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Habe die Entscheidung für den Pflegeberuf nie bereut

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Als der Jüngs­te ihrer vier Kin­der drei Jahr alt war, woll­te Alex­an­dra Jedin­ger aus Bad Ischl wie­der ins Berufs­le­ben ein­stei­gen. Doch zurück in ihren ursprüng­li­chen Beruf im Ver­kauf woll­te sie nicht. „Ich woll­te eine Tätig­keit mit Sinn, bei der ich Kon­takt zu Men­schen habe. Es ist ein­fach schön, wenn man älte­ren Leu­ten Hil­fe leis­ten kann“, erklärt sie ihre Moti­va­ti­on für ihren Berufs­ein­stieg in den Mobi­len Pfle­ge­diens­ten der Caritas.

Die rela­tiv kur­ze Aus­bil­dung zur Heim­hil­fe war neben den Kin­dern mög­lich, und so stieg sie im Jahr 2003 mit 15 Wochen­stun­den ein. 17 Jah­re spä­ter arbei­tet sie mehr Stun­den und seit Juli 2020 als Fach-Sozi­al­be­treue­rin Alten­ar­beit. „Vor gut zwei Jah­ren habe ich mich dazu durch­ge­run­gen, noch­mals die Schul­bank zu drü­cken. Es war eine her­aus­for­dern­de, aber auch schö­ne Zeit im Cari­tas-Schul­zen­trum Josee in Eben­see, erin­nert sich die 46-jäh­ri­ge Bad Isch­le­rin. Von Vor­teil war ihr Erfah­rungs­schatz aus den Jah­ren als Heim­hel­fe­rin. Zusätz­lich erhielt sie wäh­rend der 4‑semestrigen Aus­bil­dung sehr viel Hin­ter­grund­wis­sen, z.B. zu Krank­heits­bil­dern, und Ein­bli­cke in ande­re Arbeits­be­rei­che wie etwa Alten- und Pfle­ge­hei­me. Seit August 2020 ver­stärkt sie nun das 23 köp­fi­ge Cari­tas­team der Mobi­len Pfle­ge­diens­te in der Fach-Sozi­al­be­treu­ung Alten­ar­beit. Ihre Kol­le­gin­nen und sie betreu­en 110 Men­schen in den Gemein­den Bad Ischl, Eben­see und St. Wolf­gang im Salzkammergut.

So auch den 70-jäh­ri­gen Georg Sei­werth aus Bad Ischl, der nach einem Schlag­an­fall im Som­mer 2020 Unter­stüt­zung bei der mor­gend­li­chen Kör­per­pfle­ge benö­tigt. Ein­mal täg­lich kom­men die Cari­tas-Mit­ar­bei­te­rIn­nen bei ihm vor­bei. „Es ist eine wahn­sin­ni­ge Hil­fe“, erzählt sei­ne Gat­tin. „Unser Leben hat sich schlag­ar­tig ver­än­dert. Georgs rech­te Sei­te ist betrof­fen — sie mag noch nicht so recht, obwohl es schon viel bes­ser wird. Gera­de in der Früh sind die Cari­tas-Mit­ar­bei­te­rin­nen eine enor­me Hil­fe, beim Duschen, beim Anzie­hen, beim Fixie­ren des Gur­tes zur Sta­bi­li­sie­rung des Schul­ter­ge­lenks, beim Blut­druck­mes­sen. Ich bin sehr froh, dass ich nicht auf mich allein gestellt bin, ich habe vie­le Tipps erhal­ten – und es sind alle auch so nett, “ sagt sie. „Ich kom­me immer ger­ne zu die­sem Ehe­paar“, ver­rät Jedin­ger. „Trotz der her­aus­for­dern­den Situa­ti­on hat Georg Sei­werth immer ein Lächeln im Gesicht. Er ist auch sehr flei­ßig und trai­niert mit Phy­sio- und Ergo­the­ra­peu­ten sowie Logo­pä­den. Wir hof­fen alle, dass er wei­ter­hin sol­che Fort­schrit­te macht.“

Coro­na macht natür­lich auch vor Alex­an­dra Jedin­ger nicht Halt. „Ich habe mich mit den Schutz­maß­nah­men sehr gut arran­gie­ren kön­nen“, ver­rät sie. „Es ist natür­lich anstren­gen­der mit Mund­schutz, Schutz­schür­ze, Hand­schu­hen und Schutz­bril­le zu arbei­ten. Wor­auf wir beson­ders ach­ten müs­sen, ist, dass uns die Men­schen trotz Mund­schutz ver­ste­hen. Da müs­sen wir noch deut­li­cher und lau­ter spre­chen. Bei Schwer­hö­rig­keit bleibt es schwie­rig. Aber ansons­ten sind die Schutz­maß­nah­men selbst­ver­ständ­lich. Mir ist das Wohl­erge­hen der Men­schen ein Anlie­gen. Ansons­ten wür­de ich nicht in die­sem Beruf arbei­ten. Und da möch­te ich ein­fach nichts ins Haus brin­gen. Auch ich selbst füh­le mich mit den Schutz­maß­nah­men gut geschützt und gehe mit einem guten Gefühl hin zu den Menschen.“

Ver­stär­kung gesucht!
Der täg­li­che Kon­takt zu den Men­schen ent­schä­digt für die Her­aus­for­de­run­gen. „Man sieht, dass es Sinn macht, was man da tut. Allei­ne könn­ten die Men­schen das nicht mehr tun. Durch uns kön­nen sie län­ger daheim blei­ben“, erzählt die Cari­tas-Mit­ar­bei­te­rin. Beson­ders schön emp­fin­det sie auch das Ver­trau­en, das die betreu­ten Men­schen ihr und ihren Kol­le­gIn­nen entgegenbringen.

Wir tre­ten in ihren pri­va­ten Bereich ein. Da kann ich nicht gleich beim ers­ten Besuch ein­fach ein Kas­tel öff­nen, um not­wen­di­ges Mate­ri­al her­aus­zu­ho­len. Die­ses Ver­trau­en müs­sen wir uns zuerst erar­bei­ten. Dass uns dies so gut gelingt, und dass die Bezie­hung im Vor­der­grund steht, fin­de ich an der Arbeit so schön.“ Auch die Sicher­heit vom Beruf ist ein Vor­teil. „Gera­de jetzt hört man viel von Arbeits­lo­sig­keit und Kurz­ar­beit. Da bin ich sehr froh, dass wir davon nicht betrof­fen sind. Im Gegen­teil: Aktu­ell suchen wir Ver­stär­kung für unser Team, ins­be­son­de­re Fach-Sozi­al­be­treue­rIn­nen Altenarbeit.“

Das 23-köp­fi­ge Cari­tas­team der Mobi­len Pfle­ge­diens­te ist mit der Heim­hil­fe, der Fach-Sozi­al­be­treu­ung Alten­ar­beit und der Haus­kran­ken­pfle­ge im Bezirk Gmun­den in den Gemein­den Bad Ischl, Eben­see und St. Wolf­gang im Salz­kam­mer­gut im Einsatz.

Infor­ma­ti­on: Tel.: 0676 8776 2581, www.mobiledienste.or.at

Foto: Cari­tas

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