Kurz vor dem Neumond am 01.07.2011 präsentierte sich vergangene Nacht der Sternenhimmel in seiner ganzen Pracht. Die Milchstraße, verschiedene Sternbilder unter anderem die Leier, Schwan, Jungfrau und der Planet Saturn konnten eindrucksvoll beobachtet werden. Gegen 22:30 Uhr zeigte sich sogar die Raumstation ISS über uns.

Leider wird dieser Anblick immer öfter getrübt. Für immer mehr Menschen bleibt der Blick zu den Ursprüngen der Erde verwehrt. Ursache ist die Aufhellung des Nachthimmels durch „künstliche Lichtquellen, deren Licht in der Atmosphäre gestreut wird“. So lautet die Definition für „Lichtverschmutzung“. Lichtverschmutzung beeinflusst nachtaktive Tiere in ihrer Orientierung und lässt sie z.B. an Lampen verenden. Ein Problem unserer modernen Gesellschaft, welches so immer mehr zu einer Bedrohung für die gesamte Natur wird und nicht nur unseren Geldbeutel belastet.


Fotos: Thomas Kurat/salzi.at
Auch der Mensch selbst wird in seinem Schlafrhythmus durch die teilweise helle Stadtbeleuchtung gestört. Man bedenke: Selbst ein beleuchteter Radiowecker im Schlafzimmer wirkt sich bereits negativ auf unsere Erholung aus. Die Beleuchtung von öffentlichen Straßen oder Plätzen ist sicherlich wünschenswert und notwendig, es kommt jedoch auf das richtige Maß und die sinnvolle Art und Weise der Aufhellung an. Die aufgewendeten Mittel – also das Geld für die benötigte Energie – sollten eingesetzt werden, um das gewünschte Objekt, z. B. den Verkehrsraum einer Straße, zu beleuchten und nicht zu einem großen Teil in den Nachthimmel entweichen. Ebenso bedenklich ist die zunehmende Beleuchtung im alpinen Raum.
So werden z.B. Gipfelkreuze die ganze Nacht hindurch erhellt. Einige Gemeinden, (z.B.: Mäder, Vorarlberg) darunter auch größere Städte (Langen, Höxter, Deutschland), haben bereits ihr Beleuchtungskonzept auf eine effiziente und somit auch im Betrieb günstigere Beleuchtung der öffentlichen Flächen umgestellt. Mein Appell an öffentliche Einrichtungen, Städte, Gemeinden, Kirchen, Tourismusbetriebe und Privatpersonen lautet: Bedenkt jetzt und in Zukunft die Beleuchtungssituation!
"Umweltfreundlichkeit hört nicht am Auspuff oder bei Dämmung auf, sondern auch nachts muss die Umwelt geschützt werden!", sagt Hagen Tolle von der Sternwarte Gmunden.