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Kinderschutz beginnt im Mutterleib – Kinderabteilung des SK Vöcklabruck bietet Unterstützung an

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Stress, seelische Traumata, aber auch Gewalt und Suchtprobleme in der Schwangerschaft haben gravierenden Einfluss auf das ungeborene Kind. Diese Belastungen können auch noch nach der Entbindung negative Auswirkungen und Folgewirkungen auf die kindliche Entwicklung haben, angefangen mit Problemen im Bindungsverhalten, bis hin zu körperlichen oder seelischen Erkrankungen der Kinder. Mit der Initiative „Kinderschutz beginnt im Mutterleib“ will die Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde des Salzkammergut-Klinikums Vöcklabruck hier ein niederschwelliges Angebot für betroffene Familien ins Leben rufen.

„Da wir darum bemüht sind die Gesundheit von Kindern möglichst ganzheitlich zu fördern, ist es uns wichtig, bereits vor der Geburt damit zu beginnen. Kinderschutz, aber auch die Förderung einer gesunden körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklung sind dabei zentrale Themen“, erklärt Dr. Wolfgang Haunschmidt, Oberarzt an der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck.

Dr. Wolfgang Haunschmidt, Oberarzt an der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck.

Voraussetzung für einen umfassenden Kinderschutz ist die gute Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen im Klinikum, aber vor allem auch mit niedergelassenen Allgemeinmedizinern, Fachärzten sowie Institutionen wie der Kinder- und Jugendhilfe oder den „Frühen Hilfen“ der Gebietskrankenkasse.

„Unsere Erfahrung zeigt, dass es oftmals sehr schwierig ist, die psychische Belastung von werdenden Müttern zu erkennen. Der Tod eines Angehörigen, prekäre finanzielle Bedingungen und andere Faktoren führen zu Stress in der Schwangerschaft, der natürlich mit der Geburt nicht plötzlich aufhört“, sagt Dr. Haunschmidt. Wenn man dazu noch weiß, dass rund 10 Prozent aller Frauen nach einer Entbindung eine Depression oder Angststörung entwickeln, sieht man, wie wichtig bereits die Zeit rund um die Geburt für die spätere Entwicklung der Kinder ist. Wir gehen davon aus, dass jede Mutter ihre Verantwortung bestmöglich wahrnimmt.

Im Bedarfsfall möchten wir sie dabei positiv unterstützen, da uns bewusst ist, dass wir damit spätere körperliche, psychiatrische oder psychosomatische Beschwerden bei Kindern vermeiden können. Dank der guten Zusammenarbeit mit der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin sind wir in der Lage, schon früh auf Probleme wie Bindungsstörungen, „Baby Blues“ aber auch Suchtproblematiken zu reagieren“, erklärt Dr. Haunschmidt.

Die Kinderabteilung des Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck sieht sich im Zusammenhang mit dem Wohlergehen der Kinder als Erstanlaufstelle und Bindeglied, welches über weitere Beratungs- und Hilfemöglichkeiten informiert. Daher endet das Beratungsangebot für Eltern natürlich nicht an der Klinikumstür. Das Team der Kinderabteilung steht auch in engem Kontakt zu diversen Behörden und Hilfsorganisationen. „Viele Betroffene kennen zum Beispiel das Angebot der „Frühen Hilfen“ gar nicht: Die Mitarbeiter/innen kommen direkt zu den Betroffenen nach Hause und können so, vor Ort, möglichen Unterstützungsbedarf klären. Alles beruht hier auf Freiwilligkeit der Eltern. Auch die Kinder- und Jugendhilfe bietet wertvolle Unterstützungsangebote für werdende Eltern – sie müssen nur wahrgenommen werden.“ Gemeinsam soll es so gelingen, Kinder nicht nur zu schützen, sondern ihnen ein gesundes Heranwachsen in einem entsprechenden Umfeld zu ermöglichen.

Infobox:
•    Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde (Leiter: Prim. Dr. Dieter Furthner), Kontaktaufnahme unter Tel. 05 055471-24862
•    Frühe Hilfe: www.fruehehilfen.at
•    Kinder- und Jugendhilfe Oberösterreich: www.kinder-jugendhilfe-ooe.at

Foto: gespag

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