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Leserbrief Dominik Gessert: “Bitte seien wir weniger kurzsichtig”

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Wenn jetzt die poli­ti­sche Füh­rung in unse­rer Stadt zur Einig­keit mahnt und davor warnt, dass die Pan­de­mie die Gesell­schaft spal­tet, dann ist das ehr­lich gesagt ein wenig schein­hei­lig. Denn es ist die Kurz-ÖVP, gemein­sam mit den Grü­nen, die die Gesell­schaft spal­tet: Durch Maß­nah­men, die sich oft ändern, die nicht klar genug kom­mu­ni­ziert wer­den, die zum Teil nicht der Ver­fas­sung ent­spre­chen.

Domi­nik Ges­sert (Foto: pri­vat)

Unter uns gesagt, ich ver­ste­he, dass vie­le Men­schen ver­är­gert und ver­ängs­tigt sind. Vie­le haben ihren Job ver­lo­ren, muss­ten ihr Geschäft schlie­ßen – die, die es ohne­hin nicht so ein­fach haben, trifft es am här­tes­ten: Arbeits­lo­se, älte­re Men­schen, Allein­ver­die­ner, Jun­ge, die in Aus­bil­dung sind, Fami­li­en mit meh­re­ren Kin­dern in klei­nen Woh­nun­gen, Beschäf­tig­te mit gerin­gem Ein­kom­men, Klein­un­ter­neh­mer. Trotz­dem: Zu Hun­der­ten ohne Mas­ke und ohne Abstand zu demons­trie­ren, das ist kei­ne Lösung, das gefähr­det nur noch mehr Men­schen um uns.

Es ist ein Fak­tum: Das Virus ist da und es kann schlim­me Fol­gen mit sich brin­gen, wie ich lei­der in mei­nem eige­nen Umfeld erlebt habe. Wir soll­ten uns weder von der Regie­rung noch von Ver­schwö­rungs­theo­rien zu ver­ant­wor­tungs­lo­sem Han­deln hin­rei­ßen las­sen. Schau­en wir wei­ter auf­ein­an­der und hal­ten wir uns an die Maß­nah­men, auch wenn man­che schwer nach­voll­zieh­bar sind. Und füh­ren wir uns vor Augen: Kri­sen wie die­se sind eine Lupe, ein Brenn­glas, für gesell­schaft­li­che Ent­wick­lun­gen.

Die Kon­flik­te, die wir nun erle­ben, wur­den durch die Pan­de­mie nur ziem­lich ver­stärkt, aber sie waren immer schon da. Die Abge­ho­ben­heit der Poli­ti­ker, das Gegen­ein­an­der-Aus­spie­len, das Aus­ein­an­der­drif­ten von ein paar weni­gen, die es mehr als gut haben, und weit­aus mehr, die kämp­fen müs­sen, um den All­tag zu bestrei­ten, das Auf­ein­an­der­pral­len von Mei­nun­gen und Argu­men­ten.

All das hat es immer schon gege­ben. Und wir soll­ten uns bemü­hen, vor allem wir Poli­ti­ker, weni­ger kurz­sich­tig zu sein und den Blick wie­der mehr auf das gro­ße Gan­ze zu rich­ten und dafür zu arbei­ten, dass lang­fris­tig alle Men­schen ein gutes Leben füh­ren kön­nen und ihren Platz und ihre Mög­lich­kei­ten in die­ser Gesell­schaft fin­den.

Leser­brief von Domi­nik Ges­sert / SPÖ Stadt­par­tei Gmun­den Obmann

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3 Kommentare

  1. Ilse de Lorenzo am

    Tref­fen­der könn­te man die Situa­ti­on nicht zu Papier brin­gen. Das ist nicht nur eine Mei­nung, son­dern auch Fak­ten.

    • RUDI FROSCHER am

      dem kann man nur voll und ganz zustim­men. Die­ser Text ist es wert, mehr­mals gele­sen und stu­diert zu wer­den. Dan­ke Domi­nik Ges­sert für die­se inhalt­lich tie­fen und wah­ren Fak­ten.

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