In der Gemeinderatssitzung vom 8.6.2010 stellte Gemeinderat Dr. Raimund Bahr von der BürgerListe St. Wolfgang im Salzkammergut (OÖ) den Antrag, die Doktor-Promenade (ehemalige Dr. Fanz Xaver Rais Promenade) in Margit Bachler-Rix Promenade umzubenennen. Der Vorschlag wurde nicht unbedacht vom Historiker Dr. Raimund Bahr eingebracht, da eine Umbenennung nach Margit Bachler-Rix – sie war Halbjüdin und eine der wichtigsten Kulturberichterstatterinnen der Nachkriegszeit - ein wichtiges Signal in einer verrohenden politischen Kultur gewesen wäre. Margit Bachler-Rix stammte ursprünglich aus Hamburg. Ihr Vater war Chemiker und ihr Ehemann der steirische Skispringer Reinhold Bachler. Im Jahr 2009, ein Jahr nach ihrem Tod, erschien eine Biographie zu Margit Bachler-Rix, die ihr Leben, ihr Verhältnis zu St. Wolfgang und ihr Werk dokumentiert.
In der im Gemeinderat kontroversiell geführten Diskussion, setzte sich Roland Wallner [ÖVP] vehement für den Erhalt des Namens Doktorpromenade ein. Roland Wallner sagte dazu bei der Gemeinderatssitzung vom 8.6.2010 folgendes: „ ... Ich wäre schwerst dagegen, wenn man die Doktor-Promenade, für mich ist das nach wie vor die Dr. Rais-Promenade, umbenennen würde. Ich kann behaupten, mein Großvater, der in den 1930erJahren praktisch in der Verantwortung war, war kein Nazi. Mein Vater war bei der Hitlerjugend, wie die meisten in dem Alter waren, meine Mutter war beim BDM, die aber 1943 unter schweren Umständen aus dem Verein ausgetreten ist, nur im Vorfeld. Sie hat nachher sehr gute Beziehungen zu jüdischen Personen gehabt, freundschaftliche Beziehung zu Hilde Spiel, gutes Verhältnis zum Leo Berutz, ....und wie sie alle geheißen haben. Jeder der mich kennt, kennt auch mein distanziertes Verhältnis zu den damaligen Machthabern. Es hat im deutschsprachigen Raum, auch Holland, sehr viele Nazis, sehr viele Parteimitglieder gegeben, Millionen wahrscheinlich, aber es waren nicht alle Millionen Unmenschen. Ich würde jeden Wolfganger bitten (der da herinnen sitzt), seine Eltern oder seine Großeltern zu befragen, was die vom Dr. Rais gehalten haben, was das für ein Mensch war, was der wirklich für die St. Wolfganger geleistet hat. (Er war ja nicht lange Bürgermeister, er ist ja erst Bürgermeister geworden, wie der Herr Hödlmoser abgesetzt worden ist....) Tatsache ist, er war wirklich bei der Partei, aber Tatsache ist auch, dass er für die Menschen von St. Wolfgang Großartiges geleistet hat, dass ich es im nachhinein schade finde, dass die Promenade nicht mehr Dr Rais Promenade sondern nur mehr Doktor-Promenade heißt. Und ich würde mich, werde mich sehr dagegen wehren, dass wenigstens das Andenken Doktor an den Menschen Rais verloren geht. Ich würde mich dagegen verwehren, dass man das Andenken an Dr. Rais aufgibt.“
Der „Mann, der so Großartiges für die Menschen von St. Wolfgang geleistet hat“ war Franz Xaver Rais, Gemeindearzt in St. Wolfgang und aktives Mitglied der NSDAP. Informationen dazu findet man im Internet, unter anderem von den beiden Linzer Historikern Rudolf Kropf und Reinhard Kannonier, die dazu eindeutig feststellen: "Dr. Rais trat bereits sehr früh der NSDAP bei. Er bekleidete während des NS-Regimes hohe lokale Funktionen und brachte durch gezielte Denunziation Frau Peter in größte Lebensgefahr. Wir teilen daher die Auffassung, [...] wonach eine Umbenennung der Dr. Franz-Xaver-Rais-Promenade [...] ein wichtiges Signal in Richtung der demokratischen Traditionen Österreichs wäre." Erst auf politischen Druck wurde im März 2006 eine Umbenennung der ehemaligen „Dr. Franz Xaver Rais Promenade“ im Gemeinderat beschlossen. Schweren Herzens wie aus der Berichterstattung dazu zu erfahren ist. Mit dem Vorschlag den Straßennamen, der an einen Nationalsozialisten, durch einen, der an eine Halbjüdin erinnert, zu ersetzen, wurde anscheinend eine alte Wunde mancher Wolfganger aufgerissen. Die SPÖ-Fraktion schloss sich der Meinung von Roland Wallner an und stimmte ebenfalls gegen die Umbenennung.
Kulturreferent Arno Perfaller ließ verlauten, es wäre eigentlich noch zu früh, sich mit einer Straßenbenennung nach Margit Bachler-Rix zu beschäftigen, da noch kein Urteil über ihre Person gefällt werden kann. Dahinter steckt ein seltsame Logik, wie Gemeinderat Dr. Raimund Bahr feststellte: „Wir wollen sie nicht heilig sprechen, sondern nur ihr Leben und Werk würdigen.“
Die Frage eines Alternativvorschlages wurde an den Kulturausschuss verwiesen. Gemeinderat Dr. Raimund Bahr zeigte sich erstaunt über die Art und Weise wie in St. Wolfgang die Diskussion zum Thema Nationalsozialismus - 65 Jahre nach Kriegsende und zwanzig Jahre nach Waldheim - geführt wurde.