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Bürgerbeteiligungsprozess für Begegnungszone in Vöcklabruck

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Im Vöcklabrucker Gemeinderat wurde kürzlich beschlossen, einen Bürgerbeteiligungsprozess mit externer Beratung zum Thema Begegnungszone in Vöcklabruck durchzuführen.

Das Thema Mobilität und Verkehr ist eine große Herausforderung für die Innenstädte. Einerseits bildet eine optimale Erreichbarkeit mit allen Verkehrsmitteln eine Voraussetzung für die Überlebensfähigkeit der Innenstädte und deren Wirtschaft. Das gilt insbesondere für das eigene Auto und ein entsprechendes Parkplatzangebot.

Andererseits leiden die Innenstädte unter der Verkehrsbelastung. Lösungsansätze bewegen sich daher im Spannungsfeld zwischen guter Erreichbarkeit der Stadtzentren und somit der Geschäfte – und der gewünschten Wohn- und Aufenthaltsqualität.

Grafik: privat

Als Partner konnte die Firma CIMA aus Ried gewonnen werden. Herr Mag. Lettner hat sich im Besonderen sehr intensiv mit dem Thema „Verkehrslösung“ auseinandergesetzt und untersucht, welche Form (Fußgängerzone oder Begegnungszone) für die Vöcklabrucker Innenstadt in Hinkunft am sinnvollsten ist.

Aus Umfragen und aus vielen Gesprächen mit den Geschäftsinhabern in der Innenstadt wissen wir, dass die Akzeptanz einer Fußgängerzone in den vergangenen Jahren immer mehr zurückgegangen ist. Dies nicht nur aus dem Grund, dass das „Online-Shopping“ die innerstädtischen Handelszonen immer mehr in Bedrängnis bringt.

Gegen eine dauerhafte oder auch saisonale Fußgängerzone am Stadtplatz sprechen, so Mag. Lettner,

  • Zu geringe Einwohnerzahl in Relation zur Attraktivität des Angebotes bzw. zu wenig touristische Zusatzfrequenz
  • Zu wenig Passantenfrequenz in Relation zur Stadtplatzgröße
  • Zu viel Angebot auf der grünen Wiese, zu wenige Magnetbetriebe in der Innenstadt
  • Zu große Abhängigkeit von auswärtigen Kunden (83% Umsatzanteil!)
  • Keine Akzeptanz bei den Unternehmerinnen und Unternehmern

Es ist allerdings so, dass der Stadtplatz oder Teile davon an 160 – 170 Tagen im Jahr ohnedies temporär als Fußgängerzone genutzt werden (allwöchentliche Märkte, kirchliche und andere Feste, Konzerte im Sommer, ….)

Im Gemeinderat am 30. September 2019 wurde daher mit den Stimmen der ÖVP, SPÖ und der FPÖ beschlossen, dass eine konsequente Umsetzung einer Begegnungszone in der Innenstadt von Vöcklabruck nach sensibler Abwägung aller relevanten Argumente derzeit für alle die beste Lösung ist. Die Begegnungszone soll aber zeitlich eingeschränkt werden und der südliche (obere) Stadtplatz am Abend und an den Wochenenden als Fußgängerzone in Erscheinung treten.

Was ist das Plus von „Begegnungszonen“?

  • Queren durch Fußgänger ist überall möglich
  • Positiv auch für den Radverkehr
  • Begegnungszonen fördern das rücksichtsvolle Miteinander
  • Sie erhöhen die Lebens- und Aufenthaltsqualität
  • Autos und Lieferverkehr können weiterhin – aber erschwert – durchfahren

Gestaltung des gesamten Stadtplatzes ist das Um und Auf

Wesentlich für das Funktionieren und die Sicherheit der Begegnungszone ist aber deren Gestaltung. Erst diese sichert die angestrebte Rücksichtnahme, angepasstes Verhalten der Autofahrer und hohe Verkehrssicherheit. Derzeit haben wir einen großen Parkplatz, der überwiegend zum Durchfahren genutzt wird und keine Gestaltung aufweist.

Es bedarf einer eindeutigen Führung der Fahrzeuglenker durch optische und gestalterische Maßnahmen, wie Sitzmöglichkeiten, Blumentröge und ähnliches. Entscheidend ist auch die Anzahl der Parkplätze. Diese müssen deutlich reduziert werden, da zu viele Parkplätze die Begegnungszone unattraktiv machen und das Queren des Platzes erschweren. Das Parken ist dann nur mehr an gekennzeichneten Stellen erlaubt.

Grafik: privat

Alle Betroffenen miteinbeziehen

Entscheidend ist die Einbeziehung der Bevölkerung. Die Bedürfnisse sämtlicher künftiger Nutzer – von den Vöcklabruckerinnen und Vöcklabruckern über Geschäftsleute und Gastronomie, Kunden und Besucher bis zu Menschen mit Beeinträchtigung – müssen bereits in der Planungsphase eingebunden werden.

Deshalb beabsichtigen wir nach der Erstellung einer ersten Planung, die Beteiligten im Jänner oder Februar 2020 im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsprozesses einzubinden. So werden Betroffene frühzeitig mit der Funktionsweise einer Begegnungszone vertraut. Potentielle Interessenskonflikte der vielfältigen Ansprüche werden früh erkannt. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Begegnungszone angenommen und genutzt wird.

Bürgermeister Mag. Herbert Brunsteiner, Vizebürgermeister Michael Habenschuß:

„Ziel ist es, einen attraktiven Stadtplatz zum Verweilen und Einkaufen zu schaffen.“

Mobilitätsstadtrat Stefan Maier:

“Einig sind wir uns dahingehend, dass in der Sommersaison an den Abenden und am Wochenende der Stadtplatz wieder autofrei wird. Die Umgestaltung zu einer echten Begegnungszone ist nun der nächste Schritt.”

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