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Caritas-Servicestelle ist bei allen Sorgen für pflegende Angehörige da

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Die Coro­na-Pan­de­mie hat die Sor­gen der pfle­gen­den Ange­hö­ri­gen ver­stärkt. „Vie­le Ange­hö­ri­ge haben aktu­ell mehr denn je Angst, in der Pfle­ge und Betreu­ung aus­zu­fal­len und die pfle­ge­be­dürf­ti­ge Per­son unver­sorgt zurück zu las­sen“, weiß Hele­ne Krei­ner Hofin­ger von der Cari­tas-Ser­vice­stel­le für pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge in Vöck­la­bruck, die auch für die Bezir­ke Kirch­dorf und Gmun­den zustän­dig ist. Über die Situa­ti­on zu reden schafft Erleich­te­rung. Die Bera­tung ist kos­ten­los und fin­det per Tele­fon, Video­chat oder bei einem per­sön­li­chen Ter­min statt. Infor­ma­tio­nen dazu unter 0676 8776 2448.

Sta­tis­tisch gese­hen ist jede vier­te Fami­lie ein­mal in ihrem Leben mit Hilfs- oder Pfle­ge­be­dürf­tig­keit von Ange­hö­ri­gen kon­fron­tiert. Dabei geht es zwangs­läu­fig nicht immer um Tätig­kei­ten wie die direk­te Kör­per­pfle­ge. Viel­mehr unter­stüt­zen Ange­hö­ri­ge in der Bewäl­ti­gung des All­tags und beglei­ten in vie­len Berei­chen. „Wäh­rend die Orga­ni­sa­ti­on von Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­ten auf­grund der unter­schied­li­chen Zustän­dig­kei­ten für vie­le zer­mür­bend ist, ist es doch meist die Ach­ter­bahn der Gefühls­la­gen und das Zwi­schen­mensch­li­che, das für Ange­hö­ri­ge viel kräf­te­rau­ben­der ist“, weiß Cari­tas-Mit­ar­bei­te­rin Hele­ne Krei­ner Hofin­ger. „Mal gibt es gute Tage, da funk­tio­niert alles und man ist ein­ge­spielt. Und dann denkst du dir wie­der ‚Wie man es macht, ist es falsch‘, zumin­dest habe ich immer das Gefühl es wäre so“, schil­der­te Frau M. die seit drei Jah­ren ihre Schwie­ger­mut­ter zu Hau­se betreut.

Der Beglei­ter für vie­le Ange­hö­ri­ge sind vor allem die Sor­ge, der pfle­ge­be­dürf­ti­gen Per­son zu wenig Zeit zu wid­men, fal­sche Ent­schei­dun­gen zu tref­fen, die eige­ne Fami­lie oder Freun­de durch die Pfle­ge zu ver­nach­läs­si­gen, die Sor­ge die Pfle­ge und Betreu­ung könn­te noch inten­si­ver wer­den und vor allem die Sor­ge dar­über, was denn wäre, wenn man ein­mal nicht mehr kann.

Mit den Sor­gen nicht allei­ne blei­ben ist hier ent­schei­dend“, weiß Hele­ne Krei­ner Hofin­ger. Oft sind es die eige­nen hohen Ansprü­che, die die­se Sor­gen ver­ur­sa­chen. Hier ist wich­tig nicht nur Ver­ständ­nis für die pfle­ge­be­dürf­ti­ge Per­son zu zei­gen, son­dern auch ver­ständ­nis­voll mit sich selbst zu sein. „Ich bin über­zeugt, dass alle Ange­hö­ri­gen stets das Best­mög­li­che in ihrer Situa­ti­on zu tun ver­su­chen. Das soll­te den Ange­hö­ri­gen bewusst sein und sie soll­ten eine ver­söhn­li­che Hal­tung zu sich selbst haben“, so die Cari­tas-Mit­ar­bei­te­rin. Wenn man kaum mehr schläft, sich nur mehr mit der pfle­ge­be­dürf­ti­gen Per­son über Weh­weh­chen und die immer glei­chen, oft schon stark ein­ge­schränk­ten The­men, unter­hal­ten kann und kei­ne ande­ren Kon­tak­te mehr hat, da kann es schon pas­sie­ren, an die Gren­zen zu kom­men.

Über die Situa­ti­on zu reden schafft hier bereits Erleich­te­rung. Die kos­ten­lo­se und ver­trau­li­che Bera­tung kann per­sön­lich in der Bera­tungs­stel­le in Vöck­la­bruck, tele­fo­nisch, per Video­chat oder bei Ange­hö­ri­gen zu Hau­se statt­fin­den. „Die Über­win­dung, ein Bera­tungs­an­ge­bot in Anspruch zu neh­men, ist im Vor­feld zwar oft groß. Doch nach einer Bera­tung hören wir oft, ‚Wenn ich gewusst hät­te, wie gut es tut, mit jeman­dem dar­über zu reden, der die Situa­ti­on ver­steht, dann hät­te ich schon viel frü­her ange­ru­fen‘“, ermu­tigt Hele­ne Krei­ner Hofin­ger sich an sie zu wen­den. Auch der Aus­tausch mit Per­so­nen in ähn­li­chen Situa­tio­nen und die Erkennt­nis, dass es vie­len so geht, ist sehr heil­sam. Dazu bie­tet die Cari­tas-Ser­vice­stel­le wäh­rend der Coro­na-Pan­de­mie das Online-Grup­pen­tref­fen „Weg­zeh­rung“ an. Infor­ma­tio­nen dazu sowie zu Bera­tungs­ter­mi­nen erhal­ten Sie bei der Cari­tas-Ser­vice­stel­le Pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge unter 0676 8776 2448.

Foto: Cari­tas

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