Seit mehr als vier Jahrzehnten prägt Michael Kienesberger mit der Kulturinitiative „08/16“ die Kinokultur in Gmunden. Für seinen langjährigen Einsatz wurde er von Landeshauptmann Thomas Stelzer mit der Goldenen Kulturmedaille des Landes Oberösterreich ausgezeichnet.
Die Ehrung fand am Dienstag, 20. Oktober 2026, im Steinernen Saal des Linzer Landeshauses statt. Insgesamt wurden 21 Persönlichkeiten für ihre besonderen Leistungen im kulturellen und künstlerischen Leben Oberösterreichs ausgezeichnet.
Anspruchsvolles Kino seit den 1980er-Jahren
Was einst mit 16-Millimeter-Filmvorführungen im Kammerhofsaal und Kolpingsaal begann, hat sich über Jahrzehnte zu einer festen Größe im Gmundner Kulturleben entwickelt. Mit der Initiative „08/16“ setzt Michael Kienesberger auf europäisches Autorenkino, Dokumentarfilme und Produktionen, die gesellschaftlich relevante Themen aufgreifen. Fragen zu Frieden, sozialer Gerechtigkeit und Atomkraft gehörten bereits in den Anfangsjahren zum Programm. Heute stehen auch Klima und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt.
Jeden zweiten Dienstag lädt die Initiative ins Stadtkino Gmunden. Wie gut das Angebot angenommen wird, zeigen die Besucherzahlen: In den vergangenen Jahrzehnten kamen insgesamt knapp 300.000 Menschen zu den Veranstaltungen. Allein 2024 wurden fast 8.000 Besucher gezählt. Das Publikum reicht weit über den Bezirk Gmunden hinaus bis in den oberösterreichischen Zentralraum.
Filmgespräche, Festivals und besondere Kinoabende
Neben den Filmvorführungen hat Kienesberger zahlreiche weitere Formate etabliert. Bei Publikumsgesprächen standen bereits namhafte Regisseure wie Stefan Ruzowitzky, Andreas Prochaska, Adrian Goiginger und Ruth Beckermann sowie Schauspielgrößen wie Fritz Karl, Christiane Hörbiger und Thomas Stipsits auf der Bühne des Gmundner Kinos.
Ein weiterer Schwerpunkt war das Kinder- und Jugendfilmfestival, das unter seiner Konzeption und Organisation 24-mal im Stadtkino stattfand. Auch außergewöhnliche Filmnächte mit mehreren Vorführungen bis nach Mitternacht gehörten zum Programm. Im Sommer sorgt zudem ein Kino-Open-Air vor der Alpenvereinshütte am Traunstein für besondere Filmerlebnisse.
Einsatz für den Kinostandort Gmunden
Kienesbergers Engagement beschränkt sich nicht auf die Programmgestaltung. Nach Gesprächen mit der Stadtgemeinde wurde 2011 die Umstellung der Projektoren im Stadtkino von 35-Millimeter-Film auf digitale Projektion umgesetzt – ein wichtiger Schritt für den Erhalt des Kinostandorts.
Darüber hinaus verbindet „08/16“ Filmkultur mit sozialem Engagement. Spendenaktionen im Rahmen thematisch passender Filmveranstaltungen unterstützten unter anderem die Kunstwerkstatt der Lebenshilfe, das Institut Balance und den Mittagstisch Gmunden. Gemeinsam mit Stern & Hafferl Verkehr wird außerdem für eine klimafreundliche Anreise zu den Veranstaltungen geworben.
Die Stadt Gmunden würdigte Kienesbergers Einsatz bereits mit dem Verdienstzeichen in Bronze im Jahr 1998 und in Silber 2025. Mit der Goldenen Kulturmedaille des Landes Oberösterreich kommt nun eine weitere Auszeichnung für mehr als 40 Jahre Engagement für Filmkunst und Kultur hinzu.
LH Stelzer hebt ehrenamtliches Engagement hervor
Landeshauptmann Thomas Stelzer hob bei der Verleihung die Bedeutung jener Menschen hervor, die das kulturelle Leben des Landes mit Ideen, Leidenschaft und persönlichem Einsatz gestalten. Gerade das vielfach ehrenamtliche Engagement schaffe Begegnungen und stärke den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Mit der Goldenen Kulturmedaille des Landes Oberösterreich wird Michael Kienesbergers langjähriger Einsatz für die Filmkultur und das kulturelle Leben in Gmunden gewürdigt.












