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LEADER-Projekt „Zukunftsfahrplan Almtalbahn“

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Mit dem LEA­DER-Pro­jekt „Zukunfts­fahr­plan Alm­tal­bahn“ sind wei­te­re Wei­chen für die Attrak­ti­vie­rung der Bahn für die nächs­ten Jah­re gestellt. Im Jahr 2017 stand noch die Ein­stel­lung der Bahn­li­nie im Raum und das rüt­tel­te die Anrai­ner­ge­mein­den gewal­tig auf. 

Eine Unter­schrif­ten­lis­te wur­de für den „Erhalt der Alm­tal­bahn“ ins Leben geru­fen. Der dama­li­ge Bgm. Alo­is Wei­din­ger von Grün­au im Alm­tal ver­wies lau­fend bei Regi­ons­sit­zun­gen auf den rasch not­wen­di­gen Hand­lungs­be­darf. Gleich­zei­tig wur­de ein Per­so­nen­ko­mi­tee gegrün­det und die Gemein­den schlos­sen sich zu einer Arbeits­ge­mein­schaft zusam­men. Dank LEA­DER-För­der­gel­dern konn­te auch die Finan­zie­rung des Pro­jek­tes sicher­ge­stellt werden.

Quel­le: ARGE Zukunfts­fahr­plan Alm­tal­bahn / Foto Josef Aitzemüller

Sta­gnie­ren­de Fahr­gast­zah­len und abseh­ba­rer Investitionsbedarf
Die Alm­tal­bahn von Wels bis Grün­au war bis vor kur­zem in ihrem Bestand gefähr­det. Die Haupt­grün­de waren sta­gnie­ren­de Fahr­gast­zah­len, sowie ein abseh­ba­rer Inves­ti­ti­ons­be­darf in die Infra­struk­tur und zeit­ge­mä­ße Fahrzeuge.

Stu­die zeigt Poten­zia­le auf
Mit der Stu­die „Zukunfts­fahr­plan Alm­tal­bahn“ wur­den Stär­ken und Schwä­chen der Bahn ermit­telt, Poten­zia­le für eine ver­stärk­te Nut­zung auf­ge­zeigt und Maß­nah­men zur Attrak­ti­vie­rung erarbeitet.

Als Haupt­po­ten­zia­le für die Bahn sind der All­tags­ver­kehr der Schü­ler, Stu­die­ren­den und Arbei­ten­den, der Erle­di­gungs­ver­kehr in die Stadt Wels (und nach Linz), sowie der Frei­zeit­ver­kehr aus den Stadt­re­gio­nen ins Alm­tal zu nennen.

Die Alm­tal­bahn erschließt die­se Poten­zia­le der­zeit nur unzu­rei­chend. Die nicht aus­rei­chen­de Ver­net­zung mit tou­ris­ti­schen Ange­bo­ten, unzu­rei­chend gestal­te­te Hal­te­stel­len, nicht bar­rie­re­freie Fahr­zeu­ge und die rela­tiv lan­gen Fahr­zei­ten sind eini­ge Grün­de dafür.

12 Maß­nah­men der Regi­on für die Almtalbahn
Gemein­sam mit den Gemein­den, Tou­ris­mus­ver­tre­tern und Ver­tre­tern der Zivil­ge­sell­schaft wur­den von den Exper­ten und Exper­tin­nen 12 Schlüs­sel-Maß­nah­men erar­bei­tet, die zur Umset­zung emp­foh­len wurden.

Quel­le: ARGE Zukunfts­fahr­plan Almtalbahn

Die Bahn muss schnel­ler werden
Die Rei­se­zeit von rund 65 Minu­ten zwi­schen Wels und Grün­au soll­te ver­kürzt wer­den. Dadurch erhöht sich die Attrak­ti­vi­tät und die Wirt­schaft­lich­keit des Betrie­bes wird ver­bes­sert. Mit einer Fahr­zeit von unter 60 Minu­ten könn­ten wirt­schaft­li­che­re Umläu­fe der Gar­ni­tu­ren erreicht werden.

