Allzu hohe Abgaben – der „Zehent“ – und willkürliche Frondienste lösten in den 1620er-Jahren unter der Bauernschaft Unruhe aus. Im ganzen Reich drängten die Bauern auf eine Linderung ihrer teils bitteren Not.
Durch das damals mehrheitlich protestantische Oberösterreich, insbesondere durch das Inn- und das Hausruckviertel sowie das Salzkammergut, zog sich die blutige Spur der Bauernkriege. Am 15. Mai 1625 ließ der bayerische Statthalter Adam Graf von Herberstorff über 36 mutmaßliche Rädelsführer der Rebellen beim Würfelspiel am Haushammerfeld in Frankenburg Gericht halten.
Anstatt alle mutmaßlichen Rädelsführer der protestantischen bäuerlichen Erhebung hinrichten zu lassen, ließ Herberstorff sie sodann paarweise um ihr Leben würfeln. 17 Verlierer des Würfelns wurden an Ort und Stelle gehängt, die anderen begnadigt.
Diese drastische Strafaktion gegen die protestantischen Aufständischen hatte nicht die von Herberstorff erhoffte abschreckende Wirkung, sondern wurde zum Auslöser des späteren, sorgfältig geplanten Bauernaufstandes in Oberösterreich, der im Mai 1626 begann. Die mutigen und teils siegreichen Schlachten von Stefan Fadinger und Christoph Zeller sind der jungen Generation teilweise nicht bekannt, da diese Rekatholisierung in den Schulstunden kaum noch im Lehrstoff zu finden ist.
Dieses 400-jährige traurige und dennoch denkwürdige „Jubiläum“ nahmen die Schülerverbindungen Arminia zu Gmunden, Florian Geyer zu Vöcklabruck und Germania zu Ried zum Anlass für eine gemeinsame Gedenkveranstaltung.
Beim nachmittäglichen Farbenbummel am Gmundner Rathausplatz lockte die Sommersonne viele Verbandsbrüder direkt auf die Terrasse des Seehotels „Schwan“. Ungefähr 45 Waffenstudenten boten ein farbenfrohes Bild und zogen die Aufmerksamkeit vieler Passanten auf sich. Einige wollten mehr über uns erfahren, ihre Kommentare waren durchwegs positiv.
Klimaschonend ging‘s dann gemeinsam mit der Straßenbahn zum Hauptbahnhof Gmunden und von dort im Fußmarsch weiter zum Bauernkriegsdenkmal im nahegelegenen Pinsdorf. Im Ortsteil Neuhofen fand am
15. Nov. 1626 eine blutige Schlacht statt. Ca. 2.000 Bauern, darunter auch viele Kinder (!), wurden in diesem Massengrab bestattet. 1883 ließ der Gmundner Geschäftsmann Johann Ev. Forstinger auf dem Hügel ein Mahnmal in Form eines Obelisken zur Erinnerung an diese Ereignisse errichten.
Nach der Kranzniederlegung beim Mahnmal spannte Dipl.-Ing. Dr. Arthur Kroismayr, selbst engagierter und stolzer Bauer, einen Bogen von dieser dunklen Zeit bis zur Gegenwart. Unsere persönliche Freiheit ist nach wie vor vielen Bedrohungen ausgesetzt. „Dass wir frei sind und frei sein wollen!“, eine der frühesten Forderungen nach Freiheit in Europa, ist auch nach 400 Jahren aktueller denn je!
Per pedes ging’s dann weiter zum Gasthof Reiter zum gemeinsamen Abendessen und zur Bauernkriegs-Kreuzkneipe. In seiner kurzweiligen Gedenkansprache brachte Mag. Erich Kaniak den mehr als 70 Festgästen aus ganz Österreich nicht nur zahlreiche, für viele unbekannte Details zu den Bauernkriegen in OÖ näher, er beleuchtete die Lebensumstände der damaligen Zeit, und das im Vergleich zu anderen Ländern in Europa.
Ergänzend zu den „offiziellen“ Gedenkveranstaltungen des Landes Oberösterreich haben die drei schlagenden Verbindungen diese weitreichenden geschichtlichen Ereignisse in unserer Heimat aus einer Sicht abseits des Mainstreams beleuchtet.












