„Der bevorstehende Frauentag am 8. März gibt wenig Anlass zum Feiern. Die wirtschaftliche Lage der Frauen in OÖ ist weiterhin prekär, Verbesserungen lassen auf sich warten, für viele Frauen hat sich die Situation verschlechtert.“, so kommentiert die Grüne Frauensprecherin LAbg. Maria Buchmayr die Ergebnisse des jüngsten AK Frauenmonitor.
Hohe Arbeitslosigkeit, viel Teilzeit, geringes Einkommen und wenig Absicherung
19.600 Frauen waren im Vorjahr in OÖ auf Arbeitssuche, um 21 Prozent mehr als noch im Jahr 2008. Sind Frauen berufstätig, sind sie dies weiter sehr oft in atypischen und prekären Arbeitsverhältnissen. Daraus folgt ein geringerer Verdienst und eine Einkommensschere gegenüber den zumeist Vollzeit tätigen Männern von aktuell 30 Prozent und das im Stundenlohnvergleich.
„Bei einem Jobverlust dreht sich diese Negativspirale unvermindert weiter. Denn auch Arbeitslosengeld und Notstandshilfe sind entsprechend geringer und reichen oft kaum zum Leben“, betont Buchmayr.
Dem durchschnittlichen monatlichen Arbeitslosengeld für Männer 2009 in der Höhe von 894 Euro stehen 690 Euro Arbeitslosenunterstützung für Frauen gegenüber. Ähnliches bei der Notstandhilfe. Diese hat 2009 für Männer 681 Euro betragen, für Frauen lediglich 501 Euro. Erschwerend ist, dass die Notstandshilfe bei Anrechnung des Partnereinkommens im Haushalt gestrichen wird. Dies betrifft in OÖ zu 90 Prozent Frauen und treibt sie somit in ein vollkommenes Abhängigkeitsverhältnis zum Partner.
Zu wenige Kinderbetreuungsplätze als Hemmschuh für Frauen
Trotz aller Verbesserungen ist das flächendeckende Angebot an Kinderbetreuungsplätzen in OÖ nach wie vor mangelhaft. Die Betreuungsquote im Jahr 2008/2009 für 3- bis 5jährige Kindern liegt bei 85,57 Prozent. Bei den Kleinkindern unter drei Jahren ist die Lage mit 6,74 Prozent noch drastischer.
Auch das Hausruckviertel hat hier Aufholbedarf:
44,2 Prozent der Gemeinden im Bezirk Vöcklabruck haben im Jahr 2008/2009 keine Kinderbetreuung für Kleinkinder, im Bezirk Eferding sind es 41,7 Prozent, im Bezirk Grieskirchen 29,4 und im Bezirk Wels Land immerhin noch 25 Prozent.
„Damit ist klar, warum Frauen weiterhin gezwungen sind, vorwiegend Teilzeit zu arbeiten und warum ein Wiedereinstieg ins Berufsleben für viele Frauen mit jüngeren Kindern unzumutbar und nahezu unmöglich ist“, kritisiert der Klubobmann der Grünen und regionale Abgeordnete für das Hausruckviertel Gottfried Hirz. Zudem wird die Situation durch die Tatsache verschärft, dass Arbeitslosengeld bzw. Notstandshilfe nur bei einer Mindestverfügbarkeit von 20 bzw. 16 Wochenstunden ausbezahlt wird.
„Geringes Einkommen, viele Teilzeitarbeit, mangelnde Absicherung - all diese bedenklichen Umstände betreffen auch die Frauen im Hausruckviertel. Deren Lage verbessern zu wollen, darf nicht nur ein Lippenbekenntnis am Frauentag sein sondern muss in konkrete Schritte münden. Die Grünen werden sich weiter vehementest dafür einsetzen“, kündigt Hirz an und verweist auf den Forderungskatalog der Grünen.
Klarer Forderungskatalog der Grünen:
- gerechtere Verteilung der unbezahlten Arbeit zwischen Frauen und Männern,
- Schließen der eklatanten Einkommensschere u.a. durch Aufwertung und gleichwertigen Lohn für typisch weibliche Berufe,
- Ermutigung von Mädchen und junge Frauen auch typisch männliche Berufe zu ergreifen
- Entkoppelung der Notstandshilfe vom Partnereinkommen,
Ausbau einer flächendeckenden, qualitativen Kinderbetreuung in ganz OÖ.
Die Umsetzung dieser Maßnahmen ist unabdingbar um die Lage der Frauen auch im Hausruckviertel zu verbessern. „Politik für Frauen muss wieder in den Vordergrund rücken, die permanente Schieflage am Arbeitsmarkt zwischen Frauen und Männern ist politisch allmählich untragbar. Wir müssen endlich handeln“, betonen Buchmayr und Hirz abschließend.