Leserbrief: Das Salzkammergut am Puls der Zeit
Dienstag, 20.07.2010 09:39 (GMT+2)
Wir wissen es schon seit geraumer Zeit, die Wirtschaftskrise ist am Salzkammergut spurlos vorüber gegangen. Denn: betrachtet man nur die Menge der mit Autos schwer beladenen LKWs, die tagtäglich im blauen Konvoi die B145 passieren, so ist eines klar:
nirgendwo auf dieser Welt, nicht einmal in China, werden so viele Autos verkauft, wie im Salzkammergut. Komisch ist nur, dass man diese Zulieferer nie bei den diversen Autohäusern abladen sieht, naja, man kann ja nicht überall sein.
Generell deutet die Zahl der LKWs und Schwertransporter auf ein geradezu boomendes Salzkammergut hin. Es muss so sein, denn man versichert uns ja glaubhaft – und wir sind ja brave Bürger, wir glauben, was man uns sagt – dass es sich hierbei nicht um Mautflüchtlinge, sondern ausschließlich um Ziel- und Quellverkehr handelt. Wir, die Bewohner des Salzkammergutes, sind richtiggehend dankbar, dass es bei uns keine Krise gibt. Und sogar den Gästen fällt es auf: das Salzkammergut ist am Puls der Zeit, am Puls der Transportgesellschaft, es vibriert geradezu, vor allem in der Nacht, und es ist einfach ungemein beruhigend, das zu wissen…, wenn man nicht schlafen kann…
Und wir sind ja auch verständnisvolle Bürger, wir verstehen, dass Zeit Geld ist und man sich daher nicht an Geschwindigkeitsbeschränkungen halten muss, schon gar nicht im Ortsgebiet. Und wir drücken auch beide Augen fest zu, wenn die LKWS bei überhöhter Geschwindigkeit nicht einmal vor kleinen Kindern auf Zebrastreifen Halt machen, naja, wenn man gerade mit dem Handy telefoniert, da kann man sich halt nicht so konzentrieren, das versteht man schon. Mittlerweile verstehen wir sogar die vielen „ausländischen“ Kennzeichen: das sind ja eh „unsere“ Frächter! Aber warum wohl fahren deren LKWs mit ausländischen Kennzeichen? Die Mentalität der Salzkammergütler ist zwar etwas „eigen“ -wie man von den höchsten Vertretern des Bezirkes Gmunden hört – aber es gibt Dinge, die verstehen sogar wir.
Und weil Zeit Geld ist, verstehen wir auch, dass diese LKWs im Winter keine Schneeketten anlegen, wozu auch, viel zu viel Zeit. Haben eh die anderen Zeit, die durch hängen gebliebene oder verunfallte LKWs aufgehalten werden. Und außerdem gibt es genug Feuerwehren. Immer noch billiger, als auf der Autobahn. Aber halt, nein, kein LKW fährt durch das Salzkammergut durch. Hier wird nur zu- und weggeliefert.
Wir glauben das eh ... auch ... alle.
Kommentare:
 |
| Herr und Frau |
Helga und Arnold Beil aus St. Wolfgang | Samstag, 24.07.2010 12:44 |
Dieser Artikel sagt in fast irrwitziger Art alles aus was es zu sagen gibt, wäre dieses Thema nicht so furchtbar ernst zu nehmen. Unsere Politiker werfen sich den "Entscheidungsball" gegenseitig zu oder spielen "Kopf in den Sand stecken" um nur keine Entscheidung treffen zu müssen. Dabei geht es nicht um den Bau von Autobahnen oder Autostraßen - NEIN es geht nur darum ein paar Verkehrsschilder an den Autobahnen einzurichten die auf eine 3,5 t Tonnagebeschränkung hinweisen (so geschehen bereits z.B. i.d. Wachau, St. Pölten usw.) Es sind schließlich unsere Steuergelder die für den Straßenbau ausgegeben werden müssen, wenn diese der hohen Dauerbelastung nicht Stand halten, es sind die Gelder der ASFINAG die um die Mautgebühren umfallen, es ist der Fremdenverkehr der große Einbußen erleiden wird, wenn die Urlauber ausbleiben, - aber besser ist es wie immer in unserem schönen Land, erst wird von unserer Volksvertretung nichts getan, aber dann geht das große Heulen los wenn "das Kind in den Brunnen gefallen ist".
