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Österreich hat sich bei der EM gut geschlagen

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Alle Ach­tung: Öster­reich hat sich bei der EM gut geschlagen

Es war der Abend, der wohl dicht davor war, die Geschich­te des Fuß­balls mit­zu­schrei­ben. Alle Augen waren auf Öster­reich, die gegen Ita­li­en im EM-Ach­tel­fi­na­le nicht nur mit­hiel­ten, son­dern stel­len­wei­se deut­lich dage­gen. Ver­mut­lich ist es auch der Abend gewe­sen, der noch lan­ge dis­ku­tiert wer­den wird: Mar­co Arn­au­to­vic schlug den Ball tief in des Geg­ners Kas­ten und der Jubel war groß – und. Das Abseits­tor zähl­te nicht, den­noch stellt sich die Fra­ge: Was wäre gewe­sen, wenn? Wie die EM für Öster­reich lief und was es all­ge­mein rund um die Euro­pa­meis­ter­schaft zu wis­sen gibt, ver­rät die­ser Artikel.

Das Wem­bley-Sta­di­on spielt bei der EM 2021 eine wich­ti­ge Rol­le. Öster­reich hat hier gezeigt, wie sich Ita­li­en fast schla­gen lässt. Bild­quel­le: @ Mitch Rosen / Unsplash.com

Wie die EM für Öster­reich ver­lau­fen ist

Manch­mal sind die Gewin­ner nicht die, die am Ende den Pokal her­zen, son­dern die, die auf dem Weg dort­hin Paro­li boten. Genau das kann Öster­reich von sich nach dem »Alpen­du­ell« ohne Zwin­kern und ohne rot zu wer­den behaup­ten. Die Ita­lie­ner wur­den gut teils gut auf Armes­län­ge gehal­ten, in den Stre­cken dazwi­schen hielt Öster­reich gut mit. Doch zeich­ne­te sich das nicht schon vor­ab ab?

  • Die Qua­li­fi­ka­ti­on – nach zehn Qua­li­fi­ka­ti­ons­spie­len stand der Platz 2 in der Grup­pe fest. Wobei Platz zwei bedeu­te­te, dass gan­ze fünf Punk­te Abstand auf den Grup­pen­nächs­ten auf dem Kon­to stan­den. Nur Polen ras­te der Grup­pe schier unauf­halt­sam davon.
  • Nati­ons League — sie mag ein eige­ner Wett­be­werb sein, doch galt sie mit als Pro­berun­de zur EM. Und auch hier gewann Öster­reich die League B mit drei Punk­ten vor Norwegen.
  • WM-Qua­li­fi­ka­ti­on — mit­un­ter zählt auch sie zur Vor­be­rei­tung. Aktu­ell steht Öster­reich auf Platz vier, hin­ter Isra­el, Schott­land und Dänemark.
  • EM-Grup­pen­pha­se - Sieg, Nie­der­la­ge, Sieg — das kann sich sehen las­sen, zumal die Nie­der­la­ge ein­zig gegen die Nie­der­lan­de stattfand.

Grund­sätz­lich kann sich Öster­reich nicht bekla­gen. Die EM ver­lief bes­ser, als wohl die meis­ten Fans gehofft hat­ten. Und aus der Nie­der­la­ge im Ach­tel­fi­na­le gegen Ita­li­en kann Öster­reich so eini­ges mitnehmen:

  • Knapp — das Spiel ging 2–1 für Ita­li­en Was nach einem knap­pen Sieg klingt, ist eine ech­te Leis­tung, denn immer­hin ging die Par­tie in die Ver­län­ge­rung. Mit­hal­ten — Öster­reich konn­te mit den ita­lie­ni­schen Kickern gut mithalten.
  • Pech — ein wenig Pech schwang nicht nur bei dem (zu Recht) nicht gege­be­nen Abseits­tor mit, son­dern auch bei dem nicht gege­be­nen Straf­stoß. Dabei wur­de der Straf­stoß nicht auf­grund des Fouls gege­ben, son­dern des­halb nicht, weil sich die Spie­ler im Abseits befanden.
  • Kämp­fe­risch — das Team zeig­te den abso­lu­ten Kampf­geist. Hin­ter­eg­ger klär­te so man­ches Mal kurz vorm Torschuss.

Dass Öster­reich auch in die­sem Spiel als kla­rer Außen­sei­ter bezeich­net wur­de, ist ange­sichts der Qua­li­tät auf dem Platz grund­le­gend falsch. Immer­hin spie­len die Spie­ler der Natio­nal­mann­schaft euro­pa­weit in den Top­li­gen und dort nicht sel­ten mit ihren Clubs auf dem euro­päi­schen Par­kett: Hin­ter­eg­ger, Sabit­zer, Kalajdzic — das sind nur drei Namen von vie­len, die ver­eins­tech­nisch nicht unbe­dingt schlech­ter plat­ziert sind als die Spie­ler des Gegners.

