Die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen im heurigen Jahr bereiten den landwirtschaftlichen Betrieben im Bezirk Vöcklabruck nach wie vor große Sorgen. Die Auswirkungen der fehlenden Niederschläge zeigen sich praktisch bei allen Kulturen. „Unsere Bäuerinnen und Bauern spüren die Folgen der Trockenheit unmittelbar. Laut Österreichischer Hagelversicherung beträgt das Niederschlagsdefizit in der Hauptvegetationsperiode bis über 90 Prozent“, erklärt BBK-Obmann Alfred Lang.
Durch die geringeren Erntemengen stellen sich Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter die Frage, ob sie Futter zukaufen oder Tierbestände reduzieren sollen. Nachdem von der Dürre praktisch das gesamte Bundesgebiet betroffen ist, muss ein Futterzukauf großräumiger gedacht werden, wie die Aktion von Lagerhäusern, RWA und Maschinenring zeigt, die vom europäischen Markt 1.200 LKW Fuhren Heu für heimische, tierhaltende Betriebe zukauften.
Die Landwirtschaft ist mit ihrem Arbeitsplatz unter freiem Himmel in besonderem Maße von den Witterungsbedingungen abhängig. Während einzelne Niederschlagsereignisse kurzfristig Entlastung bringen, reichen diese oft nicht aus, um die fehlende Bodenfeuchtigkeit nachhaltig auszugleichen. „Falls diese Niederschlagsdefizite anhalten, hat nicht nur die Landwirtschaft ein Problem. Dann müssen wir als Gesellschaft das Thema Wasser neu denken“, so Lang.
Bäuerliche Betriebe zeigen hohe Anpassungsfähigkeit
Trotz der schwierigen Bedingungen zeigen die bäuerlichen Familienbetriebe erneut ihre große Anpassungsfähigkeit und ihr Verantwortungsbewusstsein. Durch den hohen Dauergrünlandanteil (knapp 60 Prozent der Nutzfläche), moderne Bewirtschaftungsmethoden, gezielte Bodenbearbeitung und den Aufbau humusreicher Böden im Ackerbau versuchen viele Betriebe, Wasser im Boden möglichst lange zu speichern und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Wetterextremen zu erhöhen. Dies wird durch das Österreichische Umweltprogramm mit den Maßnahmen „Begrünung von Ackerflächen“ und „System Immergrün“ unterstützt. Im Bezirk Vöcklabruck nehmen mehr als 84 Prozent der Betriebe am ÖPUL teil. Von den Ackerflächen sind 84,4 Prozent auch während der vegetationslosen Zeit bewachsen. Zu den rund 9.277 Hektar Winterungen werden noch 4.845 Hektar begrünt.
Gleichzeitig macht die aktuelle Situation deutlich, wie wichtig verlässliche Rahmenbedingungen für die heimische Lebensmittelproduktion sind. Die Bauernfamilien in der Region leisten täglich einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen Lebensmitteln. Damit dies auch in Zukunft möglich bleibt, braucht es Verständnis für die Herausforderungen der Landwirtschaft und eine stärkere Wertschätzung regional erzeugter Produkte.
„Die zunehmenden Wetterextreme zeigen, dass unsere bäuerlichen Familienbetriebe vor immer größeren Herausforderungen stehen. Die Konsumenten geben mit ihrer Kaufentscheidung jedes Mal einen Produktionsauftrag. Wer regionale Lebensmittel kauft, stärkt die heimische Landwirtschaft und trägt dazu bei, die Versorgungssicherheit in Oberösterreich langfristig zu sichern“, ist Lang überzeugt.
Hofnachfolge braucht gute Rahmenbedingungen
Vöcklabruck gehört landwirtschaftlich zu den vielfältigsten Bezirken: Vom alpinen Bereich und extremen Bergbauerngebieten, einem intensiven Tierhaltungsbereich mit eigentlich allen landwirtschaftlichen Tierarten, über Fischerei, einem starken forstwirtschaftlichen Flächenanteil bis hin zu spezialisiertem Ackerbau mit Getreide und Ölsaaten sowie Sonderkulturen und Wein ist im Bezirk Vöcklabruck alles anzutreffen. Neben der mehr als vielfältigen Urproduktion spielen auch Direktvermarktung sowie Green Care und Urlaub am Bauernhof eine wesentliche Rolle.
