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Lenker eingeklemmt, Gift ausgetreten

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Groß­übung in Redlham
Zum Glück war es nur eine gut vor­be­rei­te­te Übung, aber ein sol­cher Unfall kann jeden Tag pas­sie­ren: In Redlham (Bezirk Vöck­la­bruck) prall­te Frei­tag Abend in einer Kur­ve ein Kran­wa­gen fron­tal auf einen LKW mit meh­re­ren Gefahr­gut-Fäs­sern. Die Fol­gen: Der Len­ker des Gefahr­gut-LKWs wur­de im Füh­rer­haus ein­ge­klemmt und schwer ver­letzt, ein Tank auf der Lade­flä­che barst und ver­lor gif­ti­ge Flüs­sig­keit. Der Fah­rer des Kran­wa­gens erlitt einen Schock, sein Bei­fah­rer wur­de leicht ver­letzt. Fünf Feu­er­weh­ren und das Rote Kreuz Att­nang-Puch­heim mt zusam­men 90 Ein­satz­kräf­ten muss­ten zu dem Unfall alar­miert werden.

Wegen der gefähr­li­chen Ladung konn­ten die Ein­satz­kräf­te nur mit schwe­rem Atem­schutz zur Unfall­stel­le vor­drin­gen. Und dort hat­ten sie sofort mit einer wei­te­ren Schwie­rig­keit zu kämp­fen: Die Fah­rer­tü­re ließ sich mit der Ber­ge­sche­re nicht öff­nen, da die Kabi­ne älte­rer Bau­art und durch den Kran­arm völ­lig defor­miert war. Erst mit einer zwei­ten, grö­ße­ren Sche­re konn­te der ein­ge­klemm­te Fah­rer befreit werden.

Nach­dem die Fahr­zeug­insas­sen ver­sorgt waren, war­te­te das nächs­te Pro­blem: Unbe­kann­tes flüs­si­ges Gefahr­gut lief aus einem Tank aus – es droh­te höchs­te Brand- und Umwelt­ge­fahr. Denn die Flüs­sig­keit hät­te sich ent­zün­den und auch in den nahe­lie­gen­den Leh-Bach lau­fen kön­nen. Die Feu­er­weh­ren bau­ten des­halb vor­sorg­lich einen drei­fa­chen Brand­schutz und eine Ölsper­re auf dem Bach auf. Wäh­rend­des­sen kam auch das neue Gefähr­li­che-Stof­fe-Fahr­zeu­ge der FF Puch­heim zum Ein­satz: Zuerst erkun­de­ten Feu­er­wehr­män­ner in Voll­schutz­an­zü­gen eine mög­li­che Gas­kon­zen­tra­ti­on und dann auf­grund der Fracht­pa­pie­re und der Auf­schrif­ten auf den Fäs­sern, wel­che Flüs­sig­keit ent­wich (das gif­ti­ge Metha­nol). Unter strengs­ten Sicher­heits­maß­nah­men wur­den schließ­lich Bin­de­mit­tel auf­ge­bracht, das lecke Fass abge­pumpt und die ande­ren Fäs­ser in Sicher­heit gebracht.

Das neue Gefähr­li­che-Stof­fe-Fahr­zeug kommt übri­gens über­all dort zu Ein­satz, wo durch aggres­si­ve che­mi­sche Stof­fe Schä­den für Per­so­nen und Umwelt befürch­tet wer­den. Die Aus­rüs­tung des Fahr­zeu­ges beinhal­tet Mess­ge­rä­te, Atem­schutz, Voll­schutz­be­klei­dung, Sani­täts­ma­te­ri­al, Ölschutz­be­klei­dung, explo­si­ons­ge­schütz­te Beleuch­tungs­ge­rä­te, nicht fun­ken­zie­hen­des Werk­zeug, Umfüll­pum­pen für Säu­ren und Mine­ral­öle, Auf­fang­be­häl­ter für Flüs­sig­kei­ten und ande­re not­wen­di­ge Materialien.

Resü­mee des Ein­satz­lei­ters Kom­man­dant Mar­kus Forst­in­ger zur Übung: „Das Zusam­men­spiel der Ein­satz­kräf­te hat aus­ge­zeich­net geklappt. Das neue GSF-Fahr­zeug hat sich gut bewährt. Und die Feu­er­wehr­mit­glie­der haben wie­der ein­mal bewie­sen, dass sie her­vor­ra­gend aus­ge­bil­det sind.“ Übungs­be­ob­ach­ter waren auch der stell­ver­tre­ten­de Lan­des­brand­di­rek­tor Robert May­er, Bezirks­kom­man­dant Wolf­gang Huf­nagl und Bür­ger­meis­ter Johann Forstinger.

Im Ein­satz stan­den: Fünf Feu­er­weh­ren (FF Redlham, FF Puch­heim, FF Püh­ret, FF Schwa­nen­stadt, FF Vöck­la­markt) mit 80 Ein­satz­kräf­ten und 13 Fahr­zeu­gen sowie das Rote Kreuz Att­nang-Pucheim mit neun Sani­tä­tern und zwei Fahrzeugen.

Fotos: Wolf­gang Spitzbart

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