Die Bauarbeiten für den Neubau des Laufwasserkraftwerks Traunfall schreiten sichtbar voran. Gestern, 17. Oktober 2026, nutzten mehr als 500 Anrainer:innen die Gelegenheit, erstmals einen exklusiven Blick auf die Baustelle werfen.
„Mit dem Neubau des Kraftwerk Traunfall realisieren wir eines der bedeutendsten Wasserkraftprojekte Oberösterreichs der letzten Jahrzehnte. Das Projekt steht für technische Exzellenz, nachhaltige Bauweise und verantwortungsvollen Ressourceneinsatz. Die bisherigen Baufortschritte sind beeindruckend und machen den Projekterfolg bereits heute sichtbar. Das große Interesse der Bevölkerung unterstreicht die hohe Bedeutung des Projekts für die Region und seine Rolle als zentrale Infrastrukturinvestition für die künftige Energieversorgung“, betont Energie AG-CTO Alexander Kirchner.
Der Rückbau des ehemaligen Kraftwerks Siebenbrunn sowie der Wehranlage Gschröff sind abgeschlossen. Damit wurde Platz für die neue Wehranlage und die umfangreichen ökologischen Gestaltungsmaßnahmen im Stauraum geschaffen. Etwa die Hälfte der vorgesehenen ökologischen Maßnahmen wurden bereits umgesetzt.

Im Bereich der Wehranlage wurde die Baugrabenumschließung erfolgreich fertiggestellt. Die Aushubarbeiten und die umfangreichen Betonarbeiten liefen planmäßig. Während der Sommermonate wurden die Arbeiten gezielt auf Bereiche außerhalb der Traun konzentriert, um die ökologisch sensible Laichperiode zu schützen. Mit September wurden die Arbeiten im Wasser wieder aufgenommen. Ab November wird das erste von insgesamt drei Wehrsegmenten montiert. Mit einem Gewicht von ca. 53 Tonnen pro Segment zählt dieser Arbeitsschritt zu den spektakulärsten Bauphasen des Projekts.
Der Vortrieb für den Oberwasserstollen ist mit etwa 330 Metern bereits zu rund 90 Prozent fertiggestellt. Nach dem Vortrieb folgten Abdichtungsarbeiten und die Herstellung der Betoninnenschale. Parallel dazu wurde auch der rund 100 Meter lange Unterwasserstollen vorgetrieben. Der Durchschlag erfolgt erst mit dem Abbruch des bestehenden Kraftwerks Traunfall.
Im Bereich des Krafthauses ist die Baugrubensicherung abgeschlossen und der tiefste Punkt der etwa 26 Meter tiefen Baugrube erreicht. Damit beginnt nun die nächste Bauphase, in der das Bauwerk über das Fundament hinaus Gestalt annimmt. Besonders anspruchsvoll ist dabei die Errichtung des sogenannten Saugrohres der Turbine. Dieses Bauteil verbindet die Kaplan-Turbine mit dem Unterwasser und sorgt dafür, dass die im Wasser enthaltene Energie bestmöglich genutzt werden kann. Aufgrund seiner komplexen Geometrie zählt es zu den technisch anspruchsvollsten Betonbauwerken des gesamten Projekts.
Über den Neubau des Kraftwerks Traunfall
Der Neubau ersetzt die bestehenden Anlagen Gschröff, Siebenbrunn und das aktuelle Kraftwerk Traunfall, die das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben. Die Errichtung dieser Anlagen geht bis ins Jahr 1888 zurück. Bereits in der Projektierung wurde den sensiblen ökologischen Rahmenbedingungen vor Ort besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Der Traunfall bleibt in seiner natürlichen Schönheit unberührt.
Mit einem Investitionsvolumen von rund 190 Millionen Euro entsteht das drittgrößte Kraftwerk der Energie AG an der Traun und damit saubere Energie für 35.000 Haushalte. Die Inbetriebnahme des Kraftwerks Traunfall ist für 2028 geplant.












