Die Arbeitslosenquote liegt Ende September bei 3,7 Prozent und damit weiterhin deutlich unter dem oberösterreichischen Durchschnitt. Gleichzeitig steigt die Zahl der Langzeitarbeitslosen deutlich an.
GMUNDEN. Mit dem Herbst geht die Arbeitslosigkeit im Bezirk Gmunden wieder zurück. Ende September 2026 waren beim AMS Gmunden 1.686 Personen arbeitslos vorgemerkt – weniger als noch im August. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt die Zahl allerdings um 97 Personen beziehungsweise 6,1 Prozent höher. Oberösterreichweit beträgt der Anstieg 3,3 Prozent.
Die Arbeitslosenquote liegt Ende September bei 3,7 Prozent. Damit liegt sie über dem Vorjahreswert von 3,5 Prozent, aber weiterhin deutlich unter dem oberösterreichischen Vergleichswert von 5,1 Prozent und dem bundesweiten Wert von 7,1 Prozent.

Deutlicher Anstieg bei Langzeitarbeitslosigkeit
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei jenen Personen, die bereits länger als zwölf Monate arbeitslos sind. Ende September waren 193 Menschen in dieser Gruppe vorgemerkt. Das entspricht einem Anstieg von 55 Personen beziehungsweise 39,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Bei Frauen waren 783 Personen arbeitslos gemeldet, um 28 beziehungsweise 3,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei den Männern stieg die Zahl um 69 Personen beziehungsweise 8,3 Prozent auf 903. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit fällt damit bei Männern deutlich stärker aus.
Mittlere Altersgruppe besonders betroffen
Bei den unter 25-Jährigen waren Ende September 213 Personen arbeitslos vorgemerkt. Das entspricht einem leichten Anstieg von 0,9 Prozent.
Deutlicher fällt die Entwicklung bei den 25- bis unter 50-Jährigen aus. Hier stieg die Zahl der Arbeitslosen um 79 Personen beziehungsweise 9,5 Prozent auf 908. Bei den über 50-Jährigen waren 565 Personen arbeitslos gemeldet, um 2,9 Prozent mehr als im Vorjahr.
Innerhalb der mittleren Altersgruppe verzeichnen die 40- bis 49-Jährigen mit plus 14,7 Prozent den stärksten Anstieg. Bei den 30- bis 39-Jährigen beträgt der Zuwachs 12,8 Prozent.
Weniger Personen in Schulungen
582 Personen befanden sich Ende September in Schulungsmaßnahmen des AMS Gmunden. Das sind 49 Personen beziehungsweise 7,8 Prozent weniger als im Vorjahr, als 631 Menschen an Schulungen teilnahmen.
Insgesamt begleitet das AMS Gmunden derzeit rund 2.268 Personen aktiv. Darunter fallen sowohl arbeitslos vorgemerkte Personen als auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Schulungsmaßnahmen.
Stellenmarkt: Weniger Bestand, mehr neue Meldungen
Beim AMS Gmunden waren im September 1.317 offene Stellen gemeldet. Das sind 102 Stellen beziehungsweise 7,2 Prozent weniger als im Vorjahr.
Gleichzeitig wurden im September 584 neue offene Stellen von den Betrieben gemeldet – ein Plus von 40 Stellen beziehungsweise 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Damit zeigt sich ein unterschiedliches Bild: Der Bestand an offenen Stellen liegt unter dem Vorjahresniveau, gleichzeitig haben die Betriebe im September mehr neue Stellen gemeldet.
Lehrstellenangebot weiterhin größer als Nachfrage
Am Lehrstellenmarkt waren Ende September 24 Lehrstellensuchende vorgemerkt. Das entspricht einem Anstieg von vier Personen beziehungsweise 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Dem gegenüber stehen 110 sofort verfügbare offene Lehrstellen. Zwar ist deren Zahl im Jahresvergleich um 24 beziehungsweise 17,9 Prozent zurückgegangen, das Angebot übersteigt die Zahl der Lehrstellensuchenden aber weiterhin deutlich.

Arbeitslosenquote schwankt im Jahresverlauf
Die Arbeitslosenquote im Bezirk Gmunden hat sich in den vergangenen zwölf Monaten unterschiedlich entwickelt. Nach einem Anstieg in den Wintermonaten ging sie im Frühjahr und Frühsommer deutlich zurück.
- 31.10.2025: 3,8 %
- 30.11.2025: 4,0 %
- 31.12.2025: 4,8 %
- 31.01.2026: 5,3 %
- 28.02.2026: 5,0 %
- 31.03.2026: 4,3 %
- 30.04.2026: 3,8 %
- 31.05.2026: 3,5 %
- 30.06.2026: 3,4 %
- 31.07.2026: 3,7 %
- 31.08.2026: 4,0 %
- 30.09.2026: 3,7 %
Nach dem Höchststand von 5,3 Prozent Ende Jänner lag die Arbeitslosenquote Ende September bei 3,7 Prozent.
AMS setzt auf persönliche Begleitung und Qualifizierung
AMS-Gmunden-Leiterin Ilse Hankowetz verweist insbesondere auf die Entwicklung bei der Langzeitarbeitslosigkeit und die gleichzeitig zunehmenden Stellenmeldungen der regionalen Betriebe:
„Hinter jeder Zahl stehen Menschen mit ihren ganz eigenen Lebensrealitäten. Dass Arbeitslosigkeit bei vielen länger dauert, nehmen wir sehr ernst – genau dort setzen wir mit persönlicher Begleitung und Qualifizierung an, die zum jeweiligen Menschen passt. Gleichzeitig melden uns die Betriebe in der Region mehr neue Stellen als im Vorjahr. Diese beiden Seiten bringen wir gemeinsam zusammen.“
Weitere Details zur Entwicklung des Arbeitsmarktes im Bezirk Gmunden sind dem AMS-Folder für September 2026 zu entnehmen.












