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| Von unten
drängt sie sich nicht ins Sichtfeld, man
muss sie schon suchen, um sie zu bemerken. Nur
selten hebt sie ein Sonnenstrahl hervor, meist
liegt sie im Schatten und versteckt sich zusätzlich
hinter Büschen und Bäumen. Dabei hat
man von ihr aus einen tollen Panoramablick über
ganz Bad Ischl und der dahinterliegenden Gebirgskette
des Höllen- und Totengebirges , auf der
linken Seite über den Ortsteil Ahorn, rechts
bis weit nach Sulzbach.
„Sie“ ist
die Ruine der Burg Wildenstein, der einzigen
Festung im inneren Salzkammergut. Wann genau
sie errichtet wurde, lässt sich nicht eindeutig
feststellen, Fachleute vermuten irgendwann im
13ten Jahrhundert, möglicherweise sogar
schon wesentlich früher. Erstmals urkundlich
erwähnt wurde sie jedenfalls 1392, ab 1419
war sie im Besitz der Habsburger und diente
als Standort der landesfürstlichen Pfleger.
Die kontrollierten von hier aus das Ischlland,
das man sich in etwa dem Areal des heutigen
Gerichtsbezirk Bad Ischl vergleichbar vorstellen
kann. Deshalb war die Festung auch als Wehrburg
angelegt, mit allen Notwendigkeiten, die man
zur Verteidigung braucht: ein künstlicher
angelegter Graben mit Zugbrücke, Schießscharten,
Wehrgänge, zwei hohe Türme und natürlich
ihre exponierte Lage auf einem Felsvorsprung
oberhalb der heutigen Katrin-Seilbahnstation
waren hilfreich, etwaige Angreifer schon frühzeitig
zu erkennen und abzuwehren. Ihr damaliges Aussehen
dokumentiert ein alter Stich, auf dem sich der
Name noch mit „ai – Wildenstain“
schreibt. |

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Keine Schutzmaßnahmen
halfen aber gegen den größten
Feind aller mittelalterlichen Bauten,
das Feuer. 1592 wurde die Festung erstmals
von einem wütenden Brand heimgesucht,
1715 ging sie vollständig in Flammen
auf und wurde anschließend verlassen
und dem Verfall preisgegeben. Den bemüht
sich der Ischler Heimatverein (www.unserestadt.at/ischlerheimatverein)
aufzuhalten, ist dabei aber auf Spendengelder
angewiesen. Seit einigen Jahren kämpft
auch der Verein „Bund der Raubritter
zue Wildensteyn“ (www.wildensteyn.at),
den jetzigen Zustand zumindest zu erhalten.
Auch dem, der sich nicht für Geschichte
interessiert, sei ein Besuch der Ruine
empfohlen, alleine schon wegen ihrer Lage
und der Aussicht. Möglicherweise
jetzt, vielleicht als Osterspaziergang,
ist ohnehin die beste Zeit, weil die Luft
klar ist und die Sicht noch nicht von
zugewachsenen Bäumen verstellt wird.
Wandermöglichkeiten gibt es mehrere,
entweder direkt von der Talstation der
Katrin-Seilbahn über die steile Skipiste,
etwas gemütlicher von ebenda aus
über einen markierten Serpentinenweg,
oder von Lauffen kommend über eine
Forststraße, die bei der Kapelle
von der Engleithenstraße abzweigt,
und auch vom Nussensee führt ein
Wanderweg direkt zur Ruine.
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Text
und Fotos: Hannes Denzel |
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