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Spätberufene Torjägerin wechselte den Fußball-Dress

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„Weil ich auch nach meiner aktiven Karriere noch mit dem Fußball verbunden sein will und diesen Sport einfach liebe“, begründet die 39- jährige Schwanenstadt-Regisseurin Patrizia Picariello ihren heurigen „Schwenk“ zur Ausbildung als Schiedsrichterin. Die gebürtige Neapolitanerin wuchs in Stuttgart auf, kickte schon als Kind mit großer Begeisterung, übte ihre sportliche Leidenschaft aber erst mit 26 Jahren als „Spätberufene“ wieder aus, spielte in Lenzing und beim SK Kammer. 2011 wechselte die Vollblutfußballerin zum SC Schwanenstadt 08 und dirigierte die Elf aus dem Hausruckviertel mit 16 Volltreffern 2012 als Meister der Frauenklasse Mitte in die frühere Landesliga.

Stets auf der Lauer hinter der Abwehr : “Torjägerin” Picariello (3. von links)

 „Ursprünglich begann ich ja in der Abwehr, weil aber in der Offensive von uns manche Chancen „verschenkt“ wurden, rückte ich immer weiter vor“, schmunzelt die Allrounderin, die sich auch als Torhüterin bei  „Not an der Frau“ nicht zu schade war.  Wegen ihrer Treffsicherheit (74 Tore in 114 Pflichtspielen!) und ihres kompromisslosen Spielstils bei den Gegnerinnen gefürchtet, „verführte“ ihr Temperament die „Heißblütige („ich bin Italienerin!“) bei harten gegnerischen Attacken immer wieder zur Kritik ,  sodass sie in 4 Saisonen 11 Gelbe und 1 gelbrote Karte kassierte.
„Ich hatte aber immer Respekt vor den „Neo- Kollegen“, betont die „Fußball- Besessene“, die auch als Trainerin wirkte, das „wäre mir aber auf Dauer zu stressig“. Schwanenstadts Offensiv- Duo : Picariello – Naile Tairi war vor einigen Saisonen Garant für eine reiche Torausbeute, wobei Patrtzia sich besonders freut, das Naile nach der Bundesligazeit bei U. Kleinmünchen jetzt auch beim WSC Hertha Wels  als Serien-Torschützin  glänzt.

Schiri Patrizia mit “Edelfan” Patrick Auberger (ganz links), Sektionsleiterin Monika Haas (2. von rechts) und jungen Talenten

Tolle Unterstützung durch Helmut Nußbaumer und Monika Haas
Seit mehr als 2 Jahren „ohne Karte“, entschloss sich der Tausendsassa 2017 zum Schiedsrichterkurs und leitete nach der Prüfung im März bisher drei U 14-Nachwuchsspiele, weil sie ja auch noch bei Schwanenstadt aktiv spielt.
„Da möchte ich einiges zurückgeben, denn Dank des vorbildlichen Engagements von Club-Manager Helmut Nussbaumer konnte vor einigen Jahren die Auflösung des Frauenteams verhindert werden. Wir haben tolle Trainingsbedingungen und man erlässt uns sogar den Mitgliedsbeitrag.

Mehr Laufarbeit auf der Gegenseite
Wie sieht sie den Unterschied zur Rolle als Aktive?„Anfangs verwechselte ich „Ballhöhe“ mit „Ball-Annahme“ , und startete dorthin, wo die Kugel gerade hinflog. Mein Stellungsspiel musste ich ändern, wesentlich konzentrierter arbeiten und muss auch insgesamt mehr laufen.“

Vorbild: Pierluigi Collina
Als prominentes Vorbild nennt die derzeit einzige Schiedsrichterin aus der Gruppe „Salzkammergut“ die italienische Schiri-Ikone Collina und „sollte so wie er mit ihrem reichen Erfahrungsschatz  mutige Entscheidungen treffen“, wünscht Besetzungsreferent Ferdinand Mittendorfer dem temperamentvollen „Energiebündel“.

Fotos: privat

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