|
|
 |
 |
| Die FRÄCHTER-, LKW-HERSTELLER- UND STRAßENBAU-LOBBY und ihre POLITISCHEN HelferInnen |
Thomas Schreier aus Bad Aussee | Sonntag, 25.07.2010 20:44 |
Dass nur WIR, UNSEREN LEBENSRAUM SALZKAMMERGUT vor einer weiteren "Überflutung" durch den - Tourismus-feindlichen (!) - Mautflucht-LKW-Verkehr bewahren können und dabei mit KEINER Hilfe von "Außerhalb" rechnen dürfen, zeigt - LEIDER - ein ähnlich gelagerter "Fall" aus der Steiermark:
Seit der Öffnung des Triebener Tauerns (B114) für den (auch) Mautflucht-LKW-Verkehr ereignete sich bereits der siebente (!) Zwischenfall mit einem LKW.* Doch die (zumindest theoretisch...) VERANTWORTLICHE (ÖVP-) POLITIKERIN (EDLINGER-PLODER) lässt dem Volk mitteilen, dass die per Resolution von 7 (!) Bürgermeister geforderte 7,5-Tonnen-Beschränkung NICHT kommt. Sie stützt sich dabei auf ein - nicht näher bezeichnetes und somit mehr als dubioses... - Gutachten des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (!), was von ihr so gedeutet wird (Zitat!): "Die Fakten zeigen, dass es weder Mehrbelastung noch Gefährdung gibt." Auch das Unfallrisiko sei geringer als auf vergleichbaren Straßen in Österreich...**
Dass solche POLITISCHEN HelferInnen der FRÄCHTER-, LKW-HERSTELLER- UND STRAßENBAU-LOBBY, wie es offensichtlich die Steirische (LKW-) Verkehrs-Landesrätin EDLINGER-PLODER (ÖVP) zu sein scheint, auch noch die "passenden" (Gefälligkeits-?) Gutachten zum LEBENSRAUM SALZKAMMERGUT und hier speziell zum Mautflucht-LKW-Verkehr über den Pötschenpass (B145) "aus dem Hut zaubert", würde nicht wundern. - Hilfe darf von solchen PolitikerInnen natürlich KEINE erwartet werden, ganz im Gegenteil...!
* http://www.salzi.at/article/steirischessalzkammergut/18021/
** http://winter.kleinezeitung.at/steiermark/liezen/trieben/2301932/tonnenlimit-tauern.story
|
|
 |
 |
| Keine LKWs im Salzkammergut |
Zobl Angele aus Scharfling | Dienstag, 27.07.2010 21:25 |
Da ich ein Haus in Scharfling am Mondsee habe, beobachte ich seit längerem die LKW-Fahrer, die zuerst durch Scharfling donnersn, um dann über den Serpentinenweg nach St. Gilgen und dann wahrscheinlich weiter in den Osten fahren. Diese LKWs haben fast alle ausländische Kennzeichen z.H. aus Ungarn, Deutschland oder Polen, manche auch aus Kroatien und Ex-Jugoslawien. Oft schon hat es mich gereizt, einen dieser LKWs einfach aufzuhalten, um zu fragen, warum er gerade diese Bundesstrasse fährt, die bekanntlich ein Nadelöhr und Unfallshort speziell im Winter ist. Ich vermute, dass internationale NAWIs diese Verbindung als kürzesten Weg zwischen Passau und Zagreb anzeigen, o.ä. Diese NAWIanzeigen müsste man stören bzw. erzgänzen mit Hinweisen wie ,,extrem gefährlich wegen Eis oder Rutschgefahr" oder ähnlichem. Bei regelmässigen Demos oder Fahreinschränkungen an neuralgischen Stellen beispielwesie durch chronische BAUSTELLEN würden die NAWIs sicherlich daruf hinweisen !
|
|
 |
 |
| o.T. |
Anneliese Strasser aus Bahnst.18, 5342 Abersee | Dienstag, 03.08.2010 20:32 |
Es ist in den vorangegangenen Briefen eigentlich alles gesagt! Ich könnte Schwerverkehrs-Erlebnisse schildern, die ich hatte und habe, wenn ich zwischen Abersee, Mondsee, Straßwalchen, Friedburg, bis nach Passau, aber genauso in Richtung Graz beruflich unterwegs bin, die furchterregend sind! Ich traute gerade neulich meinen Augen kaum, als der LKW mit Grazer Kennzeichen am Anhänger um 23.30 die Ausfahrt Thalgau nahm, seine Fahrt erst kurz vor Fuschl verlangsamen mußte, weil PKWs sich vor ihm an km/h 80 hielten, was den Fahrer des LKWs dazu anregte die anderen Verkehrsteilnehmer durch auffahren und Lichthupe anzutreiben, bis er kurz vor St.Gilgen, bergab beide PKWs überholte! Ich zähle mich nicht zu den Langsamfahrern, aber bis zu meiner Abfahrt in Abersee holte ich den LKW nicht ein! Wo, gerade während der Sommermonate, Verkehrskontrollen gemacht werden, ich weiß es nicht und wo z.B. Frau Edlinger-Ploder wohnt und sich bewegt, keine Ahnung! Sicher nicht an einer Durchzugsstraße zwischen Passau und Graz und ja, es ist schon erstaunlich, wie menschenverachtend Politik sein kann! Da stellt sich mir nur noch die eine Frage: wie lang dauert es noch, bis die Salzkammergutler den Totalaufstand wagen und nicht mehr bereit sind geduldig ertragen!
|
|
 |
|