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Kunst heilt Lepra

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Der aus Bad Ischl stammende Multimedia-Künstler und Kurator Werner Dornik zeigt bei einer Ausstellung in der Gmundner VKB-Galerie Kunstwerke aus der von ihm in Indien gegründeten Bindu Art School für leprakranke Menschen.

From Paint o Paint
Es waren Begegnungen mit leprakranken, unberührbaren und alleine von Almosen abhängigen Menschen, die Werner Dorniks Leben nachhaltig verändert und geprägt haben. Sofort  – seit Ende der 1970er Jahre – unterstützte er mit Erlösen aus Kunstprojekten den Kauf von Medikamenten, die zur Heilung von Lepra führen und pro Behandlung 9 Euro kosten.

Vor etwa 20 Jahren hatte Dornik eine Begegnung, die man schicksalhaft nennen kann. Er traf Padma Venkataraman, Sozialaktivistin und Tochter des ehemaligen indischen Staatspräsidenten, und gründete mit ihr ein paar Jahre später, 2005, in der Südindischen Leprakolonie Bharatapuram die Bindu-Art-School.  Aus ihr stammen die Exponate der Gmundner Ausstellung. Es sind 33 Arbeiten auf handgeschöpftem Papier und 120 in Mappen aufliegende Blätter.

Die Bindu Art School zeigt, dass man dem seelischen und körperlichen Schmerz Leprakranker den Stachel ziehen kann. Die einst Unberührbaren erhalten nach einer Aufnahmeprüfung eine fundierte Malausbildung. Werner Dornik gewinnt dafür sogar Gast-Professoren wie den bekannten österreichischen Maler Tone Fink. Später eröffnet ihnen der Verkauf ihrer Bilder neue Perspektiven auf ein selbstbestimmtes Leben in Würde. Heilende Medikamente stellt ihnen die indische Regierung  seit einigen Jahren kostenlos zur Verfügung.

„Intensive Lebenserfahrungen und positive Energien fließen in ihre Bilder ein. Ihre spontanen Arbeiten sind berührend und witzig zugleich. Die Einfachheit ihrer Ideen, die Benutzung des Raumes und der Textur sind mit innerer Schönheit verbunden“ (Kirthana, Apparao Gallery, Chennai) Werner Dornik engagiert sich auch für den Vertrieb der Bilder. Mehr als 60 Ausstellungen in Indien, Europa und den USA hat er schon kuratiert. In Gmunden waren die Artefakte aus der Leprakolonie vor sechs Jahren schon einmal in der Galerie 422 zu sehen.

Mehr: www.bindu-art.at

Eröffnung mit Film und indischem Tanz
Bürgermeister und Kulturreferent Mag. Stefan Krapf wir die Ausstellung am Mittwoch, 15. 11., um 19 Uhr in der VKB-Galerie eröffnen. Ferdinand Reisenbichler wird zu den Arbeiten sprechen. Man erlebt live klassischen indischen Tanz von Bhakti Devi und kann sich einen Acht-Minuten-Film über die Bindu Art School anschauen.

Fotos: Werner Dornik

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