Mit „Reden, denken, machen!“ startet ab September die nächste Phase des Zukunftsprozesses „Vorsprung Oberösterreich“. Die Menschen vor Ort sollen ihre Ideen einbringen und mitgestalten, wie sich ihre Gemeinden und das Land weiterentwickeln.
Oberösterreich will den Blick in die Zukunft richten – und dabei die Bevölkerung stärker einbinden. Im Rahmen des von Landeshauptmann Thomas Stelzer gestarteten Zukunftsprozesses „Vorsprung Oberösterreich“ wird ab September ein neues Bürgerdialog-Format in den Gemeinden und Städten ausgerollt. Unter dem Motto „Reden, denken, machen!“ sollen die Menschen direkt vor Ort diskutieren: Was funktioniert in der eigenen Gemeinde gut? Wo gibt es Handlungsbedarf? Und welche Ideen gibt es für die kommenden Jahre?
Nach drei Pilotgemeinden im Juli soll das Format nun auf weitere Gemeinden ausgeweitet werden. Die konkrete Umsetzung kann dabei unterschiedlich aussehen – vorgesehen sind etwa Stammtische, Ideenpicknicks, „Gehspräche“, Zukunftswerkstätten oder offene Gemeindeabende. Die gesammelten Vorschläge sollen sichtbar gemacht, gebündelt und sowohl für die Arbeit in der jeweiligen Gemeinde als auch für den Zukunftsprozess des Landes genutzt werden.
„Gute Ideen müssen auch umgesetzt werden“
OÖVP-Landesgeschäftsführer Florian Hiegelsberger betont die Bedeutung der kommunalen Ebene. Die Menschen selbst wüssten am besten, was in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld funktioniert und wo Verbesserungen notwendig seien. Auch Bürgermeisterin Andrea Hubmer aus Holzhausen sieht in der Bürgerbeteiligung einen wichtigen Bestandteil des Prozesses. Entscheidend sei, dass aus dem Zuhören konkrete Schritte entstehen: „Aus Reden und Denken soll deshalb am Ende auch Machen werden.“
Bei den Gesprächen soll es deshalb nicht nur um allgemeine Wünsche gehen. Im Mittelpunkt stehen konkrete Fragen: Was schätzen die Menschen an ihrem Ort? Welche Themen beschäftigen sie? Wo sehen sie Handlungsbedarf und welche Ideen gibt es für die nächsten Jahre?
Mehr als 18.000 Ideen eingebracht
Dass die Beteiligung bereits bisher groß war, zeigen die Zahlen des Zukunftsprozesses. Im Herbst 2025 wurden rund 150.000 OÖVP-Mitglieder zur „Vorsprung OÖ-Befragung“ eingeladen. 7.637 Personen nahmen teil und brachten insgesamt 18.501 konkrete Ideen für Oberösterreich ein.
Themen waren unter anderem Lebensqualität und Zusammenhalt, Wirtschaft und Arbeit, Künstliche Intelligenz und Digitalisierung, aber auch Gesundheit, Pflege, Migration und der demografische Wandel. 92 Prozent der Befragten zeigten sich mit der Lebensqualität in Oberösterreich zufrieden oder sehr zufrieden. 64 Prozent gaben an, sich zusätzlich ehrenamtlich in Organisationen zu engagieren. Gleichzeitig erwarten 40 Prozent bis 2030 starke Veränderungen für Oberösterreich durch aktuelle Trends und Entwicklungen.
Auch bei drei größeren Veranstaltungen des Zukunftsprozesses wurden bereits Ideen gesammelt. Insgesamt nahmen daran mehr als 1.000 Menschen teil.
Zukunftsthemen im Fokus
Parallel zu den Bürgerdialogen geht „Vorsprung Oberösterreich“ mit zwei weiteren regionalen Veranstaltungen weiter. Am 23. September steht im Hausruckviertel im Museum Angerlehner in Thalheim bei Wels das Thema Cybersicherheit und digitale Souveränität im Mittelpunkt. Als Keynote-Speaker ist Helmut Reisinger, CEO EMEA von Palo Alto Networks, angekündigt.
Am 19. Oktober folgt im Traunviertel bei BMW Steyr eine Veranstaltung mit Johannes Brandstetter, Mitgründer von Emmi AI und Chief Science Officer. Im Mittelpunkt stehen Künstliche Intelligenz, Forschung und die Frage, wie aus einem oberösterreichischen Technologieprojekt internationale Erfolge entstehen können.
Zukunftsprogramm für 2027
Am Ende des Prozesses soll Anfang 2027 das neue Zukunftsprogramm „Vorsprung Oberösterreich“ präsentiert werden. Dafür sollen drei Perspektiven zusammengeführt werden: die großen Veränderungen der Welt, die Lebensrealität der Menschen und die Werte der OÖVP.
Zehn Megatrends – von Künstlicher Intelligenz und demografischem Wandel bis hin zu Globalisierung, Mobilität, Gesundheit und neuen Formen des Zusammenlebens – bilden dabei den Blick nach vorne. Gleichzeitig sollen die bisher eingebrachten 18.501 Ideen, Online-Beiträge und die Ergebnisse der regionalen Veranstaltungen sowie künftig auch die Vorschläge aus den Gemeinden einfließen.
Das Ziel sei laut Hiegelsberger, nicht nur vorherzusagen, wie Oberösterreich in Zukunft aussehen könnte, sondern gemeinsam zu entscheiden, wie das Land mit den Veränderungen umgehen will. Der Zukunftsprozess soll damit von der Landesebene bis in die Gemeinden reichen – und die Ideen der Menschen vor Ort stärker in die politische Arbeit einbinden.












