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Traunseebahn soll zur „autoBAHN“ werden

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Innovatives Forschungsprojekt auf der Traunseebahn
In Zusammenarbeit mit Partnern wie Siemens Österreich, AIT, der FH Oberösterreich und anderen finden auf der Traunseebahn im Rahmen des vom Klimafonds geförderten Forschungsprojektes „autoBAHN“ Testfahrten mit einem selbstfahrenden Zug statt. Ziel des Forschungsprojektes ist, in Zukunft die Tätigkeiten des Lokführers zu unterstützen oder übernehmen zu können und die dafür notwendige Steuerung und Sensorik zu entwickeln.

Eisenbahnen sind eines der sichersten Verkehrsmittel. Ein wesentlicher Faktor für den hohen Sicherheitsstandard ist dabei der Lokführer und sein vorausschauendes Erkennen und angemessenes Reagieren auf mögliche Gefahren.

Im Rahmen des Projektes wird seit einigen Jahren an der notwendigen Sensorik geforscht, um der menschlichen Wahrnehmungsfähigkeit weitgehend entsprechen und sie in manchen Aspekten auch ergänzen zu können.

Sensoren erstellen virtuelles Abbild der Strecke 
Durch viele verschiedene Sensoren wie Radar, LIDAR und Kameras werden Daten gewonnen und in ein virtuelles Abbild der Strecke und ihrer Umgebung überführt. Ein Computer wertet dieses Abbild sekundenschnell aus und bewertet Gegenstände, Fahrzeuge oder Personen. Erkennt der Computer aufgrund dieser Bewertung eine Gefahrensituation, erfolgen automatisch Warnsignale und das Einleiten einer Bremsung.

Ist die Strecke frei, fährt der Zug diese entsprechend dem strecken-spezifischen Geschwindigkeitsprofil selbstständig ohne Eingriffe von Menschen ab.

“Freie Strecke” als Herausforderung
Herausforderung bei dem Projekt „autoBAHN“ ist es, dass im Gegensatz zu bereits vorhandenen vollautomatischen U-Bahnen die Strecke im Freien verläuft. Damit ist ein effektives Verhindern von Eindringen von Objekten in den Fahrweg des Zuges auch durch Absperrungen nicht möglich.

Dies gilt vor allem in Bereichen von Bahnübergängen, Bahnsteigen oder ähnlichem, wo Personen in direkten Kontakt mit dem Zug kommen. Umso mehr Augenmerk muss auf die zuverlässige Arbeit der Sensorik gelegt werden.

Diese Hinderniserkennung muss jedoch auch bei Nebel, Schnee und Regen funktionieren und muss aber beispielsweise auch hochwachsendes Gras am Rand der Strecke nicht als Hindernis erkennen können.

In umfangreichen Messfahrten wurden bei verschiedenen Wetter- und Umgebungsbedingungen Daten zum Verfeinern der Sensorik gewonnen. Diese Daten wurden von den Projektbeteiligten genutzt, um entsprechende Algorithmen zu entwickeln.

Erste Testfahrten erfolgreich
Am 14.04.2018 wurden nun alle Systeme zusammengeschlossen und mehrere autonome Fahrten unter Aufsicht eines Lokführers zwischen Vorchdorf und Gmunden unternommen. Obwohl verschiedene Szenarien wie Personen oder Fahrzeug im Gleis bereits erfolgreich getestet wurden, sind jedoch noch einige Schritte notwendig, um an die Leistungen und intuitive Reaktion auf unvorhergesehene Situationen eines erfahrenen Lokführers heranzukommen.

Stern & Hafferl Verkehr ist stolz darauf, den seit Anbeginn der Unternehmenstätigkeit gelebten Innovationssinn und die langjährige Erfahrung im Bahnsektor in diesem Forschungsprojekt einzubringen.

Fotos: Stern & Hafferl

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