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Bergespezialisten der Wasserrettung aus bei Bergung eines Zweimasters in Bayern

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Taucher*innen der Was­ser­ret­tung aus dem Lan­des­ver­band sind seit Jah­ren mit Schiffs­ber­gun­gen ver­traut, nicht zuletzt bei einer spek­ta­ku­lä­ren Ber­gung eines Holz­boo­tes aus 135 Metern Tie­fe aus dem Atter­see.

Als Anfang vori­ge Woche, die Zwei­mast­yacht „Sir Shack­le­ton“ an ihrem Anker­platz im Ammer­see vor St. Alban ver­sank, frag­ten die bay­ri­schen Ein­satz­kräf­te der Was­ser­wacht daher um Unter­stüt­zung an, da sie selbst nur über unzu­rei­chend Taucher*innen und Mate­ri­al ver­fü­gen. 11 Meter lang und knapp 10 Ton­nen wiegt das Holz­se­gel­schiff, das nun in ca. 7 Meter Tie­fe lag, nur mehr ein Teil der Mas­ten rag­te über die Was­ser­ober­flä­che. Wie sich in der Zwi­schen­zeit her­aus­ge­stellt hat, dürf­te ein Mate­ri­al­bruch eines Kühl­was­ser­schlau­ches die Ursa­che für das Voll­lau­fen der „Sir Shack­le­ton“ gewe­sen sein. Die Zwei­mast-Ketch, die von den Eig­nern für spe­zi­el­le Segel­törns und als Semi­nar­schiff ange­bo­ten wird, ist in der Regi­on äußerst bekannt und beliebt, daher waren es nicht nur für die Besit­zer ban­ge Tage bis am Sams­tag die Was­ser­ret­tung Nuß­dorf mit 7 Ein­satz­kräf­ten und dem nöti­gen Equip­ment anrück­te.

Noch am sel­ben Tag wur­de die genaue Lage des Schif­fes mit einer Unter­was­ser­droh­ne der Was­ser­wacht Die­ßen ver­mes­sen und die Taucher*innen aus Ober­ös­ter­reich brach­ten in einem ers­ten Schritt die Gur­te für die Hebe­bal­lons an. Am Sonn­tag begann dann unter der Lei­tung von Gre­gor Rader, Orts­stel­len­lei­ter der Was­ser­ret­tung Nuß­dorf am Atter­see, die zen­ti­me­ter­wei­se Hebung. Dabei war die Auf­ga­be bei der Län­ge des Schif­fes hei­kel, da sich der Rumpf mit Hil­fe von Hebe­bal­lons mög­lichst waag­recht und aus­ta­riert vom Unter­grund lösen soll, um die Ein­satz­kräf­te nicht in Gefahr zu brin­gen und zusätz­li­che Schä­den am Schiff zu ver­mei­den.

Dazu bla­sen die 5 Taucher*innen aus Press­luft­fla­schen, die sie zusätz­lich zu ihrem eige­nen Luft­vor­rat mit­füh­ren, die bis zu 2000 Liter fas­sen­den Luft­kis­sen auf. Es ist eine lang­wie­ri­ge Arbeit, die mit viel Geduld und Prä­zi­si­on durch­ge­führt wer­den muss, da sich je höher man steigt, das Volu­men der Kis­sen durch den gerin­ge­ren Was­ser­druck ver­grö­ßert und dadurch mehr Auf­trieb erzeugt, der wie­der aus­ge­gli­chen wer­den muss. Doch nach knapp acht Stun­den ist es trotz schlech­ter Unter­was­ser­sicht gelun­gen, die „Sir Shack­le­ton“ soweit an der Ober­flä­che zu brin­gen, dass sie nach dem Aus­pum­pen in eine Werft geschleppt wer­den kann. Ins­ge­samt waren neben den 7 Spezialist*innen aus Ober­ös­ter­reich ca. 25 Ein­satz­kräf­te der bay­ri­schen Was­ser­schutz­po­li­zei, Was­ser­wacht und Feu­er­wehr im Ein­satz.

Es bleibt zu hof­fen, dass die Schä­den an die­sem wun­der­schö­nen Segel­schiff mit Maha­go­ni-Rumpf aus dem Jahr 1952 voll­stä

ndig beho­ben wer­den kön­nen und die „Sir Shack­le­ton“ bald wie­der als Stolz der Regi­on mit gebläh­ten Segeln über den Ammer­see glei­tet.

Foto: Öster­rei­chi­sche Was­ser­ret­tung Lan­des­ver­band

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