Steigende Lebenshaltungskosten, fehlende Kinderbetreuung und unsichere Einkommen treffen besonders Frauen. Im Vorjahr unterstützte die Caritas-Sozialberatung 76 Personen aus dem Bezirk Gmunden – 67 Prozent davon waren Frauen. Dazu kamen 24 Kinder, die auf diesem Weg mitversorgt wurden. Diese Hilfe ist nur durch Spenden möglich. Bis Herbst sind wieder zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter*innen aus den Pfarren für die Caritas-Haussammlung unterwegs, um Spenden für Menschen in Not zu sammeln.
Als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern steht Doris W*. täglich vor großen Herausforderungen. Seit Anfang 2025 arbeitet sie 30 Wochenstunden bei einer Reinigungsfirma – mehr lässt sich mit den Betreuungszeiten ihrer beiden Kinder (drei und zehn Jahre alt) nicht vereinbaren. Trotz ihres großen Einsatzes reicht das Einkommen kaum für das Nötigste. Der dreiköpfigen Familie stehen rund 1.970 Euro monatlich zur Verfügung. Allein für Miete und Strom fallen über 900 Euro an. Nach Abzug der Fixkosten bleiben der Familie etwa 790 Euro zum Leben – das sind rund 263 Euro pro Person im Monat bzw. weniger als 9 Euro pro Tag.
Zusätzlicher Druck entstand durch Schulden aus der Zeit nach der Karenz, als mangels Kinderbetreuungsplatz weder Erwerbsarbeit noch Arbeitslosengeldbezug möglich waren. Ein Kontoüberzug war die Folge. In dieser Zeit wurde ihr auch die Sozialhilfe nicht gewährt. Die Wohnbeihilfe stand ihr aufgrund fehlender durchgehender Erwerbszeiten ebenfalls nicht zu.
In dieser belastenden Situation wandte sich Doris W. an die Caritas-Sozialberatung. Neben einer umfassenden Beratung half die Caritas in der akuten Not mit Lebensmittelgutscheinen. Zudem wurden Gebührenbefreiungen beantragt und über den Bildungsfonds konnten offene Rechnungen für Hort und Krabbelstube beglichen werden. „Der Fall von Doris W. zeigt, wie schnell Frauen trotz Arbeit und aufgrund der Kinderbetreuung in existenzielle Not geraten können. Niederschwellige Beratung und konkrete Hilfe zur Selbsthilfe sind entscheidend. Dank der Spenden aus der Haussammlung können wir betroffene Familien rasch unterstützen und Perspektiven eröffnen“, sagt Michael Felder, Leiter der Caritas-Sozialberatung Region Süd in Oberösterreich.
Insgesamt unterstützte die Caritas im Jahr 2025 oberösterreichweit 12.719 Menschen in Not – inklusive ihrer Angehörigen – in 15 Sozialberatungsstellen. Unter den von der Caritas unterstützten Frauen waren dabei mehr als die Hälfte alleinerziehend. Jede fünfte Familie mit Kinder in Österreich ist eine Ein-Eltern-Familie.
Helfen Sie mit einer Spende
Die Caritas-Nothilfe ist ausschließlich durch Spenden möglich. Ein wesentlicher Teil davon wird bei der Haussammlung aufgebracht. Ehrenamtliche aus den Pfarren gehen von Tür zu Tür; wird niemand angetroffen, hinterlassen sie einen Erlagschein. Die Spenden bleiben in Oberösterreich und helfen rasch und unbürokratisch – mit Lebensmittelgutscheinen, Zuschüssen zu Strom- und Heizkosten, Lernhilfe für sozial benachteiligte Kinder, Notunterkünfte für Mütter mit Kindern oder einem warmen Essen für Menschen, die auf der Straße leben.
Nähere Infos zur Caritas-Hilfe und zur Haussammlung mit Online-Spendenmöglichkeit unter www.caritas-ooe.at/haussammlung
*Name geändert











