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Haftstrafen für “Objekt 21” Anführer

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Finale im "Objekt 21"-Prozess - Urteil erwartetDie bei­den mut­maß­li­chen Anfüh­rer des Neo­na­zi-Netz­wer­kes Objekt 21 mit Sitz in Win­dern bei Des­sel­brunn (Bezirk Vöck­la­bruck) und Grün­der einer Schutz­trup­pe für einen Ex-Rot­licht­boss sind am Mitt­woch in Wels zu sechs Jah­ren und neun Mona­ten sowie zu vier Jah­ren und acht Mona­ten Haft ver­ur­teilt wor­den. Dabei han­delt es sich um Zusatz­stra­fen zu frü­he­ren Ver­ur­tei­lun­gen. Die Schuld­sprü­che sind nicht rechts­kräf­tig: Der Ver­tei­di­ger des Duos ver­zich­te­te zwar auf Rechts­mit­tel, der Staats­an­walt gab aber kei­ne Erklä­rung ab.

Bis ins Detail durchgeplant“
Alles sei „bis ins Detail durch­ge­plant“ gewe­sen, „nichts dem Zufall über­las­sen“ wor­den, so der Rich­ter über die Taten in sei­ner Urteils­be­grün­dung. Bei­de Ange­klag­te hät­ten eine füh­ren­de Rol­le in einer kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung inne­ge­habt, die Unter­kunft der rechts­ex­tre­men Orga­ni­sa­ti­on „Objekt 21“ sei Dreh- und Angel­punkt gewesen.

In meh­re­ren Punk­ten freigesprochen
Das Duo im Alter von 30 und 33 Jah­ren wur­de in meh­re­ren Punk­ten frei­ge­spro­chen — der Jün­ge­re u. a. vom Vor­wurf, jeman­den zu einem Raub ange­stif­tet zu haben. Die ein­schlä­gi­gen Vor­stra­fen des Erstan­ge­klag­ten, den immensen Scha­den — allein beim Anschlag auf ein Wie­ner Bor­dell rund 2,5 Mil­lio­nen Euro — und das Zusam­men­tref­fen meh­re­rer Straf­ta­ten bezeich­ne­te der Rich­ter als erschwerend.

Dass der 30-Jäh­ri­ge, der bereits mehr­mals mit dem Gericht zu tun hat­te, offen­bar vom Straf­voll­zug „völ­lig unbe­ein­druckt“ sei, nann­te der Vor­sit­zen­de „sehr erschre­ckend“. Auch im Fall des mut­maß­li­chen Mit­tä­ters sei das Teil­ge­ständ­nis mil­dernd gewe­sen, erschwe­rend unter ande­rem die Vor­stra­fen, der lan­ge Tat­zeit­raum und sei­ne füh­ren­de Rol­le. Den Beschul­dig­ten hät­ten bis zu 15 bzw. bis zu zehn Jah­re Haft gedroht.

Finale im "Objekt 21"-Prozess - Urteil erwartet

Meh­re­re Zeu­gen nicht erschienen
Meh­re­re Zeu­gen waren am Mitt­woch nicht erschie­nen, ande­re hat­ten sich der Aus­sa­ge mit dem Hin­weis ent­schla­gen, dass sie selbst noch in ande­ren Ver­fah­ren ange­klagt sind. Von den bei­den Ange­klag­ten wur­de das meist mit einem Lächeln quittiert.

Schluss­plä­doy­ers bereits am Vormittag
So stan­den bereits am Vor­mit­tag die Schluss­plä­doy­ers von Ankla­ge und Ver­tei­di­gung auf dem Pro­gramm. Für Staats­an­walt Franz Haas war die Schuld der bei­den Ange­klag­ten, 30 und 33 Jah­ren alt, schon allein durch deren Geständ­nis­se oder Teil­ge­ständ­nis­se erwie­sen. Sie hät­ten im Auf­trag eines bereits ver­ur­teil­ten Rot­licht­bos­ses eine Art Schutz­trup­pe für die­sen auf­ge­baut und unter ande­rem Brand­an­schlä­ge auf Bor­del­le von Kon­kur­ren­ten ver­übt, Bom­ben­dro­hun­gen gemacht und sogar Skor­pio­ne, dar­un­ter gif­ti­ge, in Eta­blis­se­ments der Kon­kur­renz aus­ge­setzt. Dane­ben hät­ten sie mit ihrer Trup­pe Ein­brü­che und Dieb­stäh­le ver­übt, auch um ihre Ver­ei­ni­gung zu finanzieren.

salzi.aktuell — Nach­rich­ten vom 20.08.2014

Mit­glie­der im neo­na­zis­ti­schen Milieu rekrutiert
Rekru­tiert hat­ten sie die Mit­glie­der die­ser Schutz­trup­pe aus dem neo­na­zis­ti­schen Milieu. Der 30-Jäh­ri­ge sei dabei der Kopf der Ver­ei­ni­gung gewe­sen, der 33-Jäh­ri­ge sein Stell­ver­tre­ter. Staats­an­walt Haas for­der­te eine Stra­fe von zehn bis 15 Jah­ren für den Haupt­tä­ter. Fünf Jah­re hat der Rot­licht­boss bereits bekom­men. Ver­tei­di­ger Wer­ner Tom­anek wies hin­ge­gen auf die Geständ­nis­se zahl­rei­cher Straf­ta­ten durch die bei­den Ange­klag­ten wäh­rend der Haupt­ver­hand­lung hin und dar­auf, dass der Haupt­be­las­tungs­zeu­ge durch die Poli­zei instru­men­ta­li­siert wor­den sei, auch um sei­ne eige­ne dro­hen­de Stra­fe zu mil­dern. Zudem habe der Haupt­an­ge­klag­te dar­auf geach­tet, dass es bei den Brand­an­schlä­gen nur zu Sach­be­schä­di­gun­gen gekom­men sei, aber nie­mand ver­letzt wurde.

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