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Hallstatt: Persönlichkeitsrechte durch Ensembleschutz verletzt
Freitag, 26.03.2010 08:22 (GMT+2)

Denkmalschutz fordert Ensemlbeschutz - Hallstatt wehrt sich | Foto: salzi.at Salzkammergut ZeitungGroß war am Donnerstagabend das Interesse aller Hallstätter bei der Bürgerversammlung gegen die Pläne und regelrechte Bevormundung des Bundesdenkmalamtes (BDA). Mehr als 350 Hallstätter haben sich im Kulturhaus getroffen, um mit Bürgermeister Alexander Scheutz, Bürgermeister Egon Höll (Gemeinde Obertraun) und Bürgermeister Peter Ellmer (Gemeinde Bad Goisern) zu diskutieren. Als Vertretung von Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer kam LAbg. Josef Steinkogler.

Das Bundesdenkmalamt beabsichtigt in naher Zukunft durch den sogenannten Ensembleschutz den Ortsteil Markt (Gebiet zwischen Tunnelröhre Nord und Süd) sowie in weiterer Folge die Ortsteile Lahn und Salzberg unter Denkmalschutz zu stellen. Gesamt sieht das Bundesdenkmalamt vor, mehr als 150 Häuser in Hallstatt unter Denkmalschutz zu stellen.

Bürgerversammlung ohne Bundesdenkmalamt
Die Gemeinde Hallstatt hat extra für das Bundesdenkmalamt einen Termin für ein gemeinsames Gespräch vereinbart, an dem im Rahmen der Bürgerversammlung Klartext gesprochen hätte werden sollen. Das ganze war jedoch ohne der Rechnung des BDA. Die hätte auf Nachfrage das Gespräch im kleinen Rahmen gewünscht. Dr. Barbara Neubauer, Präsidentin des BDA schrieb in einem Brief an Bürgermeister Alexander Scheutz, dass es nicht ihre Art sei vor so großem Publikum dieses Thema abzuwickeln. Ein Termin für Anfang Mai sei seitens des BDA mit der Gemeindevertretung anberaumt.

Es war wie eine Vergewaltigung
"Erst durch einen konkreten Fall einer Bewohnerin habe ich mitbekommen, wie diese Bundesbehörde mit uns um geht. Ich habe es am eigenen Leibe miterlebt", berichtet Scheutz, "Beamte würden ohne Erlaubnis in die Häuser gehen, alles Fotografieren und Dokumentieren. Sogar ins Schlafzimmer einer Hallstätterin sind sie ohne zu fragen gegangen, in dem ihr kranker Gatte schlief. Es war wie eine Vergewaltigung!"

Hallstatt: Persönlichkeitsrechte durch Ensemlbeschutz verletzt
Bis auf den letzten Platz war das Kulturhaus bei der Bürgerveranstaltung gefüllt - mehr als 350 Interessenten kamen

"Um eine Rechtsberatung werden wir nicht herum kommen!", sagt Scheutz und hat sich daher den Spezialisten Dr. Michael Schneditz-Bolfras aus Gmunden ins Boot geholt. "Wir können es nicht darauf ankommen lassen, es muss bereits im Vorfeld zurückgewiesen werden, denn wenn das Verfahren einmal läuft, dann ist es sicherlich schon zu spät!" Dr. Michael Schneditz-Bolfras ist Rechtsanwalt aber auch Gemeinderat sowie im Bauausschuss in Gmunden.

Bürgerinitiative "Denkmalschutz - Nein Danke!"
Sofort nach bekanntwerden der Pläne des BDA hat sich in Hallstatt eine große Bürgerinitiative mit Peter Frühauf an der Spitze geformt, die diese Eingriffe ins Privatrecht aufs schärfste verhindern möchte. Mittlerweile konnten über 700 Unterschriften gesammelt werden. Sogar das Web 2.0 wird hierfür herangezogen. Im Sozialnetzwerk Facebook haben sich sogar schon mehr als 980 "Fans" gegen die Pläne BDA ausgesprochen.

Hallstatt: Persönlichkeitsrechte durch Ensemlbeschutz verletztBürgerbefragung

Marktgemeinde Hallstatt lehnt Vorhaben des Bundesdenkmalamtes ab
Die Marktgemeinde Hallstatt lehnt das Vorhaben des BDA entschieden ab, weil die Gemeinde es als völlig überzogen betrachtet den gesamten Ort Hallstatt unter Denkmalschutz zu stellen und es nicht zulassen wird, dass Bewohner von einer Bundesbehörde (BDA) enteignet, bevormundet und in ihren Persönlichkeitsrechten beschnitten werden.


