Bürgerinitiative "110-kV-ade" sieht Energie AG Ausschreibung als Affront
Montag, 20.06.2011 10:55 (GMT+1)

"Gittermasten und Leiterseile für die nach wie vor umstrittene Freileitung Kirchdorf - Vorchdorf sind bereits EU-weit ausgeschrieben. Eine Baubewilligung hat die Energie AG allerdings noch nicht. Die Initiative "110 kV ade!" betrachtet dieses Vorgehen als psychologische Kriegsführung gegenüber den Betroffenen und als Missachtung des Bewilligungsverfahrens.", so Michael Praschma von der Bürgerinitiative 110 kV ade! in einer Aussendung.
Die Energie AG Netz holt derzeit Angebote für "ca. 140.000 m Leiterseil" und "ca. 100 Stück Stahlgittermaste" für die als Freileitung zur Bewilligung eingereichte Stromtrasse durch das Alm- und Kremstal ein. Die EU-weite Ausschreibung steht zwar ausdrücklich unter dem Vorbehalt der Erteilung aller erforderlichen Bescheide. Empörung ruft dieser Schritt des Netzbetreibers dennoch bei den Betroffenen wach.
Diese hatten zuletzt in fünf ganztägigen Behördenverhandlungen ihre Einwendungen vorgebracht und in harten Diskussionen immer wieder statt der Freileitung ein Erdkabel gefordert. "Diese Familien, aber auch unzählige Anrainer leben in völliger Ungewissheit, wie das Verfahren ausgehen wird und ob sie für den Rest ihres Lebens an einer Hochspannungsleitung leben müssen", schildert Initiativensprecher Michael Praschma die Situation. "Die Energie AG will ihnen jetzt offensichtlich demonstrieren, dass ihr ganzes Engagement seit über einem Jahr für die Katz war." Eine sachliche Notwendigkeit, bereits jetzt Angebote einzuholen, gebe es auch nach den vorliegenden Informationen der Energie AG nicht: Frühestens in sechs Jahren müssse eventuell das Stromnetz aufgerüstet werden.
Ausschreibung entspricht Präqualifikationsverfahren Michael Frostl, Pressesprecher der Energie AG im salzi.at Gespräch: "Dies ist ein Präqualifikationsverfahren im Rahmen des Bundesvergabegesetzes. Vorerst wird lediglich eruiert, welche Firmen im Falle einer Umsetzung des Bauvorhabens auch liefern können und den Anforderungen entsprechen. Das ganze dauert natürlich einige Monate bis man hier die entsprechenden Angebote hat. Weder wurde gekauft, noch eine Bestellung abgegeben!"
Die Initiative bewertet daher die verfühte Ausschreibung auch als Affront gegenüber dem laufenden behördlichen Verfahren: Die Betroffenen hätten sehr viel Zeit, Energie und auch Geld investiert, um fundierte Argumente für eine ökologischere Alternative der Stromversorgung einzubringen. Es läge noch nicht einmal die Verhandlungsniederschrift vor, geschweige denn ein erster Bescheid. Bei vielen herrsche ohnehin das Misstrauen vor, "die da oben" hätten sich längst schon alles ausgemacht und das Bewilligungsverfahren sei nur eine Farce. "Dieses Misstrauen wird durch die Ausschreibung zum jetzigen Zeitpunkt erneut genährt. Das Vertrauen in die Verantwortlichen schrumpft gegen Null", kritisiert auch Franziska Zimmer, Obfrau des Vereins "Mensch und Energie".
Kommentare:
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Gmundnerin aus Gmunden | Dienstag, 21.06.2011 06:25 |
Naja, Strom abdrehen wäre schon sehr drastisch, aber generell sollte man sich doch einmal bewusst machen, dass die Stromgewährleistung von uns allen als selbstverständlich hingenommen wird. Was würde wir sagen, wenn plötzlich kein Licht mehr funktionieren würde, der Laptop auf stillstand wäre und die Waschmaschiene nicht mehr laufen würde? Alles Selbstverständlichkeiten für uns....DARÜBER sollte man sich mal Gedanken machen!!!
Die Initiative wirkt für mich eher als persönliches Hobby einiger Personen, die einfach nicht akzeptieren können, DASS Fakten zählen.
Wie würden die "Aktivisten" wohl reagieren, wenn man ihnen den Strom kappen würde?
Hauptsache laut schreien und wenns nicht mehr anders geht, persönlich werden...
