Mit der geplanten Spitalsreform II sollen bis 2020 bis zu 362 Millionen Euro eingespart werden. Die sogenannte Reform sieht unter anderem oberösterreichweit den Abbau von 760 Spitalsbetten sowie die Schließung von insgesamt sieben Abteilungen in den heimischen Spitälern vor.
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| Rund 30 Demonstranten fanden sich zur Demo gegen die Spitalsreform II vor dem KH Gmunden ein |
Gleich nach Präsentation der Expertenpapiere zur neuen Spitalsreform II Ende März durchleuchtete salzi.at die Reform und die dadurch geplanten Reduktionen und strukturellen Veränderungen für die Salzkammergut Krankenhäusern Gmunden, Bad Ischl und Vöcklabruck. Dabei stoßen die Expertenpapiere bei den hiesigen Betroffenen, allen voran den behandelnden Ärzten und dem Pflegepersonal der Krankenhäuser auf Unverständnis und Betroffenheit.
So sieht die Spitalsreform II beispielsweise zukünftig vor, die Spitäler im Salzkammergut (Gmunden, Vöcklabruck und Bad Ischl) unter eine Leitung zu stellen. Dieses "Verbundkrankenhaus" würde für das Salzkammergut - allen voran für den Raum Gmunden - einen erheblichen Einschnitt in das regionale Gesundheitssystem bedeuten.
Alleine im Krankenhaus Gmunden soll der Bettenstand von aktuell 320 um 33 auf 287 Betten reduziert werden. Die geplante Umwandlung der Unfallambulanz in eine Tagesklinik mit den voraussichtlichen Öffnungszeiten von 8.00 bis 16.00 Uhr sowie die Streichung der Unfallchirurgischen Abteilung würde das unfallchirurgische Angebot in Gmunden verringern.Bei Unfällen nach 16.00 Uhr steht womöglich keine fachärztliche Betreuung in der Unfallchirurgie in Gmunden mehr zur Verfügung.
Druck von Oben
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| Lisa Wawra von der SLP organisierte die Demo in Gmunden |
salzi.at sprach mit Krankenhauspersonal über die strukturellen Veränderungen bei Umsetzung der geplanten Spitalsreform II. Das Krankenhauspersonal steht einer Reform prinzipiell positiv gegenüber, ist jedoch über diverse Maulkorberlässe verärgert. "Uns wurde auch schon mit Kündigung gedroht! Aufgelegte Unterschriftenlisten gegen die Reform mussten entfernt werden!", so eine Schwester, die aus Angst um Verlust ihres Arbeitsplatzes namentlich nicht genannt werden will.
Mehr als 16.500 Unterschriften
Mit Unterstützung der Grünen und einer privaten Bürgerinitiative wurden in Gmunden in den letzten Wochen mehr als 16.500 Unterschriften gegen den Abzug der Abteilungen Geburtshilfe und Unfallchirurgie gesammelt. "Die Unterschriften soll demnächst Landeshauptmann Josef Pühringer übergeben werden", kündigte der Grüne Gemeinderat Otto Kienesberger bei einer Pressekonferenz am Donnerstag an.
Spitalsreform II nimmt KH-Gmunden Geburtenhilfe
Man muss sich bei Umsetzung der Spitalsreform II im Klaren sein, dass es dann in Gmunden keine Geburtenhilfe mehr geben wird. Im Gegenzug soll das Gmundner Krankenhaus zur Akutgereatrie 15 gynäkologische Betten erhalten. Bereits im Jänner 2009 vermutete salzi.at nach dem plötzlichen Ableben des Gynäkologen OA Dr. Plieseis eine mögliche Schließung der Abteilung und der Fortbestand schien damals ungewiss.
Von Seiten der Gespag wurde zu den damals aufgeworfenen Fragen betreffend einer möglichen Schließung der gynäkologischen Abteilung auf die von der gespag und dem Eigentümervetreter LH Dr. Pühringer am 17. Oktober 2008 abgegebenen Bestandsgarantie für die Abteilung am LKH Gmunden verwiesen. Ob diese Bestandsgarantie schließlich durch die Spitalsreform II abgelöst wird, wird sich zeigen.
Demo gegen Spitalsreform II in Gmunden
"In Gmunden hatte LH Pühringer vor zwei Jahren noch hoch und heilig versprochen die Geburtenhilfe auf jeden Fall zu erhalten. Jetzt soll sie geschlossen werden und in Vöcklabruck, wohin die meisten Patientinnen dann ausweichen müssen! Zusätzlich soll noch die Unfallchirurgie in eine Tagesklinik umgewandelt werden, die nur von 8:00-16:00 Uhr geöffnet haben wird. Bei komplizierteren Verletzungen muss also ein längerer Weg in ein anderes Spital in Kauf genommen werden. Im Vordergrund der Spitalsreform stehen Strukturzerschlagungen, Qualitätsgefährdungen und Erschwernisse für Patienten und Dienstnehmer.", sagt Lisa Wawra von der Sozialistischen Linkspartei SLP und Organisatorin der Demo.
"Es gibt keinen Sparbedarf! Es ist genug Geld da, um das Gesundheitssystem genauso wie das Bildungssystem auszubauen. Zum Beispiel aus den Millionen an Steuergeld die derzeit in unsere Banken gesteckt werden, wovon wir herzlich wenig haben.", so Wawra weiter.
Demo am 1. Mai in Gmunden!
In ganz OÖ gibt es Widerstand gegen die Reformen. Allein in Gmunden wurden innerhalb kürzester Zeit über 16.500 Unterschriften gegen die Spitalsreform gesammelt. Die SLP (Sozialistische Linkspartei) Gmunden organisierte daher am 1. Mai gemeinsam mit Gegnern eine Demo in Gmunden. Rund 30 Demonstranten fanden sich Nachmittags vorm Krankenhaus in Gmunden ein und zogen schließlich vom Krankenhaus zum Rathausplatz zu einer Abschlusskundgebung.