Eigentlich sollte Ihr Urlaubsflieger gleich abheben, doch stattdessen zeigt die Anzeige auf dem Monitor plötzlich eine deutliche Verspätung an. Die Stimmung am Gate kippt und die Fluggäste reden alle durcheinander. Wenn sich der Flug verspätet, geraten Reisepläne durcheinander und Hektik macht sich breit. Verlieren Sie in dem Getümmel nicht den Überblick, denn je nach Situation steht Ihnen eine Entschädigung zu. Das funktioniert am besten, wenn Sie Ihre Ansprüche sichern und die Ruhe bewahren.
Ruhe bewahren und den Grund der Verzögerung erfragen
Lassen Sie sich am Schalter der Fluggesellschaft den genauen Grund für die Verzögerung direkt schriftlich bestätigen. Das Personal vor Ort ist verpflichtet, Ihnen Auskunft über die Ursachen zu geben. Unter bestimmten Voraussetzungen bekommen Sie bei einer Flugverspätung Entschädigung, sofern das Ziel mit mindestens drei Stunden Verspätung erreicht wird.
Reine Ausreden der Airline sollten Sie nicht einfach hinnehmen. Technische Defekte oder fehlendes Personal fallen in den Verantwortungsbereich der Fluggesellschaft.
Nur bei extremen Unwettern oder gesperrtem Luftraum liegt ein außergewöhnlicher Umstand vor, der Zahlungen ausschließt. Die schriftliche Bestätigung dient Ihnen später als wichtiger Nachweis.
Rechte bei verpassten Anschlussflügen und langen Umstiegen
Besonders ärgerlich wird eine Startverzögerung, wenn Sie an einem Drehkreuz umsteigen müssen und den gebuchten Anschlussflug verpassen. Wenn beide Flugsegmente zusammen auf einem einzigen Ticket gebucht wurden, trägt die Airline die Verantwortung dafür, Sie kostenlos auf die nächstmögliche Verbindung umzubuchen.
Führt die Verzögerung dazu, dass Sie erst am nächsten Tag weiterfliegen können, steht Ihnen zusätzlich eine kostenlose Hotelübernachtung inklusive Transfer zur Unterkunft und zurück zum Terminal zu.
Lassen Sie sich in einem solchen Fall nicht mit einfachen Gutscheinen abspeisen, sondern fordern Sie vom Bodenpersonal eine konkrete Umbuchung sowie die Unterkunft verbindlich ein.
Versorgungsleistungen direkt am Flughafen einfordern
Zieht sich das Warten in die Länge, muss die Fluggesellschaft für Ihr leibliches Wohl sorgen. Bereits ab zwei Stunden Wartezeit stehen Ihnen kostenlose Getränke und Verpflegungsgutscheine zu.
Auch zwei Telefonate oder der Zugang zu E-Mails gehören zu den Pflichtleistungen der Fluggesellschaft.
Sprechen Sie die Mitarbeiter am Schalter aktiv auf diese Versorgungsleistungen an. Sollte das Personal keine Gutscheine ausgeben, können Sie sich angemessene Verpflegung selbst kaufen.
Achten Sie dabei darauf, dass die Ausgaben im normalen Rahmen bleiben und keine Luxusartikel umfassen.
Belege und Quittungen lückenlos aufbewahren
Wenn Sie etwas essen oder trinken oder auch mit dem Taxi ins Hotel fahren, heben Sie alle Quittungen auf. Auch die Bordkarte und die Buchungsbestätigung sind wichtig. Machen Sie mit dem Smartphone ein Foto von der Anzeigentafel, sodass Sie die Verspätung dokumentieren können. Lückenlose Dokumente erleichtern den Vorgang und sichern Ihnen die Erstattung der Zusatzkosten.
Ansprüche nach der Reise konsequent durchsetzen
Versuchen Sie nicht, finanzielle Forderungen noch am Flughafen unter Hektik durchzudrücken. Konzentrieren Sie sich vor Ort auf die notwendige Betreuung und das Sammeln der Nachweise.
Die rechtliche Durchsetzung der Ansprüche erledigen Sie entspannt nach der Rückkehr von zu Hause aus. Je nach Distanz der Flugstrecke stehen Ihnen gestaffelte Beträge von 250 bis zu 600 Euro zu. In Österreich haben Sie für die Geltendmachung bis zu drei Jahre Zeit, weshalb Sie den Urlaub erst einmal ungestört genießen können.