Realistisch denken und in die Zukunft blicken wäre nun endlich einmal angesagt!
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| Eh klar |
Felix aus Lenzeder | Mittwoch, 22.06.2011 13:51 |
Diejenigen, die es nicht betrifft haben leicht reden mit "Strom abdrehen, etc". Auch ich als Anrainer der Leitung habe gerne die Gewißheit, das ich zu jeder Tages und Nachtzeit Strom beziehen kann. Aber bei dem jetzigen Widerstand geht es nicht gegen die Leitung an sich, sonder darum, daß die Energie AG sich bis jetzt entschieden weigert, über ein Erdkabel auch nur nachzudenken. Und mit den ganzen Falschinfomationen, mit der die E-AG das Projekt begonnen hat, hat sie nun bei allen Beteiligten das Vertrauen verspielt. Heute ist es Gott sei Dank nicht mehr so, dass man die Leute für Dumm verkaufen kann!!
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| Direkt betroffen von der 110 kV Leitung |
Manuela Maier aus 4644 Scharnstein | Mittwoch, 22.06.2011 19:21 |
Sehr geehrte Gmundnerin, sehr geehrte oder geehrte Anonym aus Gmunden
ES IST JEDEM VON UNSERER 110 kV INITIATIVE BEWUSST DASS STROM GEBRAUCHT WIRD !!!!!!
Sie bezeichnen die Initiative als Hobby. Ist es auch von Ihnen vielleicht ein Hobby Personen zu bewerten die sie nicht einmal kennen. Schon alleine Ihr anonymes Verhalten lässt darauf schließen, dass Sie nicht erkannt werden wollen.
Warum eigentlich nicht. Wenn man solche Aussagen macht, kann man doch seinen Namen nennen.
Wenn sie eine oder ein Betroffener wären, würden, Sie wahrscheinlich schon in der ersten Reihe einer solchen Initiative stehen.
Falls Sie es nicht wissen sollten, gibt es auch Studien die Varianten von Erdverkabelung beinhaltet.
Ich weiß nicht wo sie wohnen. Ich wünsche Ihnen, dass Sie nie in eine solche Situation geraten wodurch Ihr Lebensraum um 40% gemindert wird und die Gesundheit von Ihnen, besonders die Ihrer Kinder gefährdet wird ( AUCH VON STUDIEN BELEGT!! )
Möchten SIE einen Strommasten, Handymasten genau neben Ihrem Haus oder Wohnung stehen haben???? Dann melden Sie sich bei der Energie AG. Es gibt genügend Anwesen die solchen Masten und Leitungen beinhalten. Die Gründe sind sehr günstig zu erwerben. Damit wir nicht den Fortschritt aufhalten :-) Andere Länder bauen bestehende 110 kV Leitungen ab und ersetzen Diese durch Erdkabel. Dort entsteht die Zukunft!
Es ist jeden von uns bewusst, dass Strom notwendig ist.
Nur wir Österreicher bleiben in der Steinzeit stehen. Haben Sie sich eigentlich schon gefragt, was die Energie AG mit Ihren Gewinnen so macht????
mit elektrischen Grüßen
Manuela Maier eine der über 100 BETROFFENEN
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Gmundnerin aus Gmunden | Donnerstag, 23.06.2011 21:11 |
Im Endeffekt herrscht in Österreich (auch wenn wir nicht mehr in der Steinzeit leben) Meinungsfreiheit und genau wie auf Ihrer netten HP (110kv-ade.at) Meinungen vertreten werden, genau so ist es auch mir vorbehalten meine Meinung zu äußern, auch wenn Ihnen diese nicht schmeckt.
Was die Energie AG mit ihren Gewinnen macht oder nicht, darüber habe ich keine Informationen. Aber ich nehme an, dass die Energie AG genau wie andere Unternehmen sicherlich einiges seiner Gewinne in neue Projekte steckt, welche zur Verbesserung der Stromqualität in unserer Region bzw OÖ dienen.
Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, dass ein Erdkabel um einiges mehr kosten würde? Tja, wenn man logisch überlegt, dann wird einem auch sicher klar, dass diese MEHRKOSTEN dann der Kunde tragen muss.
TEURE ERDKABELVARIANTE = HÖHERE STROMPREISE
Gibts dann die nächste Initiative "www.keinestrompreiserhöhung.at" ???
Mit freundlichen Grüßen!
Die Gmundnerin :)
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