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Internationale Akademie Traunkirchen kommt
Freitag, 03.07.2009 15:36 (GMT+1)

Forschung von Weltrang in Oberösterreich
Die Feststellung "Wissen schafft Arbeit" gilt in Zeiten der Wirtschaftskrise für den Wissenschafts- und Forschungsstandort Österreich mehr denn je. Deshalb hat das Land Oberösterreich in enger Zusammenarbeit mit einem der besten Wissenschafter Österreichs, Univ.-Prof. Dr. Anton Zeilinger, und der Gemeinde Traunkirchen das Projekt "Internationale Akademie Traunkirchen" in Angriff genommen, um einerseits Forschung von Weltrang in Österreich zu fördern und andererseits den wissenschaftlichen Nachwuchs zu unterstützen.


Landesamtsdirektor Dr.Eduard Pesendorfer, Univ.-Prof. Dr. Anton Zeilinger, Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, Bürgermeister Ing. Peter Aschenbrenner (Foto: Land OÖ / Pichler)

Die Internationale Akademie Traunkirchen
Mit der Internationalen Akademie Traunkirchen, bei der die Entwicklung der Künste berücksichtigt wird, soll in den historischen Räumen des ehemaligen Klosters Traunkirchen bedeutenden Wissenschafter/innen und Künstler/innen die Gelegenheit geboten werden, als "Resident Fellows" wissenschaftliche Themen zu bearbeiten. Daneben sollen im Rahmen einer Sommerakademie hochbegabte Studierende die Möglichkeit haben, mit Spitzenwissenschafter im offenen Dialog aktuellste Themen zu diskutieren. Abgerundet wird das Angebot der "Internationalen Akademie Traunkirchen" mit öffentlichen Vorträgen und Seminaren bzw. Workshops zu wissenschaftlichen Spezialthemen.

Um die Förderung der Exzellenz und somit eine nachhaltige Unterstützung für den Wissenschafts- und Forschungsstandort Oberösterreich zu erreichen, wurde ein Verein gegründet, dem neben dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung das Land Oberösterreich und die Gemeinde Traunkirchen sowie oberösterreichische Leitbetriebe angehören sollen.

Das Konzept der Internationalen Akademie Traunkirchen im Detail
Nach der Gründung des Vereines im Frühjahr 2009 unter Leitung des aus Oberösterreich stammenden Quantenphysikers Univ.-Prof. Dr. Anton Zeilinger werden neben institutionellen Förderern auch oberösterreichische Leitbetriebe eingeladen, dem Kreis der Mitglieder des Vereines "Internationale Akademie Traunkirchen" anzugehören.

Die Akademie umfasst folgende Komponenten:

Sommerakademie
Hochbegabte Studenten treffen zwei bis vier Mal pro Jahr für jeweils ein bis zwei Wochen mit Spitzenwissenschafter/innen zusammen, um im offenen Dialog aktuellste Themen zu diskutieren. Die Teilnehmer werden durch Ausschreibung, die Themen durch einen international besetzen Beirat ausgewählt.

Öffentliche Vorträge
Die zur Sommerakademie oder den anderen Veranstaltungen anreisenden Wissenschafter/innen halten öffentliche Vorträge zu aktuellen wissenschaftlichen Themen.

Resident Fellows
Herausragenden Wissenschafter/innen wird in den historischen Räumlichkeiten des ehemaligen Klosters ganzjährig für eine Woche bis drei Monate die Gelegenheit geboten, ihrer Forschung nachzugehen und ein wissenschaftliches Thema konzentriert zu bearbeiten. Die öffentliche Ausschreibung sowie die Nominierung erfolgt durch die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirates.

Seminare und Workshops zu wissenschaftlichen Spezialthemen
Zu diesem Zweck stehen die adaptierten Räumlichkeiten der Internationalen Akademie Traunkirchen für wissenschaftliche Veranstaltungen zur Verfügung. Die Ausschreibung und Bewerbung erfolgt zweimal jährlich, die Auswahl erfolgt durch den wissenschaftlichen Beirat.

Durch die interdisziplinären Diskussionsrunden und die regelmäßigen Veranstaltungen mit internationalen Wissenschafter/innen können hochbegabte junge Menschen, insbesondere aus Oberösterreich, entsprechend motiviert und gefördert werden.

Zur Vereinsstruktur
Die Organe des Vereines, dessen Sitz in Traunkirchen ist, sind das Präsidium, der Geschäftsführer, die Generalversammlung und ein wissenschaftlicher Beirat:

Präsidium
Präsident des Vereines "Internationale Akademie Traunkirchen" ist der österreichische Quantenphysiker Univ.-Prof. Dr. Anton Zeilinger, dem zur Unterstützung der Geschäfte ein Geschäftsführer zur Seite gestellt werden kann.