Damit dies auch in Zukunft so bleibt, braucht es vor allem eines: Junge Menschen, die bereit sind, Verantwortung auf den Höfen zu übernehmen und die Betriebe weiterzuführen. Der Familienbetrieb ist die Stärke der Landwirtschaft. In einer gelungenen Hofübergabe liegt der Grundstein für Erfolg und Weiterbestand der Höfe. Die Übergabeberatung gehört zu den zeitlich aufwändigsten Beratungsleistungen der BBK Gmunden Vöcklabruck. Neben fachlichen Fragen im rechtlichen, sozialrechtlichen und steuerlichen Themenbereich kommt der Beraterin, dem Berater oft auch die Rolle als außenstehender und unparteiischer Vermittler zu.
„Unsere jungen Bäuerinnen und Bauern brauchen Perspektiven. Wer heute einen Betrieb übernimmt oder in einen neuen Stall investiert, denkt in Generationen und nicht in wenigen Jahren. Dafür braucht es Verlässlichkeit und Planungssicherheit“, betont BBKO Lang. „Wir sind offen für neue Wege und bereit, die Landwirtschaft aktiv weiterzuentwickeln. Voraussetzung dafür sind jedoch faire Marktbedingungen, eine angemessene Wertschätzung regional erzeugter Lebensmittel sowie politische Entscheidungen, die langfristige Investitionen ermöglichen statt verhindern.“
Viele bäuerliche Familien investieren laufend in ihre Betriebe, setzen auf moderne Technologien, Tierwohl, Nachhaltigkeit und höchste Qualitätsstandards. Dennoch stehen gerade junge Hofnachfolgerinnen und Hofnachfolger vor großen Herausforderungen. Steigende Kosten, zunehmende Bürokratie sowie laufend wechselnde gesetzliche Vorgaben erschweren langfristige Investitionsentscheidungen und schaffen Unsicherheit.
Rinderhaltung hat hohe Bedeutung
Von besonderer Bedeutung ist im Bezirk Vöcklabruck die Rinderhaltung, die traditionell der wichtigste Bestandteil der landwirtschaftlichen Produktion und regionalen Wertschöpfung ist. Zahlreiche Betriebe haben in den vergangenen Jahren erhebliche Investitionen in moderne Stallanlagen, Tiergesundheit und Umweltmaßnahmen (bodennahe Gülleausbringung) getätigt. Diese Investitionen können jedoch nur dann stattfinden, wenn die Rahmenbedingungen langfristig planbar und wirtschaftlich tragfähig sind.
Von 1.934 Betrieben im Bezirk Vöcklabruck halten 1.184 Betriebe ca. 60.166 Rinder (davon 17.729 Milchkühe und 6.923 Mutterkühe) – Quelle: GeDaBa 2025
Rinderhalter OÖ: 10.624 Betriebe – davon 1.184 (11,1 Prozent) Betriebe in Vöcklabruck
Rinder in OÖ: 529.374 – davon 60.166 (11,4 Prozent) im Bezirk Vöcklabruck
Milchanlieferung in OÖ: 1,2 Mio Tonnen – 164.325 Tonnen (13,7 Prozent) im Bezirk Vöcklabruck (5 Prozent der gesamten österreichischen Produktion)
Daneben werden auf vielen Betrieben Schweine, Schafe und Ziegen, Pferde, Neuweltkameliden wie Lamas oder Alpakas und jegliches Geflügel gehalten. Ergänzt wird das vollständige Angebot durch bäuerliche Gatterwildhaltung, Imkerei und Fischereiwesen.
Gerade die Tierhaltung steht zunehmend unter gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Beobachtung. Gleichzeitig leisten die heimischen Betriebe einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit mit regionalen Lebensmitteln. Während die Konsumentinnen und Konsumenten hohe Standards bei Tierwohl, Qualität und Herkunft erwarten, müssen diese Anforderungen auch wirtschaftlich umsetzbar sein.
Vertretung bis auf die Ortsebene
Eine Besonderheit der Landwirtschaftskammer ist die Vernetzung bis in die Ortsgruppen. So sind allein im Bezirk Vöcklabruck 48 Ortsbauernausschüsse mit jeweils 7 bis 11 gewählten Mitgliedern tätig. Immer mehr wird es auch Aufgabe der BBK und der Ortsbauernausschüsse, die vielfältigen Leistungen der Landwirtschaft – von der Versorgung mit qualitativ höchstwertigen Lebensmitteln, der Erhaltung des gepflegten Naturraumes bis hin zur Landschaftspflege – der Allgemeinheit bewusst zu machen.
