Wie gut die Altmünsterer Feuerwehren im Ernstfall zusammenarbeiten, zeigten 84 Einsatzkräfte mit 13 Fahrzeugen am 31. Oktober bei einer Pflichtbereichsübung auf dem Gelände des Lagerhauses in Altmünster. Alle Feuerwehren der Gemeinde übten gemeinsam, um die Zusammenarbeit zu trainieren, Abläufe für den Ernstfall zu festigen und das Gebäude kennenzulernen. Die Übung fand außerhalb der Geschäftszeiten statt und dauerte rund 90 Minuten.
Mehrere Notfälle zugleich
Das Übungsszenario hatte es in sich: Ein Unfall zwischen Gabelstapler und PKW mit vier eingeklemmten Personen, ein Werkstattbrand mit sieben Vermissten, davon drei bewusstlos, sowie ein PKW-Brand in der Waschbox forderten die Mannschaften gleichzeitig. Als erste Fahrzeuge trafen die Kräfte der FF Eben/Nachdemsee ein. Nach der Lageerkundung ließ Einsatzleiter Günter Raffelsberger sofort alle weiteren Feuerwehren im Pflichtbereich nachalarmieren.
„Gerade am Anfang zählt jede Minute. Wer früh Verstärkung holt, gewinnt Zeit für die Menschen, die auf Hilfe warten“, erklärte Raffelsberger.
Während die ersten Kräfte die Insassen des PKW versorgten und deren Rettung vorbereiteten, machte sich bereits ein Atemschutztrupp bereit. Nach und nach rückten die Feuerwehren Altmünster, Neukirchen und Reindlmühl an. Nach einer zunächst unübersichtlichen Phase übernahmen alle ihre Aufgaben und der Einsatz lief reibungslos.
Gasflaschen, Rauch und ein Kollaps
Beim Werkstattbrand galt es, neben der Personenrettung auch gelagerte Gasflaschen zu sichern. Dichter Rauch und Hitze erschwerten die Suche, doch Person um Person wurde ins Freie gebracht. Die Gruppenkommandanten der Fahrzeuge organisierten den Brandschutz, die Zubringerleitungen zu den Tankfahrzeugen und die Einteilung der Löschtrupps. Wasser floss durch die Leitungen, während die Trupps unter Atemschutz in das Gebäude vordrangen.
Mitten in den Löscharbeiten verlor ein Atemschutzträger das Bewusstsein. Sofort rückte ein Rettungstrupp aus und brachte den Kameraden in Sicherheit. Zeitgleich brach in der Waschbox ein PKW-Brand aus. Die Löschleitungen standen binnen kürzester Zeit, zunächst kam der Schnellangriff zum Einsatz, anschließend das Schaumrohr.
Dass gerade ein Lagerhaus als Übungsobjekt gewählt wurde, hat einen Grund: Einsätze in Agrarbetrieben sind durch die Vielzahl gelagerter Betriebsmittel und Chemikalien zusätzlich erschwert. „Solche Übungen geben uns die Sicherheit, dass jeder Handgriff sitzt, wenn es wirklich darauf ankommt“, so Raffelsberger.
Anerkennung von allen Seiten
Neben interessierten Anrainern verfolgte auch Bezirksfeuerwehrkommandant Thomas Dreiblmeier die Übung. In der Abschlussbesprechung hob er hervor, wie kompetent und professionell die Einsatzkräfte gearbeitet hätten. Bürgermeister Martin Pelzer zeigte sich stolz: „Ich bin froh und stolz, solche Profis in unserer Gemeinde zu haben, die rund um die Uhr ehrenamtlich für die Sicherheit der Bevölkerung im Einsatz sind.“ Auch Norbert Hochrainer von der Geschäftsführung des Lagerhauses Vöcklabruck/Gmunden zeigte sich von den Leistungen in der Niederlassung Altmünster beeindruckt.
Die zwölf Übungsopfer wurden von Mitgliedern der Feuerwehrjugend, Feuerwehrangehörigen, Mitarbeiter vom Lagerhaus und die Töchter, des Bürgermeisters (Lisa und Emma) dargestellt. Nach etwa 90 Minuten konnte allen Mannschaften „Übungsziel erreicht“ gemeldet werden.
Die Kommandanten des Pflichtbereichs Altmünster dankten besonders Andreas Spitzbart, Andreas Lidauer und Norbert Hochrainer von der Lagerhausleitung. Sie hatten die Großübung außerhalb der Geschäftszeiten ermöglicht und im Anschluss für die Verpflegung der Einsatzkräfte gesorgt.




















