Gemeinsam lachen, Herausforderungen meistern und dabei ungeahnte Stärken entdecken: das erlebten diesen Sommer Menschen mit psychischen Erkrankungen. Sie leben in den invita-Wohnhäusern der Caritas in Gmunden, Ried, Sierning, Pfaffing und Ebensee oder werden von invita mobil begleitet. Bei den Naturerlebnistagen „(in)vita lacus felix“ am Traunsee sammelten sie Erfahrungen, die ihr Selbstvertrauen stärkten und bis heute nachwirken.
Schon die Fahrt mit dem Schnellboot zum sogenannten „Weißen Steinbruch“ am Ostufer sorgte für Begeisterung. Obwohl manche anfangs noch Respekt hatten, war schnell spürbar, was die Tage prägte: Zusammenhalt. Immer wieder war von den Teilnehmer*innen der Satz zu hören: „Gemeinsam sind wir stark.“ „Unser Ziel ist es, dass die Menschen Erfahrungen machen, an die sie auch in schwierigen Alltagssituationen anknüpfen können. Wer hier erlebt, dass er Ängste überwindet und Herausforderungen meistert, gewinnt Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten – und nimmt dieses Gefühl mit nach Hause“, erklärt Caritas-Mitarbeiter Michael Pacher, der als ausgebildeter Naturerlebnis-Pädagoge die Erlebnistage leitete.
Mut wächst mit jeder Herausforderung
Ob Feuer ohne moderne Hilfsmittel entzünden, Interaktionsspiele oder Aufgaben im Gelände – jede Übung forderte die Teilnehmer*innen auf ihre eigene Weise heraus. Besonders beeindruckend war, wie viele dabei über sich hinauswuchsen. Ein Teilnehmer zeigte der Gruppe mit seinem eigenen Outdoor-Equipment, wie sich Wasser aus dem Traunsee zu Trinkwasser aufbereiten lässt. Mit seinem Fachwissen beeindruckte er nicht nur die anderen, sondern gewann selbst sichtbar an Selbstvertrauen.
Auch Übungen mit verbundenen Augen verlangten Mut und Vertrauen. Ausschließlich durch Worte oder Berührungen ließen sich die Teilnehmer*innen sicher durch unwegsames Gelände führen. Ein besonderer Höhepunkt war der Rollentausch zwischen Betreuer*innen und betreuten Personen.
„Dieser Rollenwechsel war für viele ein Schlüsselmoment. Sie haben erlebt, dass sie nicht nur Unterstützung brauchen, sondern auch selbst Verantwortung übernehmen und anderen Sicherheit geben können. Das verändert den Blick auf die eigenen Fähigkeiten nachhaltig“, sagt Caritas-Mitarbeiter Michael Pacher.
Nach jeder Aufgabe wurde gemeinsam reflektiert. Trotz ganz unterschiedlicher Erlebnisse zeigte sich ein gemeinsamer Nenner: Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und in die Gruppe war gewachsen.
„Ich hätte nie gedacht, dass ich mich das traue. Jetzt weiß ich, dass ich viel mehr schaffen kann, als ich geglaubt habe“, erzählt eine Teilnehmerin. Ein anderer Teilnehmer ergänzt: „Am schönsten war, dass wir uns gegenseitig geholfen haben. Gemeinsam war plötzlich vieles einfacher.“
Die positiven Erfahrungen begleiten viele bis heute. In schwierigen Alltagssituationen erinnern die Betreuer*innen immer wieder an gemeinsam gemeisterte Herausforderungen. Sätze wie „Weißt du noch, beim Lacus Felix hast du das geschafft. Versuch, dir dieses Gefühl wieder herzuholen“ geben vielen neuen Mut. Daraus entstand ein Leitspruch, der bis heute nachwirkt: „Wenn ich das geschafft habe, schaffe ich das auch.“
„Wenn Teilnehmer*innen Wochen oder Monate später auf diese Erlebnisse zurückgreifen und daraus Kraft schöpfen, zeigt sich, wie nachhaltig diese Tage wirken. Aus einem besonderen Naturerlebnis wird neues Selbstvertrauen für den Alltag“, sagt Caritas-Mitarbeiter Michael Pacher.