Bewusstsein für heimische Lebensmittel stärken: Regionalität als Schlüssel für die Zukunft
Bewusstseinsbildung beginnt bei jungen Menschen. Informationsveranstaltungen, Schulprojekte, Hofführungen sowie der direkte Kontakt zwischen Produzenten und Konsumenten helfen dabei, Verständnis für die Arbeit der Landwirtschaft zu schaffen und den Wert regionaler Lebensmittel sichtbar zu machen.
„Die Förderung regionaler Produkte ist daher weit mehr als ein Trend. Sie ist ein wichtiger Beitrag zur Versorgungssicherheit, zur Erhaltung unserer Kulturlandschaft und zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Oberösterreich. Gemeinsam können Konsumentinnen und Konsumenten, Handel, Gastronomie und Landwirtschaft dazu beitragen, dass heimische Lebensmittel auch künftig einen festen Platz auf unseren Tellern haben. Regional einkaufen heißt Verantwortung übernehmen – für die Bauernfamilien, für die Umwelt und für die Zukunft Oberösterreichs“, betont die Vorsitzende des Bäuerinnenbeirates Vöcklabruck Landtagsabgeordnete Elisabeth Gneißl.
Besonders positiv hebt Gneißl das starke Engagement der Vöcklabrucker Bäuerinnen hervor. Mit authentischen Einblicken in ihren Arbeitsalltag, fachlichen Informationen und der Vorstellung regional erzeugter Lebensmittel erreichen sie über unzählige Veranstaltungen eine breite Öffentlichkeit und erhalten dafür viel positive Resonanz. „Indem wir mit Konsumentinnen und Konsumenten direkt in den Dialog treten, schaffen wir Vertrauen und vermitteln Wissen. Gerade die persönliche Vernetzung trägt dazu bei, Verständnis für die heimische Landwirtschaft zu stärken und Vorurteile abzubauen“, betont Gneißl
Lernen, wo Lebensmittel entstehen – Schule am Bauernhof
Mit dem Bildungsprogramm „Schule am Bauernhof“ erhalten Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, Landwirtschaft hautnah zu erleben. Direkt auf den Höfen lernen sie, wie Lebensmittel produziert werden, welche Arbeiten im Jahreslauf anfallen und welche Bedeutung eine nachhaltige Bewirtschaftung für Umwelt und Gesellschaft hat.
Im Bezirk Vöcklabruck leisten 12 Schule am Bauernhof-Betriebe damit einen wichtigen Beitrag zur Bewusstseinsbildung. Durch praktische Erfahrungen und persönliche Begegnungen wird Verständnis für die heimische Landwirtschaft geschaffen und das Vertrauen in regionale Lebensmittel gestärkt. Durch die Aktion „Schule am Bauernhof“ wurden 2025 bei 165 Veranstaltungen 2.921 Kinder und Jugendliche erreicht. In den letzten fünf Jahren waren es in Summe rund 13.000 Schülerinnen und Schüler.
Seminarbäuerinnen vermitteln Wissen und Genuss
Die Seminarbäuerinnen sind wichtige Botschafterinnen der heimischen Landwirtschaft. Mit Kochvorführungen, Workshops, Vorträgen und Informationsveranstaltungen vermitteln sie aktuelles Wissen über regionale Lebensmittel, deren Herkunft und Zubereitung.
Sie zeigen den Konsumentinnen und Konsumenten, wie vielfältig und hochwertig die Produkte aus der Region sind und geben wertvolle Tipps für eine bewusste und nachhaltige Ernährung. Durch ihre Arbeit tragen sie wesentlich dazu bei, die Landwirtschaft verständlich und erlebbar zu machen.
Im Bezirk Vöcklabruck sind aktuell drei Seminarbäuerinnen im Einsatz. 2025 nahmen an 71 Veranstaltungen 1.019 Personen teil.
Landwirtschaftliche Ausbildung:
Mit der LFS Vöcklabruck haben wir eine hervorragende Ausbildungsstätte im Bezirk. Aber auch die in angrenzenden Bezirken gelegenen Schulen wie das ABZ Lambach und oder das ABZ Salzkammergut in Altmünster ergänzen die Ausbildungsmöglichkeiten. Das landwirtschaftliche Schulwesen wird förmlich überrannt. Daneben gibt es in der Erwachsenenbildung die Möglichkeit der Ausbildung zur Meisterin/zum Meister der Landwirtschaft und des Betrieblichen Haushaltsmanagements/Diversifizierung, die regelmäßig von der Bezirksbauernkammer Gmunden Vöcklabruck angeboten werden. Nicht zu vergessen ist die in Österreich einzigartige Ausbildungsmöglichkeit im Fischereiwesen im Bundesamt für Wasserwirtschaft am Institut für Gewässerökologie und Fischereiwirtschaft in Scharfling, St. Lorenz.
