Spitzenreiter in Oberösterreich – LKH Gmunden implantiert am häufigsten Hüftprothesen
Gmunden: Bereits seit fünf Jahren werden Hüftgelenke minimalinvasiv implantiert. Diese schonende Methode ist für den Körper der – meist älteren – PatientInnen weniger belastend und bringt raschere Heilungsverläufe mit sich. Die ÄrztInnen der Abteilung für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie am Landes-Krankenhaus Gmunden haben mit dieser Operationsart besonders große Erfahrungen. Im vergangenen Jahr wurden über 400 sogenannte primäre minimalinvasive HTEP-Operationen durchgeführt.
In den letzten fünf Jahren ist am LKH Gmunden die minimalinvasive Hüftprothetik zum Standard geworden. „Weil bei dieser Methode die Muskulatur nicht mehr vom Hüftgelenk abgelöst werden muss, ist eine wesentlich raschere Mobilisierung der Operierten nach dem Eingriff möglich. Der Heilprozess wird beschleunigt“, sagt Dr. Karl Schellmann, Oberarzt an der Abteilung für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie am LKH Gmunden. Oberarzt Dr. Schellmann hat vor fünf Jahren diese Operationstechnik in Oberösterreich begonnen und war an deren Entwicklung beteiligt.
Mehr als 1000 solcher Hüftimplantationen waren es bis Anfang 2009. In den letzten zwei Jahren etablierte sich die Abteilung in Oberösterreich als diejenige mit den meisten primären HTEP-Operationen. „Dadurch hat unser Team die Kompetenz zur optimalen Versorgung von PatientInnen, die eine Hüftprothese brauchen“, sagt OA Dr. Schellmann.
Ganz ohne Muskel-, Nerv-, und Gefäßschädigung
Die Methode der minimalinvasiven Hüftprothetik ist für alle Patienten zur Hüftversorgung geeignet. Ausschlusskriterien wie Gewicht, Größe, Alter, Osteoporose oder anatomische Besonderheiten gibt es nicht. „Bei dieser Art der Hüftimplantation werden Muskulatur, Nerven und Gefäße lediglich auseinandergespreizt und nicht durchgetrennt. So kommt es zu einem wesentlich geringeren Blutverlust. Die Betroffenen haben auch weniger postoperative Schmerzen“, erklärt OA Dr. Schellmann. Die PatientInnen sind dadurch rascher wieder auf den Beinen. Die Rehabilitation verkürzt sich gegenüber herkömmlichen Hüftimplantationen. Eine schnellere Rückkehr in den Alltag und eine kürzere Zeit der Beeinträchtigung sind also weitere Vorteile dieser Operationstechnik.
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| OA Dr. Karl Schellmann mit einer Patientin nach einer Hüft-OP. |
Die künstlichen Hüftgelenke sind Standardimplantate aus Titan. „Bei diesen Prothesen beschleunigt eine spezielle Oberflächenstruktur und Beschichtung den Einheilungsprozess. Besonders bewährt haben sich Keramikgleitpaarungen, sie zeichnen sich durch ein besonders günstiges Abriebverhalten aus“, sagt der erfahrene Chirurg. Eine Hüftprothese sollte dadurch heutzutage eine Lebensdauer von über 30 Jahren erreichen. Eine Wechseloperation wegen Implantatverschleißes wird so weitgehend überflüssig.