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Eine Sternstunde

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Ein Wech­sel­spiel von Lite­ra­tur und Musik erleb­ten die Gäs­te am 6. Novem­ber im Bad Isch­ler Pfarr­saal. Der lite­ra­risch-musi­ka­li­sche Abend war die fünf­te Aus­ga­be von Jazz und Lite­ra­tur, eine bewähr­te Koope­ra­ti­on der Isch­ler Pfarr­bi­blio­thek mit den Bad Isch­ler Jazz­freun­den.

Die deut­sche Autorin Iris Wolff las aus ihrem viel­fach preis­ge­krön­ten Roman »So tun, als ob es reg­net«, in dem sie die Geschich­te einer Fami­lie in und außer­halb von Sie­ben­bür­gen in vier das letz­te Jahr­hun­dert umfas­sen­den Erzäh­lun­gen beschreibt. Jede Erzäh­lung könn­te für sich ste­hen, aber das Beson­de­re an dem schma­len Buch ist, auf welch kunst­vol­le Wei­se die vier Tei­le mit­ein­an­der ver­wo­ben sind. In bewun­derns­wert sprach­li­cher Klar­heit – hier ist kein Wort zu viel und kei­nes zu wenig – und mit einem lie­be­vol­len Blick auf ihre Prot­ago­nis­ten, schil­der­te Iris Wolff, wie his­to­ri­sche Ereig­nis­se die Lebens­we­ge von Ein­zel­nen prä­gen.

Als sehr beglü­ckend bezeich­ne­te das Publi­kum im Bad Isch­ler Pfarr­heim das har­mo­ni­sche Wech­sel­spiel von Text und Musik. Iris Wolff ver­wen­det sehr poe­ti­sche Sprach­bil­der, die von den bei­den Musi­kern impro­vi­sie­rend auf­ge­grif­fen und wei­ter­ent­wi­ckelt wur­den. Aus völ­lig unter­schied­li­chen Epo­chen web­ten Lau­ten­spie­ler Axel Wolf und Jazz-Saxo­pho­nist Hugo Sieg­me­th völ­lig zeit­lo­se, stim­mi­ge und stim­mungs­vol­le Klän­ge.

Die Musik, die man mit Lau­te oder The­or­be sowie Tenor- oder Sopran Saxo­phon ver­bin­det, könn­te unter­schied­li­cher nicht sein. Bekann­ter­wei­se lie­gen zwi­schen Renais­sance und Jazz meh­re­re Jahr­hun­der­te. Aber die zwei Instru­men­te umspiel­ten sich so sanft, dass sie zwi­schen oder zu den gele­se­nen Tex­ten wie aus einem Guss erklan­gen. Der Abend ende­te mit viel Applaus für die eige­nen Impro­vi­sa­tio­nen der bei­den Musi­ker und für die sprach­ge­wand­te Schrift­stel­le­rin, deren Bücher man unbe­dingt lesen soll­te.

Foto: Rudi Gig­ler

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