehen, gerade Neuhofen stelle ich schon noch ganz klar über uns. Mit der körperlichen Spielweise haben wir aber doch noch unsere Probleme. Aber für eine Überraschung sind wir immer gut, speziell vor heimischer Kulisse. Unsere tolle Tribüne in der
Sparkasse Almtal Arena in Pettenbach war heuer im Herbst immer gut besucht. Will man den offiziellen Zuschauerzahlen Glauben schenken, dann haben wir in ganz OÖ die meisten Zuschauer im Frauenfußball.

Euer Ziel für das Frühjahr?

Spontan-Antwort: ‘Hauptsache vor Scharnstein (im Scherz!), aber vorrangig ist die spielerische Weiterentwicklung und junge Spielerinnen ans Niveau der Kerntruppe heranführen. Ein wenig wollen wir , wenn möglich, die 3 „ Großen“-:Neuhofen, Windischgarsten und Altmünster ärgern!
Wie werdet Ihr die Winterpause überbrücken (Hallenturniere, Wintertraining …usw???)

Momentan sind wir in der Winterpause. Im Dezember fangen wir mit lockeren Hallentrainings an. Ab Jänner geht’s wieder mit Krafttraining und Konditionseinheiten los. Weiter spielen wir 2 Hallenturniere (Kirchdorf und Hagenberg), bevor’ s im Februar wieder aufs Feld geht. Ab Anfang Februar stehen 3 Trainingseinheiten pro Woche, egal bei welchem Wetter, auf dem Programm.

Dein größter Wunsch fürs Frühjahr, außer von dummen Reportfragen belästigt zu werden???
Pressearbeit ist für mich nicht unangenehm, ich finde, dass generell am Platz sehr fleißig gearbeitet wird aber die Präsentation der Mannschaften in der Öffentlichkeit (Homepage, etc.) lässt bei den meisten Mannschaften zu wünschen übrig. Wer auf unsere Homepage schaut (egal ob Pettenbach oder St. Konrad) findet immer aktuelle Berichte und Ankündigungen. Das ist mir persönlich besonders wichtig. Im Winter werden wir die ‘tote Zeit’ nutzen, um jede einzelne Spielerin auf Facebook, aber auch auf den Homepages etwas genauer vorzustellen.

Wenn sich andere Teams übermangelnde Berücksichtigung beschweren, sollte sie lieber selber die Medien ausführlich informieren. Mein größter Wunsch fürs Frühjahr: natürlich steht die Gesundheit aller Beteiligten im Vordergrund. Sportlich habe ich nur den Wunsch, dass die Mädl’s den Spaß nicht verlieren, damit wird sich auch der Erfolg längerfristig stabilisieren lassen.

Pichler: Dann wünsche ich Dir und Deinem Team recht viel Erfolg bei der Umsetzung Eurer Pläne!

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