Der niederösterreichische Norden mit seinen ursprünglichen, fast mystischen Landschaften, sanften Hügeln, Wäldern, Feldern, Gesteinsformationen und Gewässern war das Ziel der diesjährigen 4-Tages-Fahrt des Pensionistenverbands Altmünster.
Erstes Ziel war die mittelalterliche Stadt Zwettl mit dem Hundertwasserbrunnen als Kontrast zu den altehrwürdigen Bürgerhäusern am Hauptplatz. Am Nachmittag führte eine Schifffahrt auf dem Ottensteiner Stausee, dessen Wasserstand in diesem heißen Sommer ca. 4 Meter unter dem durchschnittlichen Niveau lag bis an den Rand des Truppenübungsplatz Allentsteig.
Am zweiten Tag besuchten die Pensionisten die Granit- und Braustadt Schrems. Während die „Durstigen“ bei einer Brauereiführung erleben durften, wie hervorragende Biere auch heute noch mit viel Fachwissen, Engagement und Herzblut des Braumeisters großteils ohne moderne computerunterstützte Technik gebraut werden und diese auch ausgiebig verkostet haben, besuchten die Naturliebhaber das Unterwasserreich Schrems. Dort bestaunten die Pensionisten die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt am und unter dem Wasser. Beeindruckender Höhepunkt war die Fütterung der Fischotter.
Ein Fixpunkt in Schrems ist die GEA-Schuhmanufaktur von Heini Staudinger. Der Kandidat zur letzten Bundespräsidentenwahl ließ es sich nicht nehmen, die Altmünsterer Pensionisten persönlich zu begrüßen und ihnen seine Geschäftsidee näher zu erläutern.
Vor der Fahrt zurück ins Hotel in Raabs an der Thaya besuchten die Pensionisten noch den Schremser Skulpturenpark. Die Skulpturen sind wie Himmelssäulen, die unseren Planeten mit dem Kosmos verbinden und einen unendlichen Tempel umschließen, endlos und weit. Der Skulpturenpark erzählt viele Geschichten und will so die Fantasie anregen.
Perlmutt glänzt verführerisch, schmeichelt den Augen und fasziniert mit seinem irisierenden Farbenspiel. In Felling bei Hardegg befindet sich Österreichs letzter Handwerksbetrieb, der das edle Material zu Schmuckstücken, Knöpfen, aber auch Gebrauchsgegenständen verarbeitetet. Wie allerdings so viele Handwerkstraditionen wurde auch diese vom Rad der industriellen Produktion überrollt und zum Aussterben verurteilt. Nach einer Betriebsführung nutzten viele noch die Gelegenheit, einzigartige Mitbringsel zu erwerben.
Das nahe Hardegg ist mit 82 Einwohnern Österreichs kleinste Stadt und wird von einer imposanten Burg überragt. Während einige Pensionisten zur nahen tschechischen Staatsgrenze mitten auf der Brücke über die Thaya wanderten, genossen die „Fußmaroden“ eine Mittagsrast im gemütlichen Café „Burgfräulein“ direkt unter der Hardegger Burg. Das äußerst hübsche „Burgfräulein“ kümmerte sich sehr liebevoll um die unerwarteten Gäste.
Eine Reise in die „gute alte Zeit“ unternahmen die Senioren am Nachmittag im benachbarten Weinviertel in der Windmühle in Retz, dem Wahrzeichen der Weinstadt, errichtet im Jahr 1853. Die Retzer Windmühle ist neben jener in Podersdorf am Neusiedlersee die einzige noch funktionstüchtige Windmühle in Österreich.
Typisch für das Weinviertel sind auch die Kellergassen. Die „Maulavern“-Kellergasse in Zellerndorf gehört mit einer Länge von rund 1,2 Kilometern und 126 historischen Presshäusern zu den schönsten und längsten Kellergassen im gesamten Weinviertel. Bei einer kurzweiligen Führung durch die romantische Kellergasse erfuhren die Pensionisten viele interessante Details über den Weinbau, die diversen Weinkeller und deren Bewirtschaftung. Be einer Weinverkostung mit einem ausgezeichneten Heurigenbuffet wurden dann die landestypischen Spezialitäten, die praktisch direkt vor der Haustüre wachsen, ausgiebig verkostet.
Am vierten Tag galt es schon wieder Abschied zu nehmen. Die Heimfahrt führte über Krems. Den Spaziergang durch die pittoreske Kremser Altstadt nutzten die Damen zum Bummeln und Einkaufen. Die Herren der Schöpfung sammelten sich zum Frühschoppen in der weitum bekannten „Schwarz‘n Kuchl“ in der Landstraße. Zum Schmunzeln und auch zum Lachen animierten die ausgestellten Bilder vieler bekannter Karikaturisten im Kremser Karikaturmuseum mit einer aktuellen Sonderschau von Gerhard Haderer.
Am Weg nach Hause durch die malerische Wachau muss man unbedingt noch einen Heurigen besuchen. Bei Hermenegild Mang in Weißenkirchen wurden die Pensionisten mit besten Wachauer Weinen und wunderbaren Heurigenjausen verwöhnt. Besser könnte man eine 4-Tages-Fahrt nicht ausklingen lassen!

























