Der Sommer ist vorüber und der Verein Lebensraum Salzkammergut hat diese Zeit nicht untätig verstreichen lassen, sondern diese für die intensive Erhebung des Schwerverkehrs im Salzkammergut und Lammertal genutzt. Erhoben wurde der Schwerverkehr im Allgemeinen, und der aktuell verbliebene, faktische LKW Maut-Ausweichverkehr. An den zwei-monatigen Erhebungen waren 45 Mitarbeiter involviert, die an 6 Standorten im Salzkammergut Messungen durchführten. Das Ergebnis ist das Resultat aus über 7.000 Schwerverkehrsfahrten im Salzkammergut und im Lammertal.



Italienische "Mautflüchtlinge" auf der Durchreise durch das malerische Salzkammergut - der Konvoi wurde von der Exekutive gestoppt und abgemahnt
Die spürbare und die tatsächliche Wirkung des LKW-Limits:
Die aktuellen Zahlen des Landes OÖ belegen über den Pötschenpass seit April einen teils deutlichen Rückgang des Schwerverkehrs um bis zu 25% bzw. um bis zu 150 Lkw pro Tag. "Die Entlastung macht somit im Salzkammergut eine Schwerverkehrsentlastung um bis zu 3.500 LKW pro Monat aus. Am meisten zu Spüren ist die Abnahme am Pötschenpass, in Bad Goisern und am Wolfgangsee. Leider gab es eine eklatante Schwerverkehrszunahme zwischen Altmünster und Ebensee!", sagt Silvester Leitner, Obmann vom Verein Lebensraum Salzkammergut im salzi.at Gespräch.
Auf der früheren LKW-Durchzugsroute von West nach Ost, also von Salzburg in die Steiermark, zeigt dieser Rückgang zu früher eine erhebliche Entlastung. Dies im Besonderen in Salzburg und im steirischen Salzkammergut. Im mittleren Teil um Bad Ischl und Bad Goisern zeigt das LKW-Limit mäßige Auswirkungen und im nördlichen Bereich um Gmunden und Ebensee ist es zu einer teils deutlichen Erhöhung des Schwerverkehrs gekommen. Dies belegen auch die Zahlen des Landes Oberösterreich.
Registrierter LKW Mautausweichverkehr:
Diese Auswirkungen können jedoch um die Reduktion des noch verbliebenen LKW Mautausweichverkehrs verringert werden. Die Erhebungen des Vereins Lebensraum Salzkammergut belegen alleine für die vergangenen Monate Juli und August zusammen einen Mautausweichverkehr von knapp 1.600 Schwerfahrzeugen. Davon wurden 1.150 Lkw über den Pötschenpass erhoben, 1070 in Altmünster, knapp 600 in Richtung Salzburg und zirka 400 durch das Lammertal. Dies Zählergebnisse wurden trotz der Ankündigungen auf Schwerverkehrszählungen ermittelt. Teils haben ein und dieselben Transportunternehmen gleich mehrmals die Verordnung mißachtet.
Diese Zahlen lassen das volle machbare Reduktions-Potenzial des LKW-Limits im Salzkammergut erkennen. So ließe sich der Schwerverkehr über den Pötschenpass um bis zu 33% auf 180 Schwerfahrzeuge täglich reduzieren. Dies hätte zur Folge, dass im Salzkammergut der Schwerverkehr um bis zu 4.300 LKW monatlich verringert werden könnte. Dies entspräche einer tatsächlichen Reduktion von bis zu 15% des gesamten Schwerverkehrsaufkommens im Zentralraum. Dies im Vergleich zu vor Einführung des LKW-Limits.
Zeitgleich wird der regionale Ziel- und Quellverkehr gebietsweise unschiedlich stark weiterwachsen und so die Auswirkungen des LKW-Limit regional unterschiedlich spürbar machen. Umso wichtiger scheint es daher, den überregionalen Schwerverkehr, der die Region nur zum Sparen der Mautkosten durchfährt, wieder auf die Autobahnen rückzuverlagern. Dieser Umstand wurde durch die Verordnung des LKW-Limit hergestellt.
Alle Prognosen weisen auf eine weitere deutliche Zunahme des Gütertransports auf der Straße, sprich auf die weitere Steigerung des LKW-Verkehrs hin. Das LKW-Limit ist für das Salzkammergut von großer gegenwärtiger und zukünftiger Bedeutung.
Beispiel für Mautausweichverkehr:
Erst vor einigen Tagen wurde vom Verein ein Konvoi, bestehend aus fünf hintereinander fahrenden Autotransportern desselben Transportunternehmens aus Italien, ermittelt. Diese kamen aus Italien und stellten Ihre Frachten nach Straßwalchen zu. Dabei wählten sie für die Hin- wie für die Rückfahrt jeweils die Route über den Pötschenpass durch das Salzkammergut. Alleine die Mautersparnis für Hin- und Rückfahrt betrug für die fünf Maut-Ausweicher in Summe Euro 600,-.
85.000 Euro Mautentgang in 2 Monaten
Die durch das LKW-Limit im Salzkammergut erzielten zusätzlichen Mauteinnahmen für die Asfinag betragen seit April bereits über Euro 500.000,-. Die entgangenen Mauteinnahmen durch den immer noch herrschenden Maut-Ausweichverkehr betragen alleine für die Monate Juli und August Euro 85.000,-.
Seit Einführung des LKW-Limits ist nun ½ Jahr vergangen:
Salzburg:
Nach ½ Jahr ist in Salzburg, trotz mehrmaligen Hinweisen unsererseits, noch immer kein Verkehrs-Hinweisschild auf der Autobahn angebracht.
Die Verkehrstafeln in Hof gehören zumindest so vertauscht, dass am Schluss für den LKW-Lenker zweifelsfrei das LKW-Limit über den Pötschenpass zu erkennen ist. Aktuell sind die Verkehrszeichen in umgekehrter Reihenfolge aufgestellt.
Oberösterreich:
In Oberösterreich ist von Straßwalchen her noch immer kein Verkehrszeichen angebracht.
Dies nach ½ Jahr.
Steiermark:
In der Steiermark ist die Beschilderung immer noch mehr als nur mangelhaft.
Jeder Mautflüchtling wird zur Anzeige gebracht
Der Verein hat nun ein halbes Jahr mit Meldungen punkto LKW Maut-Ausweicher an die Exekutive zugewartet. Man will nun nicht mehr länger zuwarten, das Zeitlimit für Installation der noch immer fehlenden Verkehrszeichen einerseits, wie die Gewöhnungsphase für die Transportunternehmen andererseits scheint überschritten, ab Oktober wird der gesamte durch den Verein erfasste LKW Maut-Ausweichverkehr an die Exekutive gemeldet.
Silvester Leitner, Obmann vom Verein Lebensraum Salzkammergut abschließend: "Wir hören erst dann auf, wenn an den entsprechenden Autobahnzu- und Abfahrten Hinweisschilder entsprechend dem Model Wachau aufgestellt werden sowie die Tonnagenbeschränkung am Pötschenpass eingerichtet wurde!"