Ab 27.09. bis 30.11.2026 gestaltet Gmunden einen eigenen Programmschwerpunkt für die communale oö 2026. Unter dem Motto „Mut, Geschichte zu schreiben – von history to HERstory“ lädt die Stadt u. a. zu einem Symposium, Ausstellungen, Theater, Lesung und einem Instawalk ein. Ausgehend vom oberösterreichischen Bauernkrieg von 1626, rücken die Beiträge aus Gmunden zur communale oö die weibliche Perspektive auf vergangene und zukünftige Geschichte aus heutiger Sicht in den Fokus. Die unterschiedlichen Zugänge und vielfältigen Formate sollen eine differenzierte, vielschichtige und zeitgenössische Auseinandersetzung ermöglichen. Viele Veranstaltungen sind bei freiem Eintritt zugänglich.
Den Auftakt macht das Symposium „Ohne Frauen kein Aufstand. Über die Zukunft der vergessenen Revoluzzerinnen “ am Samstag, 03.10. ab 10.00 Uhr im Seeschloss Ort. Ausgehend vom 17. Jahrhundert werden am Vormittag Widerstandsformen von Frauen aus verschiedenen Epochen und Perspektiven identifiziert und diskutiert. Am Nachmittag wird in Workshops geübt, weibliche Zivilcourage nachhaltig an künftige Generationen weiterzugeben. Mit dabei sind die gebürtige Linzer Theaterregisseurin Christine Eder („Proletenpassion 2015 ff“ – NESTROY-Theaterpreis 2015, „Alles Walzer, alles brennt!“ – Dorothea-Neff-Preis 2017, „Der Aufstand“ – performative Geschichts-Rekonstruktion zu den Bauernkriegen in Salzburg, Burg Werfen, 2025), Lisa Hofer-Falkinger, Frauenarbeitskreis der ÖBV – Österreichische Berg- und Kleinbäuer_innenvereinigung,Teil der weltweiten Bewegung „La Via Campesina“, die Historikerin und Kuratorin Veronika Helfert, Gewinnerin des Edith Saurer Preis 2026, Gründungs- und Vorstandsmitglied von fernetzt. Verein zur Förderung junger Forschung zur Frauen- und Geschlechtergeschichte sowie die Kultur- und Kommunikationswissenschaftlerin Elke Zobl, Leiterin des Programmbereichs Gesellschaft & Nachhaltigkeit | Zeitgenössische Kunst & Kulturproduktion am Schwerpunkt Wissenschaft & Kunst.
Als Rahmenprogramm lädt das Symposium abends ab 19.00 Uhr zur Vernissage der Ausstellung „Not Fit for Marketing – Bäuerinnen jenseits der Idylle“ des Kunstvereins Artiné in die Hipphalle ein.
Am Sonntag, 04.10., folgt um 11.00 Uhr ein Kulturfrühstück mit Autor Thomas Perle im Schloss Ort anlässlich der Oberösterreich-Premiere seines Stücks „karpatenflecken“, das im Stadttheater zu sehen ist (19.30 Uhr) mit Judith Hofmann, Isabel Schosnig und Julia Windischbauer. Um 15.00 Uhr startet zudem der Instawalk „Aufstand und Erinnerung – Eine Spurensuche in der Gegenwart“. Die fotografischen Spaziergänge, in denen Guide Elena Grill an Schauplätze des Widerstands und Wirkens vergessener Gmundner Persönlichkeiten führt, werden sonntags, je 15.00 Uhr, 27.09.-25.10. angeboten.
DIE HIGHLIGHTS IM NOVEMBER
Am Mittwoch, 04.11. bringt das LiteraturSchiff eine Lesung von Elke Laznia und Marianne Jungmaier, Klavier: Miriam Laznia nach Gmunden (19.30 Uhr, Landesmusikschule).
Am Sonntag, 08.11. präsentiert Journalistin Danielle Spera in einem Kepler Salon extern ihr neues Buch „Mut“, das am 24. September 2026 erscheint. Gemeinsam mit der Psychoanalytikerin Erika Freeman stellt sie darin 36 eindrucksvolle jüdische Frauen aus Geschichte und Gegenwart, die als Vorbilder und Zeitzeuginnen eine neue Perspektive auf das eigene Leben ermöglichen, vor (11.00 Uhr, Seeschloss Ort). Das Gespräch dazu wird Salonintendantin Cornelia Lehner moderieren. Ebenfalls am Wochenende, 07. & 08.11. wird das Stationentheater „Gegen den Wind gesät“ uraufgeführt. Ausgehend vom historischen Stadtkern Gmundens führt die Produktion des TATORT THEATER bis zum Originalschauplatz nach Pinsdorf. Unter der Regie von Rudolf Neuböck und mit der Musik von Walter Kienesberger spürt das Ensemble dem Themenkomplex „Mut in Zeiten der Repression“ nach. Mittels postdramatischer Theaterformen zieht das Stück behutsam Parallelen zu aktuellen Krisen der Gegenwart. Im K-Hof Museum ist ab 27.10.-30.11. die Ausstellung „fading fields. Ländliche Visionen zwischen Vorstellungskraft und Verschwinden“ von Daniela Köppl zu sehen (Vernissage: 26.10., 19.00 Uhr).
ZITATE
„Als Bürgermeister von Gmunden freue ich mich besonders, die communale in unserer Stadt willkommen zu heißen. Gmunden ist ein Ort mit reicher Geschichte und lebendiger Kultur und damit ein idealer Schauplatz, um Vergangenheit neu zu betrachten, bisher ungehörte Stimmen sichtbar zu machen und daraus neue Impulse zu gewinnen. Ich lade herzlich dazu ein, die communale oö in Gmunden zu erleben und gemeinsam Geschichte zu entdecken, um daraus neue Perspektiven für die Zukunft zu gewinnen.“ – Bürgermeister Stefan Krapf
„Frauen hatten und haben eine wichtige Rolle in der Gesellschaft, doch sie wird zu wenig wahrgenommen, gewürdigt und weitergegeben. Mit dem Begriff HERstory sollen der Mut, der Einsatz und der Beitrag von Frauen zur Gesellschaft – gestern, heute, morgen – sichtbar gemacht werden. Das Gmundner communale oö Programm holt HERstory vor den Vorhang und ermutigt damit Frauen aller Generationen, mit ihrem Wirken selbstbewusst ihren Platz in der Geschichte einzunehmen.“ – Vizebürgermeisterin Uli Feichtinger
„Wilhelm von Humboldts Worte, Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft´, könnten die diesjährige communale oö in Gmunden nicht besser beschreiben. 400 Jahre nach dem Oberösterreichischen Bauernkrieg blicken wir zurück auf eine Epoche des Umbruchs – und schlagen die Brücke ins Heute. Unter dem Motto ,Mut, Geschichte zu schreiben – von history zu HERstory´ rückt Gmunden insbesondere die oft vergessene Rolle der Frauen in den Fokus. Unterschiedliche Zugänge und vielfältige Formate machen diese Historie lebendig. Kultur soll nicht nur bewahren, sondern den Dialog anregen. Wer die Vergangenheit versteht, gewinnt Orientierung für die Zukunft. Ich lade Sie herzlich zu dieser inspirierenden Reise durch Geschichte, Kunst und Gegenwart ein! – Kulturreferent Andreas Hecht
Programm und alle Details (Gmunden): www.gmunden.at/communale
communale oö (Gesamtfestival): www.communale.at












