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Gmunden zieht Bewerbung als Kulturhauptstadt zurück

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Rückzug aus dem Bewerberkreis für die Kulturhauptstadt 2024 mit Orten aus dem Salzkammergut
Bei der jährlichen Klausur des Stadtrates und der Fraktionsobleute aller Parteien am Samstag, 20. 1., im Seeschloss Ort legten die Gmundner Stadtverantwortlichen die Schwerpunkte für das kommende Jahr fest. Einstimmig wurde die Marschrichtung vereinbart: Es gibt in Gmunden sehr viel zu tun. Daher einigte man sich auf eine totale Konzentration auf diese Projekte. Als Konsequenz beschloss man einstimmig, dass sich die Stadt Gmunden aus dem Kreis der Salzkammergut-Orte, die sich für die europäische Kulturhauptstadt 2024 bewerben, zurückzieht.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Stadtratsklausur (v. l.): DDr. Helmut Retzl (Institut Retzl), Vizebürgermeisterin Beate Enzmann (FPÖ), StR. Wolfgang Sageder, Dipl.-Ing. Josef Sperrer (Grüne), Siegfried John (ÖVP), StR. Michael Frostel, MSc (ÖVP), StR.in Irene Schönleitner (ÖVP), StR. Thomas Höpoltseder (ÖVP), Komm.-Rat Günter Colli (FPÖ), Vizebürgermeister Dipl.-Ing. (FH) Wolfgang Schlair (ÖVP), Helmut Hochegger (SPÖ), Rosina Hausherr (B.I.G.), StR. Mag. Martin Apfler (ÖVP), StR. Dipl.-Ing. Reinhold Kaßmannhuber (B.I.G.) und Bürgermeister Mag. Stefan Krapf (ÖVP). Foto: Stadtgemeinde Gmunden

Es war ein umfangreiches Programm, das die Gmundner Stadträte und Fraktionsobleute an diesem Tag abarbeiteten. Einen Schwerpunkt bildete die Entwicklung des Öffentlichen Verkehrs (Citybuslinien, etc.) und des Parkens nach Eröffnung der StadtRegioTram. Hier wurden Arbeitsgruppen gebildet, die in den kommenden Monaten die letzten Details abklären werden.

Bei der Neugestaltung der Esplanade und des Rathausplatzes wurde für das Jahr 2018 eine Übergangsregelung erarbeitet, insbesondere was die Gastgärten betrifft. Im Speziellen soll der Rathausplatz gastronomisch belebt werden. Hierfür werden in den kommenden Wochen die entsprechenden Gespräche geführt werden. Die Bürgerbeteiligung für die Neugestaltung ist mit der Aufnahme der Wünsche und Ideen abgeschlossen, im Laufe dieses Jahres wird man nun Gmundner Architekten auf dieser Basis einladen, Vorschläge zu erarbeiten.

Im Bereich des Tourismus werden in den kommenden Wochen die Ergebnisse der Projektentwicklung für das Toskana- und Landschloss-Areal durch Land OÖ und Bundesimmobilien-Gesellschaft erwartet. Darauf aufbauend wird die Tourismus-Agentur Kohl & Partner die Leitplanken für das Parkhotel-Areal definieren, um diese Fläche möglichst schnell touristisch zu bespielen.

Aus dieser Vielzahl an finanziell aufwändigen Projekten ziehen alle Fraktionen einstimmig die Konsequenz, dass sich Gmunden aus dem Kreis der Salzkammergut-Orte, die sich für die europäische Kulturhauptstadt 2024 bewerben, zurückzieht. Es gebe in Gmunden sehr viel zu tun. Diese Projekte würden die volle Aufmerksamkeit und alle Ressourcen, auch in finanzieller Hinsicht, erfordern. Darüber hinaus würden sich die Kosten für die Kulturhauptstadt nicht abschätzen lassen. In Zeiten angespannter Budgets sei es aus diesem Grund auch nicht möglich, so die einhellige Meinung.

„Es war eine intensive Klausur, bei der gemeinsam an einem Strang für unsere Heimatstadt gezogen wurde. Dafür ein herzliches Dankeschön an alle Fraktionen für dieses konstruktive Klima“, sagt Bürgermeister Stefan Krapf.

Foto: Stadtgemeinde Gmunden

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2 Kommentare

  1. Endlich eine Stadt, die etwas für Ihre Bewohner und nicht (nur) für den Tourismus tut. Und auch auf die Finanzen schaut.
    Denn, Arbeitsplätze bietet nicht der Tourismus allein. Jeder zweite im Gastgewerbe kommt aus dem Ausland. Und Busse, die Touristen herkarren und wieder wegfahren, bringen sowieso kein Geld.

  2. Asylmünster am

    Da die Grünen ja bekanntlich im Stadtrat “leider” nicht verteten sind, würde mich trotzdem interessieren, wie denn ihre Fraktion um die Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2024 abgestimmt hätte?