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Nikolaus Lenauschule: Chance für Kinder die in anderen Schultypen auf der Strecke bleiben

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Die Geschichte von Stefan Rosenauer:
Als ich 1998 in die Nikolaus Lenauschule kam, war mir zu Beginn nicht bewusst, was so speziell an dieser Schule war. Erst im Laufe der Zeit begriff ich den Sinn dieses Schulversuchs, der unter dem Namen „inklusive Klassen“ lief. Hier werden Kinder mit Behinderungen gemeinsam mit Kindern ohne Beeinträchtigungen unterrichtet. Ich selber kam in diese Klasse, weil ich mir unter anderem aufgrund von ADHS beim Folgen des Unterrichts sehr schwer tat. Aber da meine damaligen Lehrerinnen eben für solch spezielle pädagogische Aufgaben geschult waren, bekam ich im Unterricht jene Unterstützung, die ich auch brauchte.

Jetzt ist es genau 20 Jahre her, dass ich meine schulische Laufbahn in dieser Einrichtung begann und ich kann zweifelsfrei sagen, dass ich ohne dieses besondere Schulmodell nicht dort sein würde, wo ich jetzt bin, nämlich an der Universität Linz, wo ich Rechtswissenschaften studiere. Da ich aus meiner eigenen Geschichte weiß, dass das Schulmodell einer inklusiven Klasse mehr als erfolgreich funktioniert, kann ich es nicht verstehen, warum dieses Modell einfach so beendet wird. Denn dies würde unweigerlich bedeuten, dass man Kindern, die sich mit manchen Aufgaben des täglichen Lebens nicht so leicht tun wie Gleichaltrige, die Chance nimmt, sich positiv zu entwickeln. Noch dazu trägt diese Art von Schule besonders dazu bei, dass Kinder mit Behinderungen nicht von der Gesellschaft abgestempelt werden, was wohl schlussendlich die wichtigste Aufgabe dieses Versuchs ist. Dieser Schulversuch sollte längst Regelschulbetrieb sein !

Stefan Rosenauer, GR Erich Auer

In den Regelschultypen werden Integrationsklassen installiert, aber für die individuelle Lernbetreuuung sind in diesen Schulen nicht die Stunden vorhanden die benötigt werden. Die Inklusionsklassen an sonderpädagogischen Einrichtungen wie in der Nikolaus Lenauschule Gmunden funktionieren sehr gut. Gerade Kinder mit Beeinträchtigungen oder Entwicklungsverzögerung lernen viel durch den gemeinsamen Unterricht mit Kindern ohne Beeinträchtigung und können dadurch optimal gefördert werden. Auch die Zeit für die individuelle Lernbetreuung ist hier gegeben. Die SPÖ Gmunden kann nicht verstehen wie ein, seit 26 Jahren bestehender, nachweislich erfolgreicher, Schulversuch nicht schon längst als Regelschultyp anerkannt wurde. Dies ist mit der Geschichte von Stefan Rosenauer eindrucksvoll bewiesen. Ihm wurde prophezeit mit seiner Beeinträchtigung niemals studieren zu können. Dank der guten Betreuung in der Nikolaus Lenau Schule wurde es ermöglicht, so ein empörter GR Erich Auer Mitglied in den Ausschüsssen für Schulangelegenheiten und Integration.

Foto: privat

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3 Kommentare

  1. Und heute schiebt man Kinder mit ADHS in andre Schulen ab,damit man es leichter hat!
    Hört auf mit der Selbstbeweihräucherung,liebe Nikolaus Lenauschule!!!!

    • Dieter Neumayr am

      Unsere jüngste hat auch ADHS geht das fünfte Jahr in die Lenau Schule, wir haben das 12te Jahr durchgehend ein Kind dort und von abschieben haben wir noch nichts bemerkt…

    • max hartmann am

      adhs gehört heute zum schulischen alltag! da muss schon mehr dahinter sein, dass diese schule einem kind nicht gerecht werden kann! adhs kinder brauchen halt auch zuhause ein verständnisvolles umfeld!

Kommentare