Infos zur EM 2020

Die EM 2020, wie sie offi­zi­ell genannt wird, obwohl sie im Jahr 2021 statt­fin­det, gehört zu den Mehr-Natio­nen-Euro­pa­meis­ter­schaf­ten. Es gibt kei­nen ein­zi­gen Aus­rich­ter, son­dern die Spie­le fin­den in elf Län­dern statt: Eng­land, Irland, Spa­ni­en, Ungarn, Deutsch­land, Aser­bai­dschan, Ita­li­en, Russ­land, Bul­ga­ri­en, Nie­der­lan­de, Schott­land und Nor­we­gen. Durch Coro­na ent­fie­len eini­ge Regio­nen, so ist Irland mit dem Aus­tra­gungs­ort Dub­lin nicht mit dabei. Es gilt:

  • Auf­tei­lung – jedes Sta­di­on erhält drei Grup­pen­spie­le plus ein KO-Spiel. Um Rei­sen zu ver­hin­dern, spiel­te Deutsch­land bei­spiels­wei­se drei Spie­le in Mün­chen. In Lon­don, also im Wem­bley-Sta­di­on, wur­den zusätz­lich die Spie­le gespielt, die einst in Dub­lin geplant waren. Spie­le aus dem ursprüng­li­chen Aus­tra­gungs­ort Brüs­sel gin­gen nach St. Petersburg.
  • Groß bis klein – Die Spie­le in Nor­we­gen wer­den in dem kleins­ten Sta­di­on aus­ge­tra­gen. Das Telia Par­ken Sta­di­on fasst gera­de ein­mal 38.190 Zuschau­er, wenn alle hin­ein­dür­fen. Das größ­te Sta­di­on ist nicht allein die Ehr­ent­schei­dung, denn jeder Aus­tra­gungs­ort will sich damit schmü­cken. Pas­sen­der­wei­se tref­fen Tra­di­ti­on, Name und Grö­ße in die­sem Fall zusam­men, denn natür­lich schlägt die Wem­bley-Are­na in Lon­don mit 90.000 Zuschau­er­plät­zen alles.
  • Hym­ne – zu jedem gro­ßen Tur­nier gibt es einen beson­de­ren Song. Die Zusam­men­ar­beit mit Gar­rix wur­de durch die ein­jäh­ri­ge Ver­le­gung gebracht, sodass ›We Are The Peop­le« die EM-Hym­ne ist. Wie die­ser Arti­kel bei Bet­way Sport­wet­ten zeigt, muss so eine Hym­ne zahl­rei­che Vor­aus­set­zun­gen erfül­len, um am Ende auch einen gewis­sen Kult­sta­tus zu erreichen.

Ansons­ten ste­hen die EM und auch der Dach­ver­band UEFA in die­sem Jahr wohl nicht unter den bes­ten und hells­ten Ster­nen. Am Rand des Spiel­felds, auf den Rän­gen und vor den Gerä­ten daheim wird weni­ger über die Spie­le, denn über das Vor­ge­hen gespro­chen. Der Zusam­men­bruch des däni­schen Spie­lers Eriks­son über­schat­te­te gleich den zwei­ten EM-Tag und das Vor­ge­hen der UEFA im Hin­ter­grund warf ein­deu­ti­ge Fra­gen auf. Die Dänen beant­wor­te­ten die Fra­gen auf ihre Wei­se, näm­lich, indem sie von Spiel zu Spiel bes­ser wur­den und aktu­ell im Vier­tel­fi­na­le ste­hen. Die nächs­te The­ma­tik befasst sich mit dem Fan­ver­hal­ten eini­ger Ungarn, die weder Frank­reich noch Por­tu­gal in Buda­pest begrü­ßen konn­ten, ohne sich im Zoo bes­ser auf­ge­ho­ben zu füh­len. Das Hand­ling rund um die Regen­bo­gen­ak­tio­nen wirft wei­te­re Fra­gen auf. Immer­hin, wer­den die Spon­so­ren­wer­bun­gen in den Sta­di­en bunt, sieht die UEFA auch kei­ne poli­ti­sche Bot­schaft mehr.

Öster­reich hat sich wacker geschla­gen. Bild­quel­le: @ Tho­mas Serer / Unsplash.com

Fazit – mit erho­be­nen Häup­tern ausgeschieden 

Das öster­rei­chi­sche Team darf mit erho­be­nen Häup­tern nach Hau­se und wohl end­lich in den Urlaub fah­ren. Die Leis­tung im Vor­spiel der EM war soli­de, in der Grup­pen­pha­se genüg­te es und das Spiel gegen Ita­li­en war zwar nicht im Ergeb­nis erfolg­reich, doch das Wie spiel­te auf einem Level, wel­ches einem Ach­tel­fi­na­le wür­dig war. Viel­leicht, mit ande­ren Ent­schei­dun­gen und ohne Video Assi­stant wäre es gar anders aus­ge­gan­gen. Doch genau das sind die Geschich­ten, die Geschich­te schrei­ben. Was wäre, wenn … – der Stoff, aus dem schon so eini­ge Fuß­ball­mär­chen geschrie­ben wor­den sind. Jeder kann sich selbst fra­gen, was wäre gewe­sen, wenn das Tor gezählt und der Elfer gege­ben wor­den wäre?

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