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Pianist, Komponist, Maler und Dichter Rainer König-Hollerwöger begeistert Publikum

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Bereits mit seinem Klavierwerk „Ruf durch die Zeiten“ kündigte Rainer König-Hollerwöger (RKH) eine „unendliche“ Geschichte an. Wie in Vertretung des Herrn Bürgermeisters Mag. Stefan Krapf vom Sozialstadtrat Mag. Martin angesprochen, gehe es dem in Gmunden geborenen Wiener Künstler, Wissenschaftler und Forscher darum, Brücken zwischen den Wissenschaften, der Kultur und Natur zu bauen. Er dankte RKH sehr, dass dieser auch der 2016 verstorbene „Babsi“, Frau Barbara Weidinger, mit einbeziehen werde und der Stadt Gmunden seine „Sonnenfuge Gmunden 2017“ widme. Dass RKH auch seinen Geigen spielenden Enkel mit hereinnehme, hob Martin Apfler hervor.

Sich anlehnend an das Gedicht von Christian Morgenstern, in dem dieser der ganzen Schöpfung für ihr Sein dankt, sprach RKH der Stadt Gmunden, den Salzkammergut Festwochen Gmunden, der Firma Stern & Hafferl, den Kammerhof Museen, deren Direktorin Frau Ingrid Spitzbart, dem Lokal Brot und Wein und Salzi tv und allen ehrenamtlichen Mitwirkenden von IPS-WIEN seinen Dank aus.

Dann begann ein Geschehen auf der Bühne des Stadttheaters Gmunden, das einem nicht endenden Fluss glich. An der Leinwand erschien ein kurz davor von RKH in Grün- und Gelbtönen leuchtendes Aquarell des Grünberg, bebildert durch die Sprachrhythmen „RONDO GRÜN“, die in eine blütenhafte Entstehungssphäre des Grünbergs in zauberhaften Klängen überging. Jeder Ton funkelte dabei so ins Stadttheater, als würde dieses selbst zum Grünberg.

Mit seinem sinfonischen Klavierwerk „Traunseetiefen – Sonnenerinnern“ stieg der Wiener Kulturphilosoph so in ein wesenhaftes elementares Geschehen von Erdverwandlungen, als würde er mit seinen markanten Worten, Sprachklängen und Tonsphären die geologische Vergangenheit, unterstützt durch seine ausdrucksstarken Aquarelle, hier im Stadttheater zur Wirklichkeit erwecken. Die Unendlichkeit des Urmeeres verwandelte sich in die gesteinsbildenden Kräfte des Gebirges, des Traunsteins.

Das geologische und klimatische Drama zwischen Hitze und Kälte, Ausdehnung und Erstarrung in Schnee und Eis in der Ausbreitung des „Traungletschers“ führte RKH mit seinen Sprachrhythmen und mit virtuoser Kraft und großem Einfühlungsvermögen zu einem orchestralen Klavierwerk. Dabei flossen auch Fotografien von Herrn Univ.-Lek. Mag. Dr. Johannes Weidinger, des Gnundner Geowissenschaftlers und Leiter des Instituts „Erkudok“, und Fotografien von RKH selbst ein. (RKH Johannes Weidinger für seine geologischen Einblicke sehr gedankt) Dieses Werk endete mit einem aktuellen Aquarell des Sozialforschers vom „Unterm Stoan“ und in der sommerlichen Sonnensphäre des meerhaften Traunsees.

Als intimer Kenner des musikalischen Kontrapunktes wies Rainer König-Hollerwöger auf die „Spitzennotierung“ des “Sonnenpräludiums”, des ersten Präludiums des Wohltemperierten Klaviers von Johann Sebastian Bach, hin. Denn hier offenbare sich, wie RKH Josef Ramsauer, seinen ersten Bad Ischler Kompositionslehrer und Komponisten von Sinfonien, zitierend meinte, die mittelalterliche „Hymne der Musiker“.

