Auch zwanzig Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer sind die Spuren des geteilten Deutschland in der Hauptstadt an Spree und Havel allgegenwärtig. Davon konnten sich rund 100 angehende Maturanten bei einer ausführlichen Stadtrundfahrt überzeugen, die am Beginn des Berlinbesuchs stand. Zwei Fremdenführer brachten nicht nur die nüchternen Hard Facts von Reichstag, Regierungsviertel oder Museumsinsel, sondern boten in vielfältiger Weise einen Einblick in menschliche Schicksale der Jahrzehnte lang geteilten Stadt und ihrer Entwicklung seit der Wende.


„East Side Gallery“ nennt sich das längste noch erhaltene Stück Mauer, das als dauerhaftes Mahnmal an die Geschichte zweier Deutscher Staaten erinnern soll, so wie das Jüdische Museum und das Holocaust Mahnmal Dokumente eines der dunkelsten Kapitel der europäischen Historie sind. „Ich war berührt vom Granatapfelbaum, auf dem man Wünsche aufhängen konnte – das hat sehr an die Klagemauer in Jerusalem erinnert“ meint Barbara nach dem Besuch des Jüdischen Museums mit seiner bizarren Architektur.
Auf der ITB konnten sich die angehenden Touristiker einen Eindruck vom der Position Österreichs in einem globalen Wettbewerbsfeld verschaffen, so hoch entwickelt unsere Tourismuswirtschaft auch ist, so sehr werben auch knapp 200 andere Länder mit Werten wie Kultur, intakter Natur oder Kulinarik. „Cool habe ich die Wiese hinter dem Österreichstand als Rastplatz gefunden“, erklärt Daniel begeistert – ganz im Sinne der heimischen Manager, die unser Land als Chance zum Entschleunigen, zum „Zu-sich-selber-finden“ anbieten wollen.

Fotos: TS-Reimair
Natürlich lassen sich junge Menschen schnell von exotischen Live-Auftritten oder bunten Werbegeschenken faszinieren, viele von ihnen nützen aber auch das breite Angebot des ITB-Kongresses der mit einem Social Responsibility Day, einem Hospitality Day und einem Aviation Day ein hochkarätiges Fortbildungsprogramm mit führenden Vertretern der weltweiten Touristik bot. Zahlreiche Pressekonferenzen, Round Table Gespräche oder Podiumsdiskussionen ließen fast schon einen Terminstress aufkommen, kaum einem Ischler konnte es gelingen, wirklich alle Anbieter zu besuchen.
Begeistert Berlin nicht auf den ersten Blick durch seine Architektur – vieles wurde im Krieg zerstört – so überzeugt die Stadt es dennoch mit außergewöhnlichen Stadtvierteln wie dem Potsdamer Platz, den Hackeschen Höfen oder dem multikulturellen Kreuzberg. Es wurde nicht nur das Einkaufsangebot von Kurfürstendamm und dem Kaufhaus des Westens (KDW) genützt, sondern auch die facettenreiche Kultur- und Kneipenszene erkundet.
„Wir fahren nächstes Jahr wieder mit“ ließen einige Teilnehmer bei der Rückkehr verlauten – was abzuwarten bleibt, denn vorerst steht ja doch der erfolgreiche Maturaabschluss auf dem Programm!