„Viele junge und junggebliebene Menschen wollen mit permanenter Bildung in der Land- und Forstwirtschaft arbeiten, weil sie ihre Betriebe unternehmerisch ausrichten wollen“, betonen Gneissl und Lang abschließend.
Mag. Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ
Starke Betriebe brauchen eine starke Landwirtschaftskammer an ihrer Seite
2026 ist das schwerwiegendste Dürrejahr in der Geschichte der österreichischen Landwirtschaft, mit einem Schadensausmaß von rund einer Milliarde Euro. Viele Betriebe haben zwar entsprechende Dürreversicherungen abgeschlossen, doch auch diese decken den entstandenen Schaden nur zu einem Teil ab. Für die Betriebe im Bezirk Vöcklabruck wie in ganz Oberösterreich bedeutet das massive Ernteausfälle und wirtschaftliche Unsicherheit. Für LK-Präsident Franz Waldenberger zeigt gerade diese Situation, wie wenig selbstverständlich die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln eigentlich ist.
Die Bundesregierung hat deshalb ein 240 Millionen Euro schweres Dürrehilfe-Paket beschlossen, das nun rasch umgesetzt werden muss: Die öffentlichen Prämienzuschüsse zur Dürreversicherung sollen 2027 angehoben, Sozialversicherungsbeiträge befristet erlassen, Zinszuschüsse für Betriebsmittelkredite geschaffen und Agrarinvestitionskredite gestundet werden.
„Wenn die Natur an ihre Grenzen stößt, spüren das zuerst unsere bäuerlichen Familienbetriebe. Am Ende betrifft es aber uns alle, denn wer weiterhin auf regionale, hochwertige Lebensmittel setzen will, muss auch bereit sein, die Betriebe durch solche Ausnahmejahre zu tragen. Politik, Konsumentinnen und Konsumenten sowie Handel stehen hier gemeinsam in der Pflicht“, so Waldenberger. „Es ist gut, dass die Verantwortlichen endlich gehandelt haben, für unsere Bauernfamilien war das dringend notwendig. Jetzt muss das beschlossene Paket auch rasch und unbürokratisch bei den Betrieben ankommen. Klar ist aber auch, dass damit nur ein Teil der tatsächlichen wirtschaftlichen Schäden abgedeckt werden kann. Versorgungssicherheit entsteht nicht von selbst, sie muss jedes Jahr aufs Neue erarbeitet und politisch babgesichert werden.“
Starke Milchproduktion in Vöcklabruck
Vöcklabruck zählt zu jenen Bezirken, in denen sich die Stärke der oberösterreichischen Milchproduktion besonders deutlich zeigt. Für LK-Präsident Franz Waldenberger ist diese Entwicklung kein Zufall, sondern das Ergebnis von unternehmerischem Mut, kontinuierlichen Investitionen und der konsequenten Nutzung der naturräumlichen Stärken dieses Bezirks. „Vöcklabruck beweist, was möglich ist, wenn bäuerliche Familienbetriebe ihre Standortvoraussetzungen nutzen und in ihre Zukunft investieren. Diese Entwicklung ist aber kein Selbstläufer, sie hängt unmittelbar davon ab, ob sich Milcherzeugung wirtschaftlich weiterhin rechnet“, so Waldenberger.
Milcherzeugung muss sich wirtschaftlich rechnen
Die Milcherzeugerbetriebe – unabhängig von ihrer Größenordnung – müssen ein verlässliches Einkommen erzielen können, um weiterhin hochwertige Milch zu produzieren. Das erfordert nicht nur konsequentes Kostenbewusstsein auf den Betrieben, sondern auch eine faire Abgeltung über den Markt. Der hohe Arbeits- und Zeitaufwand sowie das unternehmerische Risiko verdienen einen angemessenen Preis. Andernfalls können die Leistungen der Milchbäuerinnen und Milchbauern im offenen Wettbewerb langfristig nicht erbracht werden. „Wer hochwertige Lebensmittel will, muss bereit sein, deren Wert auch im Preis anzuerkennen. Handel und Konsumentinnen wie Konsumenten sind gefordert, jene Wertschätzung aufzubringen, die unsere bäuerlichen Familienbetriebe verdienen“, bringt es Präsident Waldenberger auf den Punkt.