Eine Beschleu­ni­gung ist durch­aus rea­lis­tisch. Durch den geplan­ten elek­tri­schen Betrieb, die Sanie­rung von Eisen­bahn­kreu­zun­gen und die Auf­he­bung von Lang­sam­fahr­stel­len, aber auch durch die Opti­mie­rung der Lage von Hal­te­punk­ten kann dies erreicht werden.

Die Erreich­bar­keit der Bahn muss ver­bes­sert werden
Die Anbin­dung von städ­ti­schen und regio­na­len Bus­li­ni­en an die Bahn soll ver­bes­sert wer­den. Das betrifft vor allem den Stadt­ver­kehr in Wels (Lokal­bahn­hof) sowie die Bahn­hö­fe Satt­ledt, Pet­ten­bach und Grün­au. Die Bus­se müs­sen dort den Bahn­hof anfah­ren und fahr­plan­mä­ßig auf die Alm­tal­bahn abge­stimmt werden.

Bahn­hö­fe als Mobilitätsdrehscheiben
Bahn­hö­fe sol­len zu Mobi­li­täts­dreh­schei­ben aus­ge­baut und attrak­ti­viert wer­den mit Abstell­mög­lich­kei­ten für Pkw und Fahr­rä­der, opti­ma­le Umstei­ge­be­din­gun­gen zu Bus­sen, Mikro-ÖV und Taxis, sowie Ange­bo­ten von Car­Sha­ring, E‑Bikes und Leih­fahr­rä­dern. Infor­ma­ti­ons­an­ge­bo­te zu Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten run­den das Ange­bot ab.

LEA­DER-Obmann der Traun­stein­re­gi­on Bgm. DI Gun­ter Schimpl (Vorch­dorf)
Inves­ti­tio­nen in den öffent­li­chen Ver­kehr sind Inves­ti­tio­nen in die Zukunft. Für die Stand­ort­ent­wick­lung ist die Stei­ge­rung des Mobi­li­täts­an­ge­bo­tes dem Aus­bau des Bil­dungs­an­ge­bo­tes gleich­zu­set­zen. Nur so kann es gelin­gen eine Trend­um­kehr zur Abwan­de­rung in die urba­nen Zen­tren her­zu­stel­len. Mit dem Zukunfts­fahr­plan Alm­tal­bahn wird für die Stär­kung des länd­li­chen Rau­mes der rich­ti­ge Schritt gesetzt. Posi­ti­ve Aus­wir­kun­gen und ein gro­ßer Mehr­wert auf die Sozial‑, Lebens- und Wirt­schafts­re­gi­on des Alm­tals sind zu erwarten.

LAbg. Bgm. Rudolf Raf­fels­ber­ger (Scharn­stein)
Aus mei­ner Sicht ist das nun vom . Land­tag beschlos­se­ne Schie­nen­in­fra­struk­tur­pro­gramm sehr erfreu­lich, weil damit gewähr­leis­tet ist, dass die Alm­tal­bahn künf­tig auch erhal­ten bleibt. Dar­über hin­aus wird auch in die Moder­ni­sie­rung inves­tiert. Von Wels bis Satt­ledt soll die Bahn künf­tig elek­tri­fi­ziert wer­den. Im zwei­ten Abschnitt nach Grün­au soll danach ein Elek­tro­hy­brid Zug „ECO City“ ein­ge­setzt wer­den. Im Bereich der Attrak­ti­vie­rung ist aber noch viel Luft nach oben, das wird auch im Ergeb­nis­pa­pier der ARGE­sehr deut­lich zum Aus­druck gebracht. Aber nicht nur das Land kann etwas zur Attrak­ti­vie­rung der Bahn bei­tra­gen, auch die Gemein­den haben hier Mög­lich­kei­ten. Unter ande­rem müs­sen Eisen­bahn­kreu­zun­gen, die nicht mehr unbe­dingt benö­tigt wer­den ab- bzw. rück­ge­baut wer­den. Dadurch kann der Zug schnel­ler fah­ren und man kommt schnel­ler von A nach B!

