Im Jahr 2009 hat die Ö3-Verkehrsredaktion 390 Mal vor Geisterfahrern gewarnt. Die Anzahl hat sich gegenüber 2008 von 497 auf 390 stark reduziert. Das bedeutet einen Rückgang von 21,5 Prozent. 2009 ist das schwächste Geisterfahrerjahr seit 1996 (damals waren es 372 Meldungen) und zugleich das zweitschwächste seit Beginn der Aufzeichnungen 1994. Der bisherige Jahreshöchstwert mit 550 Meldungen wurde 2004 erreicht. Besonders auffällig ist laut der Ö3-Verkehrsredaktion die Entwicklung im dritten Quartal.
2009 waren in den Monaten Juli bis September um mehr als ein Drittel weniger Geisterfahrer unterwegs als noch im dritten Quartal 2008. In den letzten Jahren waren in den Sommermonaten mit Abstand die meisten Falschfahrer gezählt worden. Der stärkste Monat war der April mit 43 Meldungen. Der Februar war mit 22 Meldungen der schwächste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen.
So wie im Jahr davor starben 2009 zwei Personen bei Geisterfahrerunfällen. Bei den Bundesländern führt wie schon im Jahr davor Niederösterreich die Reihung an, obwohl sich die Anzahl um mehr als ein Drittel verringert hat. Bis auf die Steiermark und Vorarlberg hat sich in allen Bundesländern die Zahl der Geisterfahrer reduziert. Die A2, die Südautobahn, bleibt in absoluten Zahlen trotz erneut starken Rückgangs die Autobahn mit den meisten Geisterfahrern. In Relation zur Gesamtlänge waren jedoch auf der S5, der Stockerauer Schnellstraße und der A7, der Mühlkreisautobahn die meisten Falschfahrer unterwegs.
Die am stärksten betroffenen Teilstücke waren laut Hitradio Ö3 in Niederösterreich die S5 zwischen Stockerau und Grafenwörth sowie im Tiroler Unterland die A12 zwischen Innsbruck und Kufstein mit jeweils 16 Meldungen. Die gefährlichsten Zeiten sind der Vormittag und das Wochenende. Tagesrekorde: An fünf Tagen des Jahres gab es jeweils fünf Mal Geisterfahreralarm.
11 Geisterfahrermeldungen auf der A1 zwischen Mondsee und Vorchdorf
Oberösterreich liegt zum dritten Mal in Folge auf Rang 3 in der Bundesländerstatistik mit 58 Meldungen (2008: 69). Der Rückgang gegenüber 2008 beträgt knapp 16 Prozent. Die am stärksten betroffenen Teilstücke in OÖ waren die A1 zwischen Mondsee und Vorchdorf mit 11 Meldungen und die A7 im Raum Linz sowie die A8 im Raum Wels mit jeweils 10 Meldungen. Alle genannten Teilstücke verzeichnen einen leichten Rückgang. Deutlich gestiegen ist lediglich die Anzahl auf der A25 im Raum Wels von 2 auf 5 Meldungen. Am 30. August verunglückte eine 38-jährige Frau, nachdem sie wenige Sekunden auf der B139 in Linz auf der falschen der beiden voneinander getrennten Fahrbahnen unterwegs war. Das Innenministerium wertet diesen Unfall offiziell als Geisterfahrerunfall.
A1 zwischen Regau und Seewalchen - Brummifahrer stoppte Geisterfahrer
Spektakulär verlief eine Geisterfahrt am 30. Jänner auf der A7 in Linz: Ein polnischer Lenker war mit einem gestohlenen Auto auf der Flucht vor der Polizei und wurde zum Falschfahrer. Die Geisterfahrt endete mit einem Unfall mit fünf beteiligten Fahrzeugen und sieben Verletzten. Der Geisterfahrer selbst wurde lebensgefährlich verletzt. Ende Oktober stellte sich auf der A1 zwischen Regau und Seewalchen ein mutiger LKW-Fahrer quer, um einen Geisterfahrer zu stoppen, worauf dieser umdrehte. Der 68-jährige alkoholisierte Falschfahrer aus dem Bezirk Gmunden konnte ausgeforscht werden.
WANN sind Geisterfahrer unterwegs?
In den letzten Jahren waren in den Sommermonaten jeweils mit Abstand die meisten Geisterfahrer unterwegs. Nicht so 2009: Von Juli bis September 2009 wurden 97 Falschfahrer gezählt, um mehr als ein Drittel weniger als im Sommer 2008 (2008: 149). Auch im ersten Quartal (80 Meldungen) und vierten Quartal (106) sind die Geisterfahrten stark zurückgegangen, lediglich von April bis Juni stieg die Zahl der Meldungen (107) um 10% an. Der stärkste Monat war der April mit 43 Meldungen, die wenigsten Geisterfahrer wurden im März (27) verzeichnet. Der Februar war mit 22 Meldungen der schwächste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen.
Nichts geändert hat sich an der Verteilung über die Woche: Das Wochenende bleibt die gefährlichste Zeit der Woche. An Samstagen und Sonntagen wurden jeweils 73 Geisterfahrer gezählt, an Dienstagen nur halb so viele (37).In der Tagesverteilung ist die "Geisterfahrerzeit" der Vormittag (9-12 Uhr), gefolgt von den Abendstunden (18-24 Uhr). Die wenigsten Geisterfahrer pro Stunde sind in den Nachtstunden (0-6 Uhr) unterwegs. An fünf Tagen schlug die Ö3-Verkehrsredaktion fünf Mal Geisterfahrer-Alarm. Der bisherige Höchstwert von 10 Meldungen an einem Tag am 25. Juni 2006 blieb unerreicht.