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300 Einsatzkräfte beübten Großschadensereignis bei Abfallentsorgung
Sonntag, 26.06.2011 09:29 (GMT+1)

Nachdem am 13. April 2010 am späten Nachmittag in einer Abfallentsorgungshalle der Pinsdorfer Höllergruppe (vormals Vorwagner) chemischer Abfall reagierte und Mitarbeiter sowie beim anschließenden Großeinsatz Feuerwehrmänner verletzt wurden, wurde von Seiten der Bezirkshauptmannschaft, der Feuerwehren, des Roten Kreuzes und des Krankenhauses ein Sonderalarmplan ausgearbeitet.

Insgesamt wurden bei diesem Chemieunfall im vergangenen Jahr 19 Personen verletzt, mehr als 110 Einsatzkräfte von Rotem Kreuz, Feuerwehr, Polizei und der Bezirkshauptmannschaft standen damals bis in die Abendstunden im Einsatz.

Unfälle passieren und können nicht vorhergesagt werden. Jedoch kann man durch ausreichender Schulung von Mitarbeitern und Einsatzorganisationen Unfälle vermeiden und mögliche Schäden schon im Vorfeld gering halten. Das Schadensereignis im April 2010 war daher Grund einer Neuausarbeitung eines Sonderalarmplanes, welcher am 25. Juni nach einer mehr als einjährigen Ausarbeitung eines Einsatzstabes erfolgreich beübt wurde.


Fotos: Heimo Hamminger

Höchste Alarmstufe ausgerufen
Sofort nachdem der Notruf in den Einsatzzentralen einging, dass bei der Vorwagner Kreislaufwirtschaft GmbH & CoKG. in Sternberg 15 ein mit Stückgut beladener LKW Feuer fing, wurde der Sonderalarmplan Schritt für Schritt umgesetzt.

Ausgegangen wurde, dass ein mit Fässern voll beladener LKW beim Entladen Feuer fing, welches rasant auf das Zwischenlager und das Bürogebäude übergriff. Dabei wurden mehrere Firmenmitarbeiter schwer verletzt und durch das Gefahrengut mit Chemikalien kontaminiert. Die ersten Einsatzkräfte erkundeten die Lage, richteten einen Sicherheitsabstand ein und führten erste Löschangriffe durch. Mit Schutzanzügen der höchsten Schutzstufe 3 führten eine Lageerkundung durch, sicherten und analysierten das Gefahrengut.

Schutzzone durch Einsatzleitung eingerichtet
Rund um die Abfallentsorgungshalle wurde von der Feuerwehr eine großräumige Schutzzone eingerichtet. Die Bevölkerung von Wiesen wurde angehalten, die Fenster zu schließen und den Sicherheitssperrbereich nicht zu betreten.

Parallel dazu rollte ein Großaufgebot an Sanitätern und Notärzten zum Großschadensereignis. Nach einer Lageerkundung durch den Einsatzleiter Rot Kreuz wurde sofort ausserhalb der Sperrzone ein Verletztenablageplatz mit Dekontaminationseinheiten des Roten Kreuzes und des Bundesheeres eingerichtet. Notärzte versorgten die mehr als 17 Verletzten, die mit 9 Sanitätseinsatzwagen in die entsprechenden Krankenhäuser gebracht wurden.

Bevölkerung wurde evakuiert - Bezirkssporthalle wurde zur Notunterkunft
Aufgrund des erhöhten Gefahrenpotentials wurde von der Feuerwehr in Zusammenarbeit mit der Polizei die Bevölkerung von Wiesen evakuiert. Über Lautsprecher und des Zivilschutzalarmes wurden die Anrainer angehalten, ihre Häuser zu verlassen. Mehr als 70 Anrainer erprobten auch dies und folgten dem Aufruf, das Notquartier in der Bezirkssporthalle zu beziehen. Dort wurde von einer Dekontaminationseinheit des Roten Kreuzes ein Notquartier mit Registrierung errichtet sowie eine Dekontamination aufgebaut.

Mehr als 300 Einsatzkräfte im Übungseinsatz
Insgesamt standen mehr als 182 Feuerwehrmänner aus 17 Feuerwehren im Großeinsatz. Darunter auch das Gefahrengutfahrzeug der Feuerwehr Pettenbach (in Vertretung der Feuerwehr Puchheim) sowie die Berufsfeuerwehr Linz in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Ebelsberg mit dem Dekontaminationszug. Mehr als 105 Rot Kreuz Mitarbeiter bauten mit 10 Bundesheersoldaten aus Salzburg zwei Dekontaminationseinheiten auf, versorgten vor Ort die Verletzten und teilten diese auf die umliegenden Krankenhäuser auf. Die Polizei stand mit 4 Mann im Einsatz und nahm das Schadensereignis penibel auf und führte sofort erste Ermittlungen.

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Fotos: Hamminger/salzi.at


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