Investitionen müssen sich weiterhin lohnen
Dass immer weniger, dafür aber größere und modernere Betriebe Milch produzieren, ist seit Jahren ein prägender Trend in der heimischen Milchwirtschaft. Für Waldenberger steht fest, dass dieser Strukturwandel von den Betrieben selbst gestaltet werden muss. „Wer in einen neuen Stall oder einen Melkroboter investiert, bekennt sich klar zu seinem Betrieb und zur Landwirtschaft in der Region. Dieses Engagement braucht verlässliche Förderungen, weniger Bürokratie und stabile Rahmenbedingungen, damit sich Investitionen auch langfristig auszahlen. Für die Milchbäuerinnen und Milchbauern wird es schwierig, wenn sich die Vorgaben inder Tierhaltung alle paar Jahre ändern und dadurch neuerlicher Anpassungsbedarf bei Stallbau oder Haltung entsteht“, betont Waldenberger.
„Deshalb muss die künftige nationale Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik einen klaren Schwerpunkt auf Einkommenssicherung sowie auf den Ausbau der Produktions- und Wertschöpfungsorientierung legen. Die Budgetmittel für Investitionsförderung und Qualitätsprogramme müssen spürbar aufgestockt, die förderbaren Investitionsobergrenzen angehoben und in Oberösterreich zusätzliche Fördergegenstände finanziert werden. Nur so bleibt Milcherzeugung, wie sie in Vöcklabruck beispielhaft gelebt wird, eine Zukunftsperspektive für bäuerliche Familienbetriebe.“
Landwirtschaftskammer unterstützt die Betriebe im Alltag
Für Waldenberger gehört zu einer starken Landwirtschaft auch eine starke Unterstützung im Hintergrund. Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich steckt rund 43 Prozent ihrer gesamten Arbeit in Beratung – das sind rund 128.000 Beratungsstunden und 65.000 Beratungsgespräche pro Jahr, von der Betriebsführung über Digitalisierung bis zur Hofübergabe. Dazu kommen 2025 mehr als 26.600 Stunden an Rechts-, Steuer- und Sozialberatung, unter anderem für 1.416 Pachtverträge und 370 Konzepte zur Hofübergabe.
„Unsere Betriebe im Bezirk Vöcklabruck wie in ganz Oberösterreich können sich bei komplexen fachlichen, rechtlichen und steuerlichen Fragen auf eine kompetente Beratung verlassen“, so Waldenberger. Wie gut das ankommt, zeigt eine aktuelle Umfrage: Die Betriebe bewerten die Beratung der Landwirtschaftskammer OÖ mit der Durchschnittsnote 1,3, fast 87 Prozent würden sie weiterempfehlen. „Neben einer starken Interessenvertretung brauchen unsere Bäuerinnen und Bauern eine Kammer, die sie auch im Alltag mit kompetenter Beratung begleitet“, so Waldenberger.
Bildung: ein Schlüssel zum Erfolg
Für Waldenberger ist die Ausbildung und laufende Weiterbildung der Bäuerinnen und Bauern ein weiterer entscheidender Erfolgsfaktor für die Zukunft der Landwirtschaft. Über das Ländliche Fortbildungsinstitut (LFI) steht den Betrieben ein umfangreiches, praxisnahes Bildungsangebot zur Verfügung, das von Tierhaltung und Betriebsführung über Digitalisierung bis hin zu Persönlichkeitsbildung und Direktvermarktung reicht. Besonders wichtig sei dabei die regionale Verankerung: Viele Kurse und Fachveranstaltungen finden direkt im Bezirk oder in der Region statt, wodurch lange Anfahrtswege vermieden werden und Weiterbildung gut mit dem Betriebsalltag vereinbar bleibt.
„Wer erfolgreich wirtschaften will, muss sich laufend weiterentwickeln können. Mit dem LFI bieten wir unseren Bäuerinnen und Bauern ein breites Bildungsangebot direkt vor Ort. Das stärkt die fachliche Kompetenz, eröffnet neue Perspektiven für die Betriebsentwicklung und trägt wesentlich dazu bei, dass unsere Familienbetriebe auch künftig wettbewerbsfähig bleiben“, betont Waldenberger abschließend.