Generalversammlung
Die Generalversammlung wird aus allen Mitgliedern bestehen. Geplant sind neben institutionellen Förderern (Bund, Land, Gemeinde) auch oberösterreichische Leitbetriebe, denen die Förderung der Exzellenz am Standort Oberösterreich ein besonderes Anliegen ist.

Wissenschaftlicher Beirat
Der wissenschaftliche Beirat setzt sich aus Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kunst und Wirtschaft sowie internationalen Forscherinnen und Forschern zusammen, darunter bis dato:
• Prof. Dr. Bernard Andreae, Klassische Archäologie, Deutsche Archäologisches Institut Rom
• Prof. Dr. Gerhard Casper, Rechtswissenschaften, Altpräsident, Stanford University USA
• Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Albert Eschenmoser, Chemie, ETH Zürich
• Univ.-Prof. Dr. Markus Hengstschläger, Medizinische Genetik, Medizinische Universität Wien
• Univ.-Prof. Dr. DDr. h.c. Elisabeth Lichtenberger, Geographie, Raumforschung und Raumordnung, Stadt- und Regionalforschung, Österreichische Akademie der Wissenschaften Wien
• Prof. Dr. Peter Palese, Immunologie,Department of Medicine, Mount Sinai School of Medicine New York
• Dr. Josef Penninger, Scientific Director, IMBA, Institute for Molcular Biotechnology, Österreichische Akademie der Wissenschaften Wien
• Dr. Johanna Rachinger, Generaldirektorin, Österreichische Nationalbibliothek Wien
• Univ.-Prof. Dr. Roman Sandgruber, Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Johannes-Kepler Universität Linz
• Prof. Dr. Peter Weibel, Mathematik und Medienkunst, Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe
• Univ.-Prof. Dr. DDr.h.c. Anton Zeilinger, Quantenphysik, Institut für Quantenoptik und Quanteninformation, Österr. Akademie der Wissenschaften und Universität Wien

Die räumliche Situation
Folgende Raumsituation wird durch Umbau und Adaptierung des ehemaligen Klosters Traunkirchen für den Betrieb geschaffen:

Die oberen Stockwerke des Klosters werden erstmals mit einem Lift zugänglich gemacht und die Räumlichkeiten, die für den Betrieb der Akademie genutzt werden, generell behindertengerecht gestaltet. Durch diese wichtige Neuerung sind im gesamten zweiten Obergeschoß sowie in einem Teil des ersten Stockes Umbauten notwendig.

Im ersten Stock wird ein bisher unbenutzter Bereich vor dem Stifter-Saal neu erschlossen und dadurch ein zweiter, bereits bestehender Zugang zum Stifter-Saal über den neuen Aufzug ermöglicht.

Im zweiten Obergeschoß werden neben mehrere Arbeitsplätze für wissenschaftliche Forschungen Räumlichkeiten für die Administration und für Besprechungen geschaffen. Weiters werden der Sozialbereich, das Foyer bzw. der Lesebereich und der Computer- und Internetraum zeitgemäß umgebaut und gestaltet. Überdies werden in beiden Geschoßen neue, behindertengerechte Sanitäreinrichtungen errichtet.

Die Internationale Akademie kann somit für ihren Betrieb eine Gesamtfläche von rund 320 m2 nutzen.

Die Kosten
Die Kosten für den laufenden Betrieb pro Jahr (Personalkosten, Betriebskosten, Honorare sowie Veranstaltungen) in der Höhe von rund 75.000 Euro und die Kosten für den Akademiebetrieb in der Höhe von rund 75.000 Euro werden über das Wissenschaftsförderungsbudget des Landes Oberösterreich sowie Bundesmittel (angestrebt)  und Sponsorenleistungen gedeckt werden.

Der Umbau und die Adaptierung der Räumlichkeiten für die Nutzung sowie die Ersteinrichtung werden vom Land Oberösterreich einmalig mit einem Betrag von 700.000 Euro unterstützt.

Die Gemeinde Traunkirchen, die Eigentümer des ehemaligen Klosters ist, stellt der Akademie die Räumlichkeiten für den Betrieb der "Internationalen Akademie Traunkirchen" zur Verfügung.

Der Zeitplan
Seit Juni 2009 sind die Umbauarbeiten am Kloster Traunkirchen  im Gange.

Kick off am 13. August 2009
Unter dem Thema "Die Zeit und ihre Pulsschläge" wird bei der Kick-Off-Veranstaltung am 13. August 2009 interdisziplinär von den Wissenschaftern Roman Sandgruber (Wirtschafts- und Sozialgeschichte), Peter Weibel (Medienkunst, Mathematiker), Anton Zeilinger (Physik), Heinz Oberhummer (Kosmologie) und Christoph Ransmayer (Schriftsteller) in Traunkirchen behandelt.

Im Frühjahr 2010 erfolgt der Start der Seminare und der Workshops.

Redaktion


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