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Kultur
 
UNESCO adelt "Vögöfanga" - Salzkammergut Vogelfang in Liste 1 aufgenommen
Samstag, 13.03.2010 14:17 (GMT+2)

Salzkammergut Vogelfang in die 1. Liste des österreichischen Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen | Foto: privatIn der ersten Liste des österreichischen Immateriellen Kulturerbes der UNESCO wurde der Traditionelle Salzkammergut Vogelfang aufgenommen.

Letzten Donnerstag wurde in der spanischen Hofreitschule in Wien von der österreichischen UNESCO – Kommission die erste Liste des „immateriellen Kulturerbes in Österreich“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Ein Fachbeirat, bestehend aus Fachleuten, Vertretern der Bundesländer und der Ministerien, wählte 18 Formen von Wissen, Tradition und Brauchtum, um sie in die erste Liste erhaltenswertes Kulturgutes aufzunehmen. Der Beschluss erfolgte einstimmig.

Besonders stolz ist Alfred Riezinger, Obmann des Salzkammergutverbandes der Vogelfreunde, dass die uralte Tradition des Salzkammergut Vogelfanges in diese erste Liste aufgenommen wurde. "Für uns ist es eine besondere Ehre, unsere Tradition als jene anerkannt zu bekommen, was sie ist: ein großer Erfahrensschatz an Wissen um unsere heimische Vogelwelt, am verantwortungsvollen Umgang mit unseren gefiederten Freunden, an der Freude, die Schönheit der Vögel bei den Vogelausstellungen der Bevölkerung und vor allem der Jugend zu zeigen und am Erleben des Vögöfangabrauchs als Ganzes", so ein sichtlich erfreuter Alfred Riezinger.

Salzkammergut Vogelfang in die 1. Liste des österreichischen Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen | Foto: privatSalzkammergut Vogelfang in die 1. Liste des österreichischen Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen | Foto: Franz Killmeyer

Die Präsidentin der österreichischen UNESCO-Kommission, Eva Nowotny, betonte anlässlich der Pressekonferenz in Wien, dass die Liste "Keine Sammlung hochkultureller Meisterleistungen ist, sondern von Wissen, Traditionen und Brauchtum, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Die Vorschläge kommen aus der lokalen Bevölkerung selbst, für die das betreffende "immaterielle Kulturgut" eine identitätsstiftende Bedeutung hat".

Salzkammergut Vogelfang in die 1. Liste des österreichischen Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen | Foto: Franz KillmeyerSalzkammergut Vogelfang in die 1. Liste des österreichischen Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen | Foto: Franz Killmeyer

Weiters ist die Anerkennung nicht nur ein „hoher ideeller Wert, sondern auch eine Argumentationshilfe, wenn etwas wirklich bedroht ist, so Nowotny."  Die Leiterin der Nationalagentur für das Immaterielle Kulturerbe, Maria Walcher, welche durch die UNESCO-Initiative auch den "Kulturbegriff stark erweitert" sieht, ergänzte: "Gerade in einer technikgläubigen Zeit können wir auf lokales Erfahrungswissen nicht verzichten. Ziel ist nicht ein „Glassturzschutz“, welcher keine Veränderungen mehr zulässt, sondern der Erhalt einer lebendigen, veränderbaren und von der ausübenden Gemeinschaft gelebten Kultur".

Salzkammergut Vogelfang in die 1. Liste des österreichischen Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen | Foto: Florian BaarSalzkammergut Vogelfang in die 1. Liste des österreichischen Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen | Foto: Hörmandinger

Strenge Aufnahmekriterien
Der Antrag auf Aufnahme in die Liste der erhaltenswerten Kulturgüter wurde auch vom Verein "Immaterielles KulturErbe Salzkammergut, IKES" an die UNESCO gestellt. "Das Anerkennungsverfahren folgt sehr strengen Regeln und die Anträge müssen wissenschaftlichen Überprüfungen standhalten", so IKES-Obmann Ludwig Wiener gegenüber salzi.at. Neben der genauen Beschreibung des Kulturgutes ist ein Nachweis über die lückenlose Ausübung über mindestens drei Generationen vorzubringen.

Wichtig ist auch die Weitergabe des Kulturgutes an die jeweils nachkommenden Generationen, welche vorwiegend mündlich und die Erfahrungsweitergabe erfolgt. Beschrieben und Dokumentiert müssen weiters die Geschichte, der Wandel, die Entwicklung und die heutige Ausübung des Kulturgutes werden. Zu den Bewerbungen müssen mindestens 2 wissenschaftliche Gutachten über die Wichtigkeit der Erhaltung dieses Kulturgutes werden.

