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Brauchtumspflege in Obertraun

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Oaradln in Obertraun

Spaziert der Urlaubsgast am Ostermontag durch Obertraun und sieht ein Fahrrad auf einem Garagendach oder eine Schiebetruhe auf einem Baum hängen, vielleicht sogar ein Dreirad an einer Straßenlaterne, dann hat er keine Halluzinationen oder ist betrunken, er lernt in diesem Augenblick nur den Brauch des Oaradln kennen.

So ein Schabernack

Bei diesem Brauch werden in der Nacht vom Ostersonntag auf den Ostermontag alle Gegenstände die ein Rad haben und frei herumstehen verschleppt. Dieser Brauch funktioniert nach einer strengen Regel, die besagt, dass alles was Räder hat und sich in keinem versperrten Raum befindet, verschleppt werden darf. Es darf auf Dächer, Bäume, Masten, Laternen usw. gehängt werden, aber nur so hoch hinauf, wie man ohne Leiter kommt. Bei den jungen Menschen in Obertraun kommt dieser Brauch sehr gut an und so treiben sie in dieser Nacht so manchen Schabernack.

 

Ein interessierter Gast fragte einmal eine alte Frau, was es mit diesem Brauch auf sich habe?

Er bekam zur Antwort: Wie du dir denken kannst, gibt es bei uns in Obertraun genau wie in allen anderen Orten ordentliche und schlampige Bewohner, und wenn du durch unser wunderschönes Obertraun gehst, wirst du bemerken wie schön und ordentlich es bei uns ist. Dazu trägt auch dieser alte Brauch bei. Willst wissen warum?

Jedes Jahr wenn der Schnee schmilzt und es Frühling wird, wird in Obertraun Frühjahrsputz gemacht. Unser kleines Obertraun soll ja ein schmuckes Örtchen sein. Vor vielen Jahren ärgerten sich einige Obertrauner darüber, dass rund um manche Häuser so viel herumstand, oder lag. Das gefiel ihnen gar nicht. Damals entstand die Idee des Oaradlns, und wie man sieht sorgt sie jedes Jahr dafür, dass am Abend des Ostersonntags im Ort sehr viel weggeräumt wird und Ordnung herrscht. Was vergessen wird, kannst du heute hängen sehen. Es hängt solange bis die Besitzer es herunterholen.

Infos: Salzkammergut / Dachstein Tourismus
Fotos: Andrea Schwarzlmüller

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