Kontakt: Hannes Denzel - mailto: h.denzel@salzi.at
 

Zitat aus dem Online Lexikon Wikipedia:

NOSTALGIE leitet sich ab von den griechischen Wörtern nóstos (Rückkehr, Heimkehr, Vergangenheit) und álgos (Schmerz). Erstmals taucht der Begriff im medizinischen Zusammenhang auf. Mit Nostalgie wurde ein krank machendes Heimweh bezeichnet, das besonders Schweizer Söldner in der Fremde befiel. Heute versteht man unter Nostalgie im Deutschen eine wehmütige Hinwendung zu vergangenen Zeiten (weniger, wie ursprünglich und heute noch in anderen Sprachen, etwa dem Russischen, nach einem verlassenen Ort oder Menschen), die in der Erinnerung oftmals stark idealisiert und verklärt reflektiert werden. Dabei kann es sich sowohl um geschichtliche Epochen als auch um biographische zeitliche Gegebenheiten handeln. Nostalgie äußert sich beispielsweise in einem Hinterhertrauern der guten alten Zeit, in der angeblich alles viel schöner und besser war als in der Gegenwart. Beispiele hierfür sind das goldene Zeitalter, die Antike, das Mittelalter, die Kaiserzeit, die Fünfzigerjahre.

Zum Glück muss Nostalgie im heute gebräuchlichen Sinn nicht unbedingt etwas mit Wehmut zu tun haben, und schon gar nicht mit Schmerzen.

 

diese Woche:  

Zurückblicken kann man nämlich durchaus auch ohne Wehmut, ganz besonders, wenn man so weit zurückblickt, dass man sich daran gar nicht mehr erinnern kann – weil es so lange her ist, oder weil man diese Zeit noch gar nicht erlebt hat. Es ist sicher kein Nachteil, wenn man gerade in unserer schnelllebigen Zeit manchmal ein bisschen zurückschaut, sich erinnert, was damals anders, besser, aber auch weniger gut war. Erst dann kann man nämlich Annehmlichkeiten unserer ach so modernen Gegenwart um so mehr goutieren. Wer würde heute noch freiwillig auf sein Handy oder das Internet verzichten? Wer würde die Vorzüge einer modernen Wohnung mit Zentralheizung, lichten Räumen, Lifte in alle Stockwerke, Mikrowelle und Whirlpool geringschätzen? Beispiele gäbe es viele, sie sind aber nicht relevant, weil in unserer Rubrik „Nostalgie“ wollen wir einfach zurückschauen ohne Sentimentalität oder Schadenfreude:

und wieder brauchen wir dich, liebe Leserin, lieber Leser: wir suchen Information, Geschichten und vor allem Fotos von früher, egal zu welchem Thema, nur mit irgendeinem Bezug zum Salzkammergut. Weil wir wissen, dass das anfangs etwas schwierig wird, kann es sein, dass wir diese Seite nicht jedesmal aktualisieren können. Bitte um Entschuldigung und Danke im voraus.

Kaiserwetter haben sie heuer wahrlich keines mitgebracht, die Passagiere des Kaiserzugs, der jährlich am 15. August von Attnang Puchheim zum Kaiserfest nach Bad Ischl fährt. Interessant war‘s für Technikfreaks aber trotzdem, denn in Attnang wurde der von der Dampflok 77.28 gezogene Kaiserzug mit dem Monarchie Express gekoppelt, der von Regensburg gekommen war. Der wurde gezogen von einer weiteren Dampflok, der 78.618, unterstützt von einer hinten angehängten Diesellok 2050.50. Diese war notwendig, weil heutzutage wegen der Brandgefahr in den Tunnels nicht unter Dampf gefahren werden darf. Zusammengehängt ergaben beide Garnituren eine wirklich stolze Zuglänge von 325 Metern!

Beide Lokomotiven stammen aus dem Lokpark Ampflwang und werden von der ÖGEG, der Österreichischen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte, in Betrieb gehalten. Die 77.28 (ursprünglich 77.228) stammt aus dem Jahr 1920 und wurde von der Firma Krauss in Linz hergestellt, die 78.618 ist etwas jünger, aus dem Jahr 1938, wurde in Wien gefertigt und damals gleich direkt an die Deutsche Reichsbahn ausgeliefert. Sie war die erste Dampflok, die 1976 von der ÖGEG und damit als erste von einem privaten Verein erworben wurde. 1986 war ihre Restauration abgeschlossen und seitdem ist sie im Einsatz.

Das scheußliche Wetter hat die beiden Lokomotiven wohl weniger beeindruckt als die Passagiere. In Gmunden war Kaiser Franz Josef I, vertreten von seinem Double Franz Soukop, noch bei trockenem Wetter vom Infanterieregiment Nr 42 Herzog von Cumberland erwartet und zu einem Kaiserfrühstück mit Bürgermeister Heinz Köppl geleitet worden, bevor der ganze Tross mit der historischen Straßenbahn zum Bahnhof hinauffuhr und den Kaiserzug bestieg. In Ebensee war der nächste längere Halt, weil die Züge getrennt wurden. Während der Monarchie Express gleich weiter Richtung Bad Ischl dampfte, mussten die kaiserlichen Gäste erstmals den Zug verlassen und Aufstellung nehmen, sie wurden von Prangerschützen mit einem Salut begrüßt. Noch während der Zeremonie kam der angekündigte Regen, und er kam heftig.

Wie man auf den Fotos unschwer erkennen kann, schüttete es in Strömen, als die beiden Züge Bad Ischl erreichten, wo die Passagiere von einer Abordnung mit Bürgermeister Hannes Heide und Kurdirektor Robert Herzog abgeholt und zur Trinkhalle geleitet wurden – das Kaiserfest auf der Esplanade konnte bei diesem Wetter nicht abgehalten werden. Während sich die Passagiere in der Trinkhalle vergnügten, dampften beide Garnituren weiter zum Frachtbahnhof Bad Ischl. Dampflokomotiven werden nicht einfach abgestellt, sie erfordern ständiger Betreuung und Wartung: Wasser nachfassen, Abschmieren, usw. Auch hier gab es für Schaulustige allerlei zu sehen, und zu hören: denn die Loks blieben weiter unter Dampf, es zischte, knarrte, quietschte …
Man kann gespannt sein, welche Lokomotiven nächstes Jahr zum Kaiserfest andampfen werden, und dann bei hoffentlich besserem Wetter!

 

 

Text: Hannes Denzel

 

 

 

 

 
 

HOAMAT

NOSTALGIE