AltbürgermeisterBGM Bad Goisern

Lassen uns nicht von Wien, Linz oder Paris aus dirigieren
Hallstatt ist in Jahrtausenden historisch und ohne Zutun des Bundesdenkmalamtes gewachsen. Die vorherrschenden Instrumentarien, wie die OÖ Naturschutzbehörde, sowie die Oö. Bauordnung reichten bisher aus und werden auch in Zukunft vollkommen ausreichen, um die Häuser von Hallstatt zu erhalten und zu schützen wie sie sind - war der einheitliche Konsens der Veranstaltung im Kulturhaus im Herzen von Hallstatt.

Redaktion


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Kommentare:

Gegenmeinung
Der Redaktion bekannt Hans Mayr aus EbenseeSonntag, 28.03.2010 11:33

Auch wenn es gegen die Mehrheitsmeinung ist, muss es doch einmal gesagt werden: Der Ensembleschutz für den Hallstätter Ortskern ist völlig richtig.
Wer anderes glaubt, soll einmal über die Hallstätter Seestraße schlendern und dabei einen Blick auf die Dutzenden Bausünden werfen, die da in den letzten Jahrzehnten begangen wurden. Das beginnt gleich am Anfang der Seestraße und endet im Ortskern. Es ist einfach unglaublich, was da alles genehmigt wurde - von der Gemeinde als Baubehörde! Und jetzt erklärt der Bürgermeister (der es ja gut meinen mag) dass er der richtige Entscheider wäre? Lächerlich! Noch ein paar Jahrzehnte Architektur á la Gemeinderat Hallstatt und der Ortskern ist unwiederbringlich verloren!  


Bausünden vor allem von Wien
Der Redaktion bekannt Didi aus HallstattDienstag, 30.03.2010 03:04

Lieber Hans,
wenn Du von Bausünden am Anfang der Seestraße sprichst dann meinst Du sicher die Leichenhalle die als "arichtektonisches Kunstwerk" bei der Bundesfachschule für Holzverarbeitung gebaut wurde. Ja das ist eine Bausünde und sie stammt vom Bundesministerium für Unt und Kunst und fällt nicht unter die Gemeindebauordnung. Solche eklatanten Bausünden hat das selbe Bundesministerium zu verantworten, dem auch dieses komische Denkmalschutzamt untersteht. Nein Danke zu solchen Einflüssen der übergscheiten Wiener !
 


Wenn Aussenstehende Posten,....
Der Redaktion bekannt Hans Lipp aus HallstattDienstag, 30.03.2010 11:31

Hallstatt ist ein Lebensraum, Hallstatt hat sich entwickelt und muss sich auch weiterhin entwickeln können, damit es der Nachwelt als lebendiger Ort erhalten werden kann. Maßnahmen des Denkmalamtes sind hier entbehrlich. "Unsere Schandbauten" sind jene, die der Bund und das Land gebaut haben. Wir brauchen kein Denkmalamt im Grundbau, damit wir wissen, wie wir unseren Ort gestalten müssen. Außerdem sehe ich ein massives Problem darin, dass künftige Bestimmungen der Gewerbeordnung, der Brandschutzverordnung, der Bauordnung, des Naturschutzes, der Energieeffizienz und im allegemeinen die Bedürfnisse der hier lebenenden Menschen nicht mit dem Ensembleschutz und des Denkmalschutzes vereinbar sind. Die Politik ist gefragt "ihre Beamten zurückzupfeifen" und zur Besonnenheit aufzurufen ansonsten mutiert Hallstatt zu "Großgmain" Eines sollte hier auch noch erwähnt werden. Hallstatt ist deshalb in die Liste der UNESCO aufgenommen worden, weil es seit 7000 Jahren nachweislich entwickelter Lebensraum ist. Die Beabsichtigung kann nicht im Interesse der UNESCO in Paris sein.

Außerdem wäre es sehr dienlich, wenn sich Leute mit der Thematik von mehreren Seiten her beschäftigen, als nur Ihre einseitigen Kommentare aus Unwissenheit hinausposaunen.

Denkmalschutz für Hallstatt - NEIN Danke!
Hallstatt Lebt - auch ohne BDA 


..es ist okay
Der Redaktion bekannt Max F. aus LaakirchenMontag, 05.04.2010 23:00

....ich finde den Denkmalschutz in Hallstatt ganz gut und eigentlich richitg.

Ich habe einiges über den Denkmalschutz gelernt ( HTBL KREMS) und bin total dafür.
Muss zwar sagen dass das BDA sehr viel blödsinn treib und zum Teil überhaupt keine Ahnung hat, aber im Grunde ist es ein sehr wichtiger Schutz für den wunderbaren Ort Hallstatt..und wer weiß was sonst aus dem schönsten Ort Salzkammerguts geworden wäre....

Grüße

Max F. 



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