Den Salzkammergut Vogelfang beurteilten die Universitätsprofessoren Leander Petzold von der Universität Innsbruck, Gerlinde Haid von der Universität Wien und Franz Grieshofer vom Volkskundemuseum Wien. Der UNESCO – Fachbeirat holte zusätzlich eine Fachmeinung vom Zoologieinstitut der Universität Wien. "Wir hoffen, dass wir noch weitere wichtige lokale Kulturgüter aus dem Salzkammergut in die Kulturerbe – Liste einreichen können", freut sich Ludwig Wiener auf die kommenden Aufgaben des Vereins.

Zusammen mit dem traditionellen Vogelfang im Salzkammergut wurden noch folgende Kulturgüter in die nationale Liste aufgenommen:

  • Klassische Reitkunst und die hohe Schule der Spanischen Hofreitschule
  • Märchenerzählen
  • Slowenische Flur- und Hofnamen in Kärnten
  • Sternsingen im Villgratental
  • Bergfeuer Ehrwald
  • Bleiberger Knappenkultur
  • Fasnacht in Imst – Schemenlauf
  • Hundstoaranggeln
  • Verein für gegenseitige Hilfeleistung bei Brandfällen "Nebenleistung"
  • Vereinigte zu Tamsweg
  • Falknerei
  • Heilwissen der Pinzgauerinnen
  • Apothekeneigene Hausspezialitäten
  • Bodensee- Radhaube in Lamespitze
  • Burgenländischer Indigo- Handblaudruck
  • Ferlacher Büchsenmacher
  • Lesachtaler Brotherstellung

 www.vogelfreunde.eu /// www.ikes.eu /// www.unesco.at

Redaktion


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Kommentare:

Unesco
Der Redaktion bekannt Staudinger aus TraunkirchenSamstag, 13.03.2010 15:19

Irgendwo im Amazonasgebiet gibt es vielleicht noch Menschenfresser, wenn man sie findet sollten sie auch ins Weltkultuererbe aufgenommen werden.
Schwachsinniger gehts nimmer und für so einen Irrsin noch den Zusatz adelt verwenden ist unverständlich 


Unesco/Vogelfänger
Der Redaktion bekannt gerhardnister aus bad ausseeSamstag, 13.03.2010 15:32

Jetzt kenne ich mich nicht mehr aus!Zuerst paniert man unsere Vogelfänger fortlaufend(wie die Itaiener ihre Singvögerl)und dann werden sie von der UNESCO ausgezeichnet.
Das mit der Auszeichnung ist in Ordnung zumahl die Vogelfänger nicht unbeachtliche Geldsummen dafür verwenden,daß es den Piepmätzen an nichts fehlt.
Gerhard Nister. 


Das kann doch nicht wahr sein
Der Redaktion bekannt Wilfried Fischer-Ortner aus AltmünsterSamstag, 13.03.2010 18:30

Jeder intelligent denkende Mensch wird nicht verstehen, warum ein "Brauchtum", das nur Tiere quält, von der UNESCO ausgezeichnet wird. Entweder sind bei der UNESCO nur Tierquäler oder Menschen ohne Intellekt. Andere Möglichkeiten gibt es nicht um diese Blödheit zu verstehen.

 


Sagenhaft
Der Redaktion bekannt Faltl aus EbenseeSonntag, 14.03.2010 13:53

wie hier ein Fischer-Ortner jemanden die Intelligenz zu bzw. abspricht. So viel Arroganz muss man einmal haben. Aber diese Art von Tierschützern kennt man ja zur genüge. 


Unglaublich
Der Redaktion bekannt E. Franzmayr aus Innsbruck/TirolDienstag, 23.03.2010 09:48

Es ist erschütternd für mich zu lesen, daß man noch immer nicht begriffen hat, welche Qual das für ein freilebendes Geschöpf bedeutet, gefangen und in kleinste Käfige gesperrt zu werden. Llängst ist erwiesen, daß viele dieser Tiere den Stress nur sehr schwer oder gar nicht überleben.
Nach der sogenannten "Prämierung", die für einen in Freiheit geborenen Vogel nur Streß und Angst verursachen, verkümmern diese armseligen Geschöpfe in kleinen Käfigen, die teilweise nur ein Ausmaß von25 cm haben!
Einfach unglaublich und unverschämt!
Was würde ein Vogelfänger davon halten, in einen Käfig gesperrt und ausgestellt zu werden? Wie würde wohl da die sogenannte " Prämierung " ausfallen?
 



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