Seine lyrische Erzählung „Traunseewogen im Sonnenglitzern“ machte sprachlich und musikalisch fühlbar Zusammenhänge zwischen den Tageszeiten, der Sonnen Licht und dem menschlichen Ich und dem Traunsee. RKH wurde dabei zu einem Ton- und Wortmaler! Wie schon zu Beginn dieser Veranstaltung hervorgehoben, sei es dem Wiener Künstler und Erforscher, Begleiter von menschlichen Dramen sehr wichtig, alle von Not, Flucht, Verfolgung und Gewalt in der Vergangenheit und Gegenwart Betroffenen, in besonderer Weise alle Kinder, in das Kulturgeschehen einzubeziehen und das Mitgefühl zu stärken. So trat nach seiner expressiven, sehr berührenden vorangestellten Dichtung sein neunjähriger Enkelsohn Martin mit seiner Geige auf die Bühne und berührte das Publikum gemeinsam mit der fließenden Klavierbegleitung von RKH das Publikum mit einem russischen Klagelied.

Im siebten Teil dieser außergewöhnlichen Veranstaltung brachte Rainer König-Hollerwöger auf einzigartige, weit über die Landesgrenzen hinaus geliebte Weise auf dem frisch gestimmten großen Bösendorfer – Konzertflügel zum singenden Erklingen etwas aus der Gegend Entspringendes: Es war und ist die Welt der Alpenklänge. Almen, Berge, Seen. Ein unendlicher Himmel schimmerte bereits beim Ertönen von Alphornklängen herein. Es war der Beginn eines Atems, der seinen Höhepunkt im zweiten Teil gefunden hatte:

Anlässlich des Todes seiner Mutter, der aus Wien stammenden Gmundner Malerin Frau Lotte König-Hollerwöger (24. Juli 1924 -5. Juli 2017), sprach Rainer König-Hollerwöger berührende Worte über sein Erleben mit ihr, auch kurz vor ihrem „Hinübergehen“. Ein KURZE Zeit vor ihrem Sterben entstandenes Foto mit ihr und RKH bewegte das Publikum sehr. Der in die Seelenweiten lauschende Künstler brachte einen von seiner Mutter und ihrem Mann, dem ehemaligen Baumeister, Architekten Prof. Franz König-Hollerwöger geliebten Jodler mit eigener Stimme zum Erklingen.

Es war Gebet, innige Anteilnahme und letztlich ein Zwiegesang zwischen seiner noch lebenden, bald sterbenden und bereits im „anderen Sein“ wirkenden Vater, ja ein unendlicher, in immer neuen Klanggewändern ertönender Seelenklang zwischen „Hüben“ und „Drüben“ in Dur und Moll. Ja, die Dramatik des Loslöungsprozesses menschlichen Sterbens bekam phasenweise den Charakter dynamischer Klänge der Sinfonien Beethovens, um letztlich in dem unbeschreiblichen Zauber des sich zum Jodeln erhebenden Konzertflügels, das zum äußeren Instrument einer nicht endenden Innenwelt geworden war, auszuklingen.

Humorvoll und pointiert waren dann die „Landlerweisen“, die Rainer König-Hollerwöger in Variationen wie Alpenzauberklänge mit viel Freude in das Stadttheater Gmunden geradezu hineinstreute. Abgeschlossen wurde der Abend mit seiner sich langsam von Ton zu Ton entfaltenden, aber umso dichter werdenden TRAUNSEEFUGA 2017. Es kam dabei zu sich erweiternden Verwandlungen bis hin zu einem tiefen „Orgelpunkt“.

Das Publikum dankte seinem Enkel Martin und Rainer König-Hollerwöger mit anhaltendem Applaus. Seine erste Draufgabe widmete er einer anwesenden Hündin eines bekannten Schauspielers aus Gmunden. Als langjähriger Beziehungsforscher stellte RKH diese adelige vierbeinige Dame vor und warnte vor Eifersuchtsgeschichten. Der heftige Applaus nach seiner musikalischen Durchführung bewegte RKH dazu, nun eine Geschichte sprachlich kommentierend und musikalisch bebildernd, auf dem Konzertflügel zu entfalten, die einen Segler, der selbst vor Jahren das Segelboot gesteuert hatte. In diesem war der Künstler selbst, als ein nächtlicher Sturm und Regen ihn und zwei Begleiterinnen in sehr große Seenot gebracht hatten.

Als dritte und letzte Draufgabe führte Rainer König-Hollerwöger etwas hinein in die Welt der Sinfonien von Anton Bruckner.
Es war dann beim Buffet des Stadttheaters Gmunden ein lebhafter Austausch des begeisterten Publikums zu erleben, in das sich alsbald Rainer König-Hollerwöger mit hineinmischte.

Foto: IPS-Wien

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