Bgm. Wolf­gang Bam­mer (Grün­au im Almtal)
„Bereits vor über 100 Jah­ren wur­de mit der Alm­tal­bahn die Ver­bin­dung des Alm­ta­les in den Zen­tral­raum geschaf­fen. Die Alm­tal­bahn bringt als beque­mes und umwelt­freund­li­ches Ver­kehrs­mit­tel Gäs­te in unser Erho­lungs­ge­biet; gleich­zei­tig kann die Alm­tal­bahn zur Beför­de­rung von Schü­lern, Stu­den­ten und Pend­lern nicht weg­ge­dacht wer­den. Das Alm­tal iden­ti­fi­ziert sich mit der Alm­tal­bahn, wes­halb sich zur Erhal­tung und Attrak­ti­vie­rung in der ARGE Zukunfts­fahr­plan Alm­tal auch alle Anlie­ger­ge­mein­den einbringen.“

ARGE Zukunfts­fahr­plan Almtalbahn

Die Alm­tal­bahn verbindet
Gemein­sam will man die­se Nah­ver­kehrs­ader vom Zen­tral­raum bis ins süd­li­che Alm­tal attrak­ti­ve­ren. Dafür braucht es Koope­ra­tio­nen. Inner­halb der Regi­on zwi­schen den Kom­mu­nen, dem Tou­ris­mus, der Wirt­schaft, den Bil­dungs­ein­rich­tun­gen und allen Berei­chen aus denen sich die Nut­ze­rIn­nen der Bahn zusam­men­set­zen. Und es braucht eine gute Zusam­men­ar­beit zwi­schen dem Land , dem künf­ti­gen Bahn­be­trei­ber und der Regi­on. „Nur gemein­sam kann man etwas bewe­gen“ bringt es die Spre­che­rin der Arbeits­ge­mein­schaft Sig­rid Grub­mair auf den Punkt.

Die Alm­tal­bahn stärkt
Im Zuge des Pro­jek­tes „Zukunfts­fahr­plan Alm­tal­bahn“ wur­den unter Exper­ten­be­glei­tung von Clau­dia Schöneg­ger (Ter­ra­co­gni­ta) und Hel­mut Koch (Komo­bi­le) die Zukunfts­po­ten­tia­le der Bahn auf­ge­zeigt und wei­ter­ent­wi­ckelt. Eine Band­brei­te an Maß­nah­men wur­den erar­bei­tet, die zur Attrak­tie­rung und Moder­ni­sie­rung kon­kret bei­tra­gen – eini­ge Bei­spie­le: „Last Mile“ Lösun­gen ent­wi­ckeln und anbie­ten. Wie kom­me ich vom Bahn­hof ein­fach und kos­ten­güns­tig zu wei­te­ren Zie­len? Die Mög­lich­keit des Rad­fah­rens von und zur Bahn nüt­zen. Rad­we­ge ver­bes­sern und die Bahn­hö­fe als Mobi­li­täts­dreh­schei­be aus­bau­en. Wei­te­re Kom­bi Ange­bo­te für Aus­flü­ge schaf­fen, wie das bestehen­de Ange­bot mit der Bahn zum Schi­fah­ren am Kas­berg. Eine Neu­aus­rich­tung und eine ver­bes­ser­te Aus­stat­tung der Bahn­hö­fe sind man­cher­orts drin­gend not­wen­dig. Die Lage künf­ti­ger Wid­mun­gen der Gemein­den ori­en­tie­ren sich an der Anbin­dung an den öffent­li­chen Ver­kehr und ein betrieb­li­ches Mobi­li­täts­ma­nage­ment begüns­tigt, dass man umwelt­freund­lich und bequem mit der Bahn in die Arbeit kommt. Die­se Zukunfts­sze­na­ri­en erfor­dern auch wei­ter­hin noch viel Enga­ge­ment und beglei­ten­de Öffentlichkeitsarbeit.

Die Alm­tal­bahn bringt Gäste
Der Tou­ris­mus­ver­band Traun­see-Alm­tal hat sich eben­falls in das Pro­jekt stark ein­ge­bracht. Gute Ange­bo­te im öffent­li­chen Ver­kehr sind Vor­aus­set­zung, um nach­hal­ti­ges Urlau­ben anzu­bie­ten. Zusätz­lich zur An- und Abrei­se ist auch die umwelt­freund­li­che Mobi­li­tät vor Ort ein The­ma. Es braucht die oft genann­ten Last Mile-Lösun­gen. Der Tou­ris­mus­ver­band bie­tet mit den Gemein­den bereits Micro ÖV Lösun­gen, wie das Traun­stein Taxi, an, um die Gäs­te von den öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln wie Bahn und Bus zu den tou­ris­ti­schen Sehens­wür­dig­kei­ten zu fah­ren. Wei­te­re Koope­ra­tio­nen mit den ÖBB, dem OÖVV sind in Pla­nung und Umset­zung. Bereits bei der Pro­dukt­ent­wick­lung wird dar­auf geach­tet, die Mög­lich­keit zur öffent­li­chen An- und Abrei­se ein­zu­bin­den und zu bewerben.

Die Zukunft der Almtalbahn
Aus Sicht von LAbg. Bgm. Rudolf Raf­fels­ber­ger aus Scharn­stein ist das nun vom Land­tag beschlos­se­ne Schie­nen­in­fra­struk­tur­pro­gramm sehr erfreu­lich! Damit ist auch gewähr­leis­tet, dass die Alm­tal­bahn künf­tig erhal­ten bleibt. Dar­über hin­aus wird auch in die Moder­ni­sie­rung inves­tiert. Von Wels bis Satt­ledt soll die Bahn künf­tig elek­tri­fi­ziert wer­den. Im zwei­ten Abschnitt nach Grün­au soll durch den Ein­satz des Elek­tro­hy­brid-Zugs „ECO City“ der Die­sel eben­falls kei­ne Rol­le mehr spie­len. LR Gün­ther Stein­kell­ner ließ sogar anklin­gen, dass die Elek­tri­fi­zie­rung bis zum Kul­tur­haupt­stadt Jahr 2024 fer­tig wer­den könnte.
Aber nicht nur das Land trägt etwas zur Moder­ni­sie­rung der Bahn bei, auch die Gemein­den sind lau­fend gefor­dert. Unter ande­rem müs­sen Eisen­bahn­kreu­zun­gen, die nicht mehr unbe­dingt benö­tigt wer­den ab- bzw. rück­ge­baut wer­den. Dadurch kann der Zug schnel­ler fah­ren und man kommt somit rascher von A nach B! Als kli­ma­freund­li­che Alter­na­ti­ve zum PKW-Ver­kehr eine Notwendigkeit.

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1 Kommentar

  1. Herbert Haumtratz am

    Das in den 70-iger Jah­ren auf­ge­stell­te Schie­nen­ver­kehrs­kon­zept hat­te im “schwar­zen” Ober­ös­ter­reich kei­ne Chan­ce. Statt­des­sen hat man wei­te­re Stre­cken still­ge­legt bzw. Aus­bau­mass­nah­men unter­las­sen. U.a. war vor­ge­se­hen, eine durch­ge­hen­de elek­tri­fi­zier­te Ver­bin­dung von Wels über Satt­ledt — Rohr (die Stre­cke wur­de damals abge­baut) nach Selz­thal ein­zu­rich­ten, um den Tran­sit­gü­ter­ver­kehr an Linz vor­bei­zu­lei­ten. Gleich­zei­tig wäre der ÖV an die­sen Stre­cken ver­bes­sert worden.