Heute Montag wurde über das Vermögen der Funworld AG in der Photo Play Straße in Lenzing das Insolvenzverfahren am Landesgericht Wels eröffnet.
Funworld produzierte hauptsächlich elektronischen Unterhaltungsautomaten mit gewaltfreien Spielen, von Dartautomaten bis hin zu Spielen mit rein unterhaltendem oder informativem Charakter, wie die Eigenentwicklung „Photo Play" (interaktives Computerspiel) und insbesondere der Vertrieb bzw. der Handel mit Unterhaltungsautomaten. 80 Dienstnehmer und rund 140 Gläubiger sind von der rund 26,7 Millionen Euro Pleite betroffen. Grund für die Insolvenz dürfte laut KSV ein massive Umsatzrückgänge infolge der Wirtschaftskrise, kostenintensive Einführung neuer Produkte und Liquiditätsprobleme durch Altlasten sein.
1980 als FUNWORLD Elektronik Ges.m.b.H. gegründet
Das Unternehmen wurde 1980 als FUNWORLD Elektronik Ges.m.b.H. gegründet und im Jahr 1999 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Der Großteil der Produktion wurde bereits 2002 an Fremdfirmen ausgelagert. Der Inlandsvertrieb wurde 2000 in die „funworld austria gmbH" ausgegliedert. Der Bereich Geldspielautomaten wurde 1993 in eine ehemals nahestehende Gesellschaft ausgelagert.
Anfänglich wurde der Handel sowie die Aufstellung von Spielautomaten betrieben, ab 1985 entwickelte und produzierte man Hard- bzw. Software. Mitte der 90iger Jahre wurde das Produkt Photo Play am Markt eingeführt. Ende der 90iger Jahre vernetzte man die Terminals via Internet. Ab dem Jahr 2000 erweiterte man die Produktpalette um sogenannte Kinderterminals „Touch Toy".
Ab 2008 war man im Zuge einer „Mehrproduktstrategie" in den Geschäftsbereichen Sportwetten (Herstellung von Wetterminals), Internetspieleplattformen (funwin), Pokerspiele in Italien (GAMX) sowie der Entwicklung virtueller Industrieterminals tätig. Die Entwicklung und Markteinführung dieser neuen Produkte erwies sich als kostenintensiv.
Bereits 2007 schlitterte das Unternehmen in finanzielle Turbulenzen und wurde mit Banken ein Forderungsverzicht bzw. -stundungen vereinbart. Die Wirtschaftskrise löste deutliche Umsatzrückgänge aus. Insbesondere im Hauptabsatzmarkt Griechenland wirkte sich das dort umgesetzte Sparprogramm maßgeblich auf das Konsumverhalten der Privaten aus.
Auch am deutschen Markt wurden im ersten Halbjahr 2010 beinahe nur die Hälfte der prognostizierten Umsätze erreicht. Gründe dafür werden - unabhängig von der Wirtschaftskrise - auch in internen Problemen mit der Vertriebsstruktur gesehen.
Es ist geplant das Unternehmen ab Insolvenzeröffnung fortzuführen. Eine sofortige Schließung würde zum Zusammenbruch der bestehenden Vernetzungen der Spiele- und Wettterminals führen. Eine Veräußerung von Unternehmens-(teil)bereichen setzt also einen „lebenden Betrieb" voraus.