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Rotary Club Bad Ischl verwirklichte Brunnenprojekt in Afrika

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Umsetzung dauerte fast zehn Jahre – jetzt werden 7.000 Menschen mit Trinkwasser versorgt

Der Rotary Club Bad Ischl initiierte im Jahr 2007 das Projekt „Wasser für Afrika“, um den Menschen im Nordwesten Kenias Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Fast zehn Jahre nach Start der Initiative konnte das Projekt abgeschlossen werden: 13 Brunnen und eine „Infiltrationsgalerie“ versorgen  nun in 14 Dörfern etwa 7.000 Menschen mit Trinkwasser.

Der Nordwesten Kenias, an der Grenze zu Äthiopien, ist eine der trockensten Gegenden der Erde. Im Abstand von etwa zwei Jahren wird das Gebiet von Dürrekatastrophen heimgesucht, aufgrund derer zigtausende Menschen an Durst und Wassermangel sterben. Aus diesem Grund entschloss sich der Rotary Club Bad Ischl auf Initiative von Peter Bauer, für diese Region ein Wasserprojekt zu initiieren, um den Menschen das Leben zu erleichtern und vor allem das Überleben zu ermöglichen. Gemeinsam mit dem Ingenieursbüro für Wasserbau von DI Bernhard Fischer und der Diözese Lodwar (Kenia) wurde ein Projekt für 13 bis 15 Brunnen entwickelt, um damit eine Region in der Größe der Bezirke Gmunden und Vöcklabruck mit Trinkwasser zu versorgen. Ziel war es, die Wasserstellen in der Nähe von dörflichen Ansiedlungen zu errichten, um die täglichen vier- bis sechsstündigen Kraftmärsche und die damit einhergehenden gewalttätigen Überfälle auf die wasserbesorgenden jungen Mädchen zu verhindern.

Projektstart im Jahr 2007

Die Vorbereitung für das Projekt startete bereits im Jahr 2007, wenig später wurde mit der Budgetplanung begonnen. Gemeinsam mit anderen Rotary Clubs wurde Geld aufgetrieben, der Rotary Club Murang’a in Kenia konnte als sogenannter „Host-Club“ gewonnen werden. In den selben Zeitraum fiel jedoch die Weltwirtschaftskrise, die eine Verdoppelung („Match“) des aufgebrachten Betrages durch die Rotary Foundation unmöglich machte und für die Rotarier aus Bad Ischl eine zusätzliche Kraftanstrengung bedeutete. Mit einer aufgebrachten Summe von knapp über 50.000 Euro erfolgte im Mai 2009 schließlich doch der „Matching Grant-Antrag“, der im Juli 2010 schließlich auch erteilt wurde. „Danach wurde sondiert bzw. vorgefühlt, welche Dörfer in Erwägung gezogen werden können und wer der jeweilige Ansprechpartner ist. Erst danach wurden die Probebohrungen durchgeführt“, erklärt Peter Bauer. Nach der Auswahl der geeigneten Dörfer wurden Info-Treffen veranstaltet, Trainings für die Errichtung und den Betrieb der Brunnen abgehalten und schließlich mit den Bauarbeiten begonnen. Beaufsichtigt wurden die Arbeiten von der Diözese Lodwar, auch der Host-Club aus Murang’a machte sich immer wieder ein Bild vom Fortschritt der Brunnen. Trotz diverser Probleme und Dürrekatastrophen konnten die Brunnen nach und nach verwirklicht werden.

Projekt trotz großer Mühen verwirklicht

Dass es von der Idee bis zur endgültigen Verwirklichung fast zehn Jahre dauerte und dabei unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit anfielen, quittiert Peter Bauer, der im Club vor allem von Hans-Peter Neher unterstützt wurde, im Nachhinein mit einem Lächeln: „Das hatte ich so nicht eingeplant – es war insgesamt wirklich ein anstrengendes Projekt.“ Letztlich wurden 13 Brunnen und eine „Infiltrationsgalerie“ errichtet, die in Summe etwa 7.000 Menschen mit Trinkwasser versorgen. Dass das Projekt trotz der Mühen verwirklicht wurde, könnte vielen Menschen bereits das Leben gerettet haben: Fast zeitgleich mit den Abschlusspräsentationen in den einzelnen Rotary-Clubs hatte die Bevölkerung in Kenia wieder mit einer enormen Dürre zu kämpfen – die Brunnen jedoch spendeten wertvolles Trinkwasser.

Fotos: privat

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