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Bad Ischler Dialog 2009 - Experten diskutieren Wege aus der Krise
Dienstag, 06.10.2009 11:09 (GMT+1)

Sozialpartner Konferenz von 4. bis 5. Oktober in Bad Ischl "Die Freude, dass der Wirtschaftsabschwung zu Ende ist, ist bescheiden, weil wir ziemlich hart aufgeschlagen sind", sagte Karl Pichelmann, Generaldirektor der EU-Finanzdirektion, im Rahmen der Sozialpartnerkonferenz in Bad Ischl am Dienstag.

Der Verlust durch den Abschwung entspreche zwei Arbeitsjahren. Auch jetzt sei kein steiler Wachstumspfad zu erwarten, sondern eine "Wellblechkonjunktur", also immer wieder kurze Phasen des Aufschwungs, auf die wieder solche des Abschwungs folgen würden.

Gerhard Hanappi von der TU Wien betonte die Wichtigkeit des Wachstums. "Die große Krise könnte erst kommen. Es wäre völlig falsch zu denken, wir wären durch die Talsohle durch", warnte Hanappi. Der Grund: Die Arbeitslosigkeit werde weiter steigen, und erst, sobald jemand im eigenen Haushalt betroffen sei, würden die Menschen beginnen, ihr Konsumverhalten zu ändern und zu sparen. "Die aktuelle Krise ist vorbei, wir sind am Boden angekommen, ein weiteres Abfallen ist nicht zu befürchten", meinte Henning Klodt vom Institut für Weltwirtschaft. Allerdings sei die Gefahr der nächsten Krise überhaupt nicht gebannt.

Michael Landesmann vom Wiener Institut für International Wirtschaftsvergleiche ging in seinem Statement auf die schlechte Arbeitsmarktlage ein. Eine Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkt gehe immer sehr schnell, eine Verbesserung immer nur schleppend. Erschwerend komme dazu, dass nun langsam eine Phase kommt, in der auch die Demografie stark wirkt. Hier muss, so Landesmann, migrationspolitisch gegengesteuert werden.

Vor zu großen Erwartungen was die Machbarkeit einer allumfassenden Finanzmarktaufsicht betrifft, warnte Karl-Heinz Paque von der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg unter Hinweis auf die zahlreichen verschiedenen Interessen der Nationalstaaten. Chancen für die Stärkung nationaler Aufsichtsbehörden seien aber vorhanden und müssten aber genutzt werden. Eine große Aufgabe sieht Paque in der Konsolidierung der öffentlichen Finanzen. Steuererhöhungen sind aus Sicht Paques der falsche Weg - die Konsolidierung sollte ausgabenseitig erfolgen.